Fußball

1:0 für Väterchen Frost

Dorsten - Der Wintereinbruch sorgte am Wochenende dafür, dass der Spielbetrieb der Amateurfußballer praktisch zum Erliegen kam. Die Diskussion um Sinn und Unsinn der Winterpause bekam neue Nahrung.

Rien ne va plus ? nichts geht mehr. Das galt am Wochenende für den Amateurfußball. Die ersten Spielabsagen hatte es am Samstag gegeben, am Sonntag weitete sich das Szenario dann zur Komplettabsage aus.

"Wir sind für dieses Jahr durch", erteilte der Recklinghäuser Kreisvorsitzende Hans-Otto Matthey auf Nachfrage der Dorstener Zeitung auch einem Nachholtermin am kommenden Sonntag eine Absage. Der Frage, ob man die Winterpause generell verlängern und dafür im Sommer durchspielen sollte, steht Matthey sehr aufgeschlossen gegenüber: "Damit rennen Sie bei mir offene Türen ein. In anderen Landesverbänden gibt es das ja schon. Wenn man von Februar bis Oktober spielen würde, bekäme man das mit 16er-Staffeln ohne Schwierigkeiten hin."

Doch der Kreisvorsitzende weiß, dass die Sache nicht so einfach ist: "Es gibt natürlich wie immer ein Für und Wider. Viele Trainer werden einem solchen Modell skeptisch begegnen, weil sie zum Beispiel mit der Vorbereitung im Winter anfangen müssten. Aber man muss auch sehen: Wir in unserer Region sind ja noch nicht mal am schlimmsten betroffen. Nehmen Sie das Sauerland ? da kann teilweise bis April nicht gespielt werden. Wann haben wir dagegen bei uns in Recklinghausen oder Dorsten zuletzt Schnee schon vor Weihnachten gehabt?"

Recht locker gingen am Sonntag auch die Trainer der beiden klassenhöchsten heimischen Herrenteams mit den Spielabsagen um. Sowohl Thomas Falkowski vom SV Schermbeck als auch Marc Wischerhoff vom SV Dorsten-Hardt gaben ihren Spielern frei.

"Zu diesem späten Zeitpunkt im Jahr wäre alles andere auch übertrieben gewesen", meinte Thomas Falkowski zu einer möglichen Konditions- oder Laufeinheit. "Die Plätze", so Falkowski, "waren ja auch alle gesperrt."

Sein Hardter Kollege Marc Wischerhoff hatte zudem die gesundheitliche Verfassung seiner Akteure vor Augen: "Viele sind angeschlagen. Da ist es einfach besser, wenn sie mal komplett Pause machen, als sie zu einer weiteren Trainingseinheit zu bitten."

Mit dem Gedanken, im Sommer durchzuspielen, haben sich weder der Schermbecker noch der Hardter Trainer bislang ernsthaft beschäftigt. "Ich würde das nicht auf Anhieb ablehnen", sagte Thomas Falkowski. Gerade für spielstarke Teams sei es in den Wintermonaten schwierig, ihre technischen Fähigkeiten tatsächlich auf den Platz zu bringen.

Marc Wischerhoff hält dagegen: "Wenn man im Sommer dann wiederholt bei 30 Grad und mehr spielen soll, ist das Geschrei auch groß. Ich denke, so wie es im Moment ist, ist es nicht unvernünftig."

Ihre ausgefallenen Spiele sollen der SVS und die Hardter nach dem Willen der Staffelleiter noch in diesem Jahr austragen. Beim SV Schermbeck wird es voraussichtlich der kommende Sonntag (17. Dezember). "Obwohl wir und Delbrück beide lieber erst im nächsten Jahr spielen würden", erklärte Thomas Falkowski.

Bei den Hardtern und ihrem Gegner SG Borken sieht es ähnlich aus. Die Dorstener wollen auf jeden Fall nicht am Tag nach ihrer Weihnachtsfeier am 16. Dezember spielen. Deshalb haben sie sich mit Borken auf den kommenden Donnerstag (14. Dezember) verständigt. Wenn das Wetter mitspielt.

Sowohl SVS als auch SV Hardt können aber froh sein, dass es ihnen nicht so ging wie dem Werner SC. Der holte am Freitagabend in der Landesliga 4 gegen Eintracht Ahaus einen 0:2-Rückstand auf, ging seinerseits mit 4:2 in Führung und muss nun doch ins Wiederholungsspiel, weil die Partie wegen des Schneetreibens nach 65 Minuten abgebrochen wurde ...

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