Einstige Top-Springstute Quicky und ihr kleiner Hengst Simba
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Die einstige Top-Springstute Quicky und ihr kleiner Hengst Simba, den Frederike Windmüller Frechdachs nennt.

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Dieses Schicksal einer einstigen Top-Stute bewegt viele Pferdesportfreunde

  • Christine Horn
    vonChristine Horn
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Wenn Frederike Windmüller zurückblickt, ist sie besonnen. Das kann die Springreiterin des RV Waltrop aber nur, weil sie weiß, dass alles gut ging.

Unglaublich, was ihrer einstigen Top-Stute Quicky Anfang Februar passiert war. Die Geschichte beginnt eigentlich schon im Jahr 2019. Man hatte versucht, die Stute tragend zu bekommen. Doch es klappte nicht. Dann aber beobachtete Frederike Windmüller, dass im Frühsommer 2019 Quickys Bauch dicker wurde. Und das, obwohl sie in den Monaten zuvor nicht gedeckt worden war. Ein Ultraschall brachte die Erkenntnis: Quicky war wirklich tragend. Wie das kommen konnte? „Das war ein Weideunfall“, erzählt die 28-Jährige. Ein Junghengst von einer anderen Weide konnte nicht widerstehen. So viel ist klar: Es muss ein Dibadu-Nachkomme gewesen sein, der Quicky gedeckt hatte.

Die Täter wurden nicht ermittelt

Anfang Februar 2020 dann der große Schock: Auf einer Wiese, die 200 Meter entfernt vom Stall Gripshöver in Werne lag, wo Frederike Windmüller und ihre Pferde zu Hause sind, wurde die mittlerweile hoch tragende Stute schwer misshandelt. Auch im Genitalbereich. „Der oder die Täter wurden nicht ermittelt. Eine andere Stute wurde auch misshandelt“, blickt die Waltroperin betrübt zurück.

Quicky wurde intensiv betreut und die Erleichterung war riesengroß, als sechs Wochen später dann tatsächlich ein gesundes Hengstfohlen auf die Welt kam. Auch die Mutter hatte trotz der erheblichen Verletzungen die Geburt gut überstanden. „Er ist ein kleiner Frechdachs“, beschreibt die Besitzerin den Nachwuchs. Derzeit reitet die Grundschul-Referendarin fünf Nachwuchs-Pferde. Daher blickt sie mit gemischten Gefühlen auf die Corona-Saison zurück. „Denn wenn man junge Pferde ausbildet, ist die Konstanz immens wichtig. Die einen sind bei ihren ersten Turnieren schon gelassen, die anderen brauchen länger, um sich daran zu gewöhnen.“ Wenn möglich, dann versuchte sie daher, Startplätze zu bekommen. „Doch das war mitunter sehr schwierig“, erzählt Frederike Windmüller, die in diesem Jahr im Vergleich zu 2019 nur rund 30 Prozent an Turniereinsätzen hatte.

Kosten für Startplätze deutlich gestiegen

„Sonst gingen die Turniere oftmals von Dienstag bis Sonntag, man war gefühlt immer unterwegs. In der zurückliegenden Corona-Saison war das völlig anders. Ich kann nur froh sein, dass ich nicht von diesem Sport lebe.“ Denn die Kosten für die Startplätze sind deutlich gestiegen, während oftmals keine Gewinne mehr ausgeschüttet werden.

Wie sie sich für die tägliche Arbeit mit den Pferden motiviert, ohne die Perspektive zu haben, sie auch bei Turnieren vorstellen zu können? „Ich reite wenn möglich immer draußen. Ich mag es, wenn ich viel frische Luft um die Nase habe. In Werne habe ich viele Freunde und tausche mich auch mit denen aus.“ Ihren Optimismus hat sie darüber hinaus nicht verloren: „Wenn man weniger Turniere reitet, dann hat man mehr Zeit, um zu Hause auf der Anlage in Werne mit den Pferde zu arbeiten. Es hat Vor- und Nachteile.“

Und wenn sie dann Quicky und den kleinen Frechdachs beobachtet, ist ohnehin alles gut…

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