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Freut sich, dass der Trainings- und Spieltagskalender nicht mehr seine Freizeit diktiert: Oberwiese-Coach Hans-Bernd Westhoff.

Kreisliga B4

Horneburg als letzter Gegner für Hans-Bernd Westhoff

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DATTELN - Nach elf Jahren hört Hans-Bernd Westhoff als Trainer beim B-Ligisten FC Spvgg. auf. Und das ausgerechnet mit einem Spiel in Horneburg.

Wenn Hans-Bernd Westhoff über Oberwiese erzählt, wird dem Zuhörer eines schnell klar: Es ist für ihn nicht alleine eine Bauernschaft, in der er aufgewachsen ist. Oberwiese ist für den 55-Jährigen ein Lebensgefühl. Nach elf Jahren wird „Habu“ am Sonntag letztmalig als Trainer an der Seitenlinie des FC Spvgg. Oberwiese stehen – und das ausgerechnet beim SV Horneburg, der zweiten sportlichen Heimat des Waltropers. Die Jungs aus der Nachbarschaft trafen sich in den 1980er-Jahren auf dem Platz hinter der Gastwirtschaft Höwer-Wenker zum pöhlen, eine Jugendmannschaft gab es nicht. Auch keinen offiziellen Spielbetrieb, denn die Oberwieser schlossen sich erst 1990 dem DFB an.

Verbundenheit mit Horneburg

Ein Arbeitskollege war es 1985, der ihn überredete, mit zum SV Horneburg zu kommen. Der 21-jährige Westhoff, der bei der Genossenschaft eine Ausbildung zum Groß- und Außenhandelskaufmann gemacht hatte, und jetzt als Bankangestellter arbeitet, ging mit. Es folgten schöne Jahre als Spieler und Trainer. „Selbst heute noch habe ich eine tiefe Verbundenheit zu Horneburg. Erst im vergangenen Jahr noch haben wir unseren ehemaligen Mannschaftskollegen Edgar König in Dresden besucht. Und wenn ich in Horneburg unterwegs bin, kenne ich viele Leute.“ Als Spieler wurde er meist zentral eingesetzt. „Für die Außenpositionen fehlte mir die Schnelligkeit“, grinst „Habu“.

"Habu" kein harter Hund

Als die Oberwieser dann ab 1990 am offiziellen Spielbetrieb teilnahmen, wechselte er zurück in den Westen Waltrops. Er wurde Spielertrainer der zweiten Mannschaft, übernahm dann die „Erste“. Es folgte noch einmal ein Horneburger Kapitel, und auch ein Engagement beim FC Erkenschwick, ehe der 55-Jährige 2008 nach Waltrop zurückkehrte und seitdem die Oberwieser Mannschaft trainiert. Mit einer Charaktereigenschaft wurde „Habu“ immer wieder konfrontiert. Dass er zu lieb sei für dieses Geschäft. Liegt ein Gegenspieler am Boden, ist Westhoff zur Stelle. Und holt auch während des Spiels den Ball aus dem Gebüsch. Bei Kabinenansprachen soll er nie der harte Hund gewesen sein. Er sei schon mit anderen Leuten auf dem Platz aneinandergeraten, aber im sportlich fairen Rahmen. „Aber nach dem Schlusspfiff muss es auch wieder gut sein“, findet Westhoff.

Seine schönsten Momente als Oberwiese-Trainer seien die sportlichen Erfolge gewesen. „Aber ich habe auch viele Freunde gewonnen.“ Oftmals verabschieden sich Trainer mit einem lachenden und einem weinenden Auge. „Ich habe kein weinendes Auge. Schließlich war es meine Entscheidung aufzuhören. Ich freue mich jetzt darauf, dass der Trainings- und Spieltagskalender nicht mehr meine Freizeit diktiert. Was auch meine Frau Martina freut. Wenn’s passt, werde ich aber natürlich weiterhin auf den Plätzen unterwegs sein.“ Und dass die Oberwieser ausgerechnet in seinem letzten Spiel in Horneburg antreten, freut ihn sehr. „Es könnte keinen schöneren Abschluss geben“, so „Habu“.

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