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Die Volleyballerinnen der DJK SF Datteln nutzen die Sporthalle des Comenius-Gymnasiums.

Unzufrieden mit Verhandlungen

Vereine erstellen Forderungskatalog zur Hallennutzung

DATTELN - Lange haben die Verantwortlichen derjenigen Dattelner Sportvereine, die städtische Hallen nutzen, geschwiegen. Nun ist einigen von ihnen der Kragen geplatzt und sie gehen auf die Barrikaden. In den vergangenen Jahren habe sich die Situation der Klubs deutlich verschlechtert und die Verhandlungen zwischen Stadtsportverband (SSV) und Stadtspitze hätten keine spürbaren Fortschritte gebracht. Das zumindest gaben Vertreter des TSV Datteln, des TTC Blau-Weiß, der Volleyballabteilung der DJK Sportfreunde Datteln und des Dattelner Judoclubs am Mittwochabend zu Protokoll.

Der Tropfen, der das Fass zum Überlaufen brachte, war eine Pressemitteilung der Stadtverwaltung vom Dienstag. Stadtverwaltung, Stadtsportverband und Sportauschussvorsitz haben in einem weiteren Gespräch über Vergabe von Hallenzeiten nach einer verein- und bürgerfreundlichen Lösung gesucht, heißt es darin. Fazit dieser Gespräche war, dass die Stadtverwaltung alle relevanten Zahlen prüfen wolle, „bevor Anfang 2019 das nächste Treffen stattfindet“.

Die Verhandlungen zwischen SSV und Stadt laufen schon lange. Änderungen sollte es zum 1. Januar 2019 geben, doch die sind wohl nicht in Sicht. So haben die vier Klubs einen Forderungskatalog aufgestellt:

• Freigabe von Hallen in den Ferien, an Brückentagen und an den Freitagen vor den Ferien. • Deutliche Senkung der Nutzungsgebühren auf 25 % (ideal wären 0 %) der bestehenden Gebühren. • Wegfall von Bearbeitungsgebühren. • Belassung der Hallenverantwortung bei der Stadtverwaltung. • Abschaffung der Doppelabrechnung sondern Abrechnung im 1/4-Stunden-Takt. • Automatisierung des Reservierungsverfahrens. • Umsetzung des Bedarfsmodells für die Hallenvergabe. • Ausschankerlaubnis bei Wettkämpfen. • Schlüsselgewalt für die Vereine.

Ein krasses Beispiel für die hohen Belastungen der Vereine sind die Hallennutzungsgebühren, die in den vergangenen Jahren drastisch angestiegen sind. Wie stark, macht Heiko Gröne, Geschäftsführer des TTC BW deutlich: "Von 2014 bis 2018 sind die Kosten auf das Vierfache gestiegen.“ Diese Kosten machten 60 Prozent des Gesamt-Etats aus, rechnet er vor. Der Verein musste seine Mitgliedsbeiträge verdoppeln – von 75 auf 150 Euro.

Ähnliches weiß Christian Kruber von den Volleyballerinnen zu berichten: „Um den Spielbetrieb aufrecht erhalten zu können, müssen wir einen Mitgliedsbeitrag von 130 Euro erheben. Zusätzliche Kosten entstehen durch das Trainingslager, da dafür die Halle in den Ferien extra angemietet werden muss. Die Trikots kaufen die Mädchen selbst.“

Geld bei Wettkämpfen erwirtschaften dürfen die Vereine ihrer Darstellung nach nicht. Das verbiete die neue Benutzungsordnung vom 22. Juni 2016. Die regele, dass es bei Wettkämpfen keine Verpflegung geben dürfe, beklagen die Klubverantwortlichen.

Weiterer strittiger Punkt ist die Abrechnung der Hallenzeiten. Hier macht Christian Kruber, Leiter der Volleyballabteilung der DJK SF, die Rechnung auf: „Im Augenblick werden angefangene Stunden berechnet. Nehmen wir drei Gruppen: Gruppe A nutzt die Halle von 17 Uhr bis 18.30 Uhr, bezahlt damit zwei Stunden. Gruppe B ist von 18.30 Uhr bis 19.30 Uhr in der Halle, bezahlt nur eine Stunde. Von 19.30 Uhr bis 21 Uhr ist Gruppe C für anderthalb Stunden da, bezahlt also wieder für zwei Stunden. Faktisch ist die Halle für vier Stunden belegt, fünf müssen bezahlt werden.“

Für Markus Giesa, Vorsitzender des TTC BW, stellt sich die Frage: „Will die Stadt den Sport fördern oder plätten? Schließlich leisten die Vereine wichtige Sozialarbeit für Kinder und Jugendliche.“ Bei den anderen Anwesenden erntet er beifälliges Kopfnicken.

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