Leichtathletik

Viele wahre und ein falscher Sieger

RHADE - Beim Silvesterlauf des SSV Rhade geht es nicht um Zeiten und Rekorde. Diesmal hörte der Spaß für die Organisatoren aber an einem Punkt auf.

Jetzt schlägt's 13", mag Vorsitzender Georg Lammers gedacht haben. Dabei richtete der SSV Rhade am Sonntag doch erst den 12. Rhader Silvesterlauf aus. Doch so etwas wie diesmal hatten Lammers und sein Team bislang noch nicht erlebt.

Moderator Lothar Danielowski hätte ihn fast übersehen. Nur an der Startnummer erkannte er: Der Läufer, der da zwischen den letzten eintrudelnden 5000-m-Läufern die Ziellinie überquerte, gehörte zum Feld des 11,4-km-Laufs. "Mann, der sieht ja noch total frisch aus", wunderte sich der Mann am Mi-krophon. Zu Recht, wie sich zeigen sollte. Denn nach Rücksprache mit ihren Streckenposten merkten die Organisatoren schnell: Der Mann, der sich als Sieger in die Liste eintragen lassen wollte, war die 11,4km gar nicht ganz gelaufen. "Unser Posten bei Kilometer 6 hat freie Sicht auf eine sehr lange Gerade, und der sagte klipp und klar: ,Vor den beiden Führenden ist der hier nicht vorbei gekommen'", erklärte Georg Lammers.

Die Ergebnisliste wurde daraufhin natürlich umgehend geändert und der vermeintliche Sieger disqualifiziert. Eine unschöne Premiere für die Rhader Organisatoren, doch es war der einzige Misston eines gelungenen Jahresabschlusses.

284 Teilnehmer bedeuteten das bislang zweitbeste Ergebnis. Nur bei der zehnten Auflage vor zwei Jahren liefen mit 303 Startern mehr mit.

Auch das Wetter spielte mit. Abgesehen von einigen Regentropfen blieb es so trocken, wie Lothar Danielowski es versprach: "Bis 17 Uhr, das haben wir so abgesprochen."

Mit seinen Ansagen und Interviews sorgte der Moderator für gewohnt lockere Stimmung. Als ihm ein Bambiniläufer in Schalke-Kluft versicherte, er wolle den Lauf gewinnen, meinte Danielowski: "Wenn man Schalker ist und Erster werden will, könnte das ein Problem sein." Tatsächlich verlor der Junge anschließend in der ersten Runde des Laufs einen Schuh und konnte danach trotz großer Aufholjagd nur noch Sieger der Herzen werden.

Seinen Spaß am sportlichen Jahresabschluss hatte aber auch der kleine Schalke-Fan und mit ihm die 283 anderen ehrlichen Teilnehmer. Sie waren wahre Sieger ? im Gegensatz zu dem einen Spaßverderber.

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