Ein Schiedsrichter zeigt die rote Karte.
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Auf Ordnungsgelder im Zusammenhang mit dem Schiedsrichter-Soll wird im Kreis zunächst verzichtet.

Fußball

Abpfiff für die „Schiri-Soll-Ordnungsgelder“ - so fällt die Entscheidung im Kreis aus

  • Thomas Braucks
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Bis zum Jahresende werden Fußballvereine im Kreis nicht belangt, wenn es um Strafen im Zusammengang mit dem „Schiedsrichter-Soll“ geht.

Der Fußballkreis Recklinghausen verzichtet in den Monaten November und Dezember darauf, Ordnungsgelder im Rahmen des sogenannten Schiedsrichter-Solls zu vollstrecken. Bekanntlich müssen Vereine, die nicht das erforderliche Kontingent an Schiedsrichtern stellen, Strafen an den Verband zahlen. Der Fußballkreis verweist auf das von der Politik verhängte Kontaktsportverbot zur Eindämmung der Corona-Pandemie: „Aus unserer Sicht wäre es nicht richtig, die Klubs mit Strafen für einen Spielbetrieb zu belegen, den es gar nicht gibt“, sagt der Kreisvorsitzende Hans-Otto Matthey.

Damit bleibt der Fußballkreis bei seiner Linie: Bereits im Frühjahr hatte der Kreis kurz nach Unterbrechung der Saison (die später abgebrochen wurde) auf die Erhebung der Abgabe verzichtet. Und damit für Aufsehen im Verband gesorgt. Der Hintergrund: Zwar werben der Westfälische Fußballverband (FLVW) und alle Fußballkreise um Schiedsrichter-Nachwuchs in den Vereinen. Gerade auch Recklinghausen ist dabei engagiert. Tatsächlich fehlen Unparteiische. Die fälligen Ordnungsgelder für fehlende Schiedsrichter spülen Jahr für Jahr erheblichen Summen in die Kassen der westfälischen Fußballkreise.

Mehrzahl der Vereine hat zu wenige Schiedsrichter

Einige Klubs stellen zwar mehr Schiedsrichter, als sie aufgrund von Mannschaftszahlen und Spielklassen müssten. Dafür erhielten sie zuletzt auch Prämien. Dazu zählen im Fußballkreis etwa die Spvgg. Erkenschwick, BWW Langenbochum, FC Marl, die Kreisligisten SC Marl-Hamm, SV Hochlar 28 oder B-Ligist SSC Recklinghausen. Die Mehrzahl der Vereine aber bietet zu wenige Schiedsrichter auf – und wird entsprechend zur Kasse gebeten.

Allein im Fußballkreis Recklinghausen floss in den vergangenen Jahren jeweils ein hoher fünfstelliger Betrag pro Saison. Als der Kreis im Frühjahr wegen der Unterbrechung der Saison die Zahlungen aussetzte, verblieben daher mehr als 20.000 Euro in den Kassen der Klubs im Kreis. Dass die Zahlungen nun erneut und bis Ende des Jahres ausgesetzt werden, dürfte auch bedeuten: Eine Rückkehr zu einem geregelten Spielbetrieb auf Kreisebene wird es in 2020 nicht mehr geben – auch wenn die Corona-Lage dies zulassen würde.

Fußballkreis-Chef Hans-Otto Matthey: „Wir müssten den Vereinen 14 Tage Zeit geben, um sich auf die Fortsetzung der Saison vorzubereiten.“ Und das für einen Spieltag, im besten Fall zwei vor der Winterpause. Das, so der Recklinghäuser, mache sportlich wie organisatorisch wenig Sinn.

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