Matija Nastasic (FC Schalke 04)
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Die Leistungen von Matija Nastasic (r.) und seinen Schalker Teamkollegen stimmen die Fans alles andere als zufrieden.

Fußball

Die Schalker Fan-Seele leidet - und spricht diese deutlichen Worte

  • Jochen Sänger
    vonJochen Sänger
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Königsblau trägt Trauer. Auch die Fans des Fußball-Bundesligisten FC Schalke 04 im Kreis Recklinghausen sorgen sich um die Zukunft.

Was ist das Schlimmste an einer Saison mit Pleiten, Pech und Pannen? Es gibt so gut wie keine Möglichkeit für die in Fan-Clubs organisierten Schalke-Anhänger, die Enttäuschung gemeinsam zu verarbeiten. „Unsere Aktivitäten liegen fast komplett auf dem Bauch“, stöhnt Kalle Völkel, Vorsitzender des Bezirks Nummer 20 im Dachverband der Fan-Clubs des Traditionsvereins.

Die stellvertretende Bezirksleiterin Melanie „Melli“ Illburger, die dem Fan-Club „schön blau 08“ aus Recklinghausen angehört, tröstet sich mit gelegentlichem „Rudeln“. Gemeint sind damit Videokonferenzen, in denen die Schalker Talfahrt zusammen beklagt wird. „Die Hoffnungen auf eine Rettung sind dort nicht gerade ausgeprägt“, stellt die Funktionärin lakonisch fest.

Überwältigendes Echo auf T-Shirt-Aktion

In Zeiten, da die Bundesliga-Profis vor leeren Rängen spielen, findet die Aktion des „Blau-Weißen GEsocks“ aus Waltrop besondere Beachtung. Unter dem Motto „GEmeinsam für Schalke“ sind T-Shirts bedruckt worden, die wie Hussen über die Sitze in der Veltins-Arena gezogen werden. Das Echo war überwältigend.

„3300 T-Shirts sind bestellt worden“, staunt Kalle Völkel, auf dessen Initiative hin die mit der Herstellung beauftragte Firma das Projekt „help Gelsen“ unterstützt. Präsentiert werden sollen die durch die weiß-blauen Shirts geschmückte Tribüne zusammen mit den Bannern der beteiligten Fan-Clubs am 20. Februar zum Spiel gegen den Erzrivalen aus Dortmund.

Für Völkel, im Fan-Club „Königsblau ein Leben lang“ aus Marl-Sickingmühle zu Hause, wäre ein Schalker Klassenerhalt „sensationell“. Der Sprecher der organisierten Anhänger aus sieben Städten des Kreises stellt der Mannschaft und der sportlichen Leitung ein vernichtendes Zeugnis aus: „Das ist ein Sauhaufen. Ich rege mich nicht mehr auf, wenn wir wieder ein überflüssiges Gegentor kassieren.“ Für das Bezirksleiter-Duo ist es kein Sakrileg, über eine Ausgliederung der Lizenzspielerabteilung aus dem Verein – so wie bei den meisten Bundesliga-Klubs auch – nachzudenken. Wenn dadurch frische Geldquellen erschlossen würden, müsste ein neues Führungsgremium darüber verfügen und den Neuanfang einleiten.

Misstrauen gegenüber dem Vorstand

Das Misstrauen der beiden Funktionäre aus dem Kreis gilt dem kompletten Vorstand, neben Alexander Jobst und Jochen Schneider also auch Christina Rühl-Hamers. „Sie hat eng mit ihrem Vorgänger Peter Peters zusammengearbeitet“, erklärt Melli Illburger. Peters war im vergangenen Jahr als Finanzchef der Königsblauen ausgeschieden. Derweil gibt es Hoffnung in Sachen Sponsoren-Unterstützung.

Ohne Stadionbesuche und Aktivitäten rund um den Lieblingsverein liegt die Bezirksarbeit „am Boden“, wie Kalle Völkel nüchtern einräumt. Die lange Pandemie-Zeit hat die Aktivitäten einschlafen lassen, der Neustart erfolgt vermutlich in der Zweiten Liga. „Wenn überhaupt“, malt Melli Illburger das Horrorszenario, dass Schalke wegen der Verbindlichkeiten gleich in die Dritte Liga absteigt.

So schlimm werde es wohl nicht, hofft Völkel. Er kann sich vorstellen, dass die Zeit im Unterhaus dem Verein langfristig sogar gut zu Gesicht steht: „Vielleicht hatten wir zu viele Modefans im Stadion, die dann nicht mehr kommen. Dann sind nur noch die echten Schalker im Stadion.“

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