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Die Schinderei geht noch ein Jahr weiter: Malte Jakschik im Kraftraum. Die Olympischen Spiele von Tokio sollen Abschluss und Höhepunkt in der Karriere des Dattelner Ruderers werden.

Olympische Spiele

Der Traum von Tokio lebt weiter: Malte Jakschik schiebt Karriereende auf

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Dann eben 2021 zu Olympia nach Tokio: Malte Jakschik will seine Karriere im Deutschland-Achter fortsetzen. Aktuell hat der Dattelner mehr Zeit für die Familie.

  • "Ich will noch einmal zu Olympia", betont Malte Jakschik.
  • Der Dattelner hängt deshalb noch ein Jahr dran.
  • Für den Traum: Abschied mit der Goldmedaille

Schon kurz nach dem Finale bei den Olympischen Spielen in Rio de Janeiro im August 2016, als der Deutschland-Achter auf Gold gehofft, aber „nur“ Silber geholt hatte, stand für Malte Jakschik fest: „Dann greife ich eben in vier Jahren noch mal an – einmal will ich noch zu Olympia.“

Aus vier Jahren werden nun fünf. Die Verlegung der Sommerspiele in Tokio ins Jahr 2021 trifft den Athleten des RV Rauxel aber nicht unvorbereitet: „Das war abzusehen und hat uns nicht überrascht. Das eine Jahr ist fair. Es hätte schlimmer kommen können.“ Etwa wenn die Spiele komplett abgesagt worden wären.

Für Malte Jakschik, der aus einer ruderbegeisterten Familie in Datteln-Meckinghoven stammt, wäre damit wohl ein Lebenstraum geplatzt. 27 Jahre jung wird der 1,94 Meter große Modellathlet in diesem August, vom Youngster im Team Deutschland-Achter ist Jakschik längst zu einer der tragenden Säulen des Teams gereift. Sein Maschinenbau-Studium mit dem Master abschließen, Olympia-Gold in Tokio holen und dann ins Berufsleben starten – das war und bleibt der Lebensentwurf des Dattelners, der mittlerweile in Dortmund wohnt.

Mehr Zeit für die Familie

Dort sind die Wege zum Olympiastützpunkt näher, dort hat sich im Januar sein Leben ein Stück weit gewandelt, Malte Jakschik ist Vater eines Jungen geworden. Die freie Zeit, die der Athlet aktuell genießt, kommt der Familie zugute: „Das ist das einzig Positive, dass wir jetzt viel mehr gemeinsame Zeit verbringen können.“ Diese Phase kenne er sonst nur aus der kurzen trainingsfreien Zeit nach einer Saison.

„Mit dem einen Jahr Verschiebung kann ich leben, zumal meine Frau dabei auch hinter mir steht“, sagt Jakschik. Denn die Tortur im Kraftraum und dem Ergometer wird – sobald ein Sport- und Trainingsbetrieb wieder möglich ist – von vorne losgehen. Noch bis Mitte März hatte sich das Team Deutschland-Achter in Lago Azul (Portugal) im Trainingslager befunden. 

„Was wäre das für eine Saison geworden?“

Malte Jakschik findet, auch sportlich mache die Verlegung der Spiele von Tokio Sinn: „Was wäre das für eine olympische Saison gewesen, wenn wir vielleicht nur diesen einen Wettbewerb gehabt hätten?“ Auch im Rudersport steht längst nicht fest, wann es wieder Wettkämpfe geben wird. Die ersten Weltcups dieser Saison wurden frühzeitig abgesagt.

Dass sich alle Athleten und damit auch der Deutschland-Achter nun abermals auf Olympia fokussieren müssen, dass die Plackerei im Training von vorne beginnt, was nicht nur physisch belastend ist, sondern eben auch mental anstrengend, kalkuliere er ein, versichert Jakschik.

„Irgendwann geht es wieder von vorne los. Keiner weiß wann, aber irgendwann wird der Punkt da sein. Natürlich nervt das. Aber wir Athleten sind da doch immer noch besser dran als viele Mittelständler oder Arbeitnehmer gerade.“

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