Fußball

Ein Schermbecker in China

Schermbeck - Evans Ankomah-Kissi vom SV Schermbeck macht sich heute mit der Schalker Knappenfußballschule auf den Weg ins Reich der Mitte.

Was Fußball auf Chinesisch heißt? "Weiß ich nicht", sagt Evans Ankomah-Kissi. Dabei macht sich der 26-Jährige heute in Sachen Fußball auf den Weg ins Reich der Mitte. Nicht mit dem SV Schermbeck, für den er in der Westfalenliga spielt, sondern mit seinem Arbeitgeber, dem FC Schalke 04.

Genauer gesagt mit der Knappenfußballschule (KFS), für deren Fußballcamps er als Ansprechpartner und Trainer verantwortlich ist. Die KFS ging 2012 aus der 1996 gegründeten "Sommer Ferien Fußballschule" hervor, deren Fußballfreizeiten Evans Ankomah-Kissi als Jugendspieler des S04 selbst mehrmals besuchte. In China ist die Schalker Nachwuchsschmiede seit 2015 aktiv. In der Provinz Kunshan, nahe Shanghai, hat der Bundesligist drei Elite-Teams der Altersklassen U9, U12 und U13. Die Teams nehmen an Wettbewerben teil und sollen sich nach Möglichkeit für die Provinzmeisterschaft qualifizieren. Einmal im Monat werden sie von Trainern der KFS besucht und betreut.

Doch auch nach der Abreise der Besucher aus Deutschland werden die Kinder weiter professionell ausgebildet. Die KFS hat vor Ort 30 Trainer ausgebildet, die dort auch im Schulsport aktiv sind. Vier bis fünf Trainer sind regelmäßig für Mannschaft verantwortlich. Die Kinder lernen dabei Theorie und Praxis. Ziel ist es außerdem, die chinesischen Trainer auf den Leistungsstand eines B-Lizenz Inhabers zu bringen.

Der Austausch zwischen deutschen und chinesischen Trainern ist rege. In diesem Jahr besuchte eine Delegation aus China zudem ein Fußballcamp beim SSV Buer. Im nächsten Jahr sollen deutsche Trainer auch langfristig für zwei bis sechs Monate in Kunshan arbeiten.

Evans Ankomah-Kissi freut sich auf das China-Intermezzo, auch wenn er nicht damit rechnet, viel vom Land zu sehen: "Wenn ein besuch in Shanghai möglich ist, wär das natürlich super." Aber ansonsten geht es für ihn und seine KFS-Kollegen nur um eins: Fußball.

Rund 30 Camps hat er in diesem Jahr schon in Deutschland betreut, einmal war er mit der KFS auch in Pittsburgh/USA. China, das weiß er, ist ein Fußballmarkt mit Zukunft: "Das wird ein Dauerprojekt für die nächsten Jahre." Weitere Besuche sind also vorprogrammiert. Die bislang gut funktionierende Koordination seines Jobs auf Schalke mit dem Spielen beim SVS wird dann schwieriger. Doch das ist Zukunftsmusik, in den nächsten Tagen zählt für den Schermbecker nur China. Und dass er Weihnachten wieder zurück ist: "Spätestens am 23!"

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