Amateurfußball

Knafla, Voss, O'Reilly & Co.: Die unbekannten Torjäger

Dortmund - Florian Gondrum, Maxi Podehl oder Mirza Basic sind seit Jahren Garanten für viele Treffer. Das Trio ist in Dortmund für seine Torjägerqualitäten bekannt. Wir stellen nun sechs heimische bisher weitgehend unbekannte Goalgetter vor, die gerade die Sterne vom Himmel schießen.

Alexander Voss (26), Hombrucher SVAls Last-Minute-Transfer war Alex Voss erst kurz vor Ende der Wechselperiode zum HSV gestoßen - dort hat er sich laut Trainer Markus Gerwien als ein absoluter Glücksgriff erwiesen. Nach einem studienbedingten Umzug ganz in die Nähe des Hombrucher Stadions hatte er sich im Sommer einfach mal an einem Trainingstag bei Gerwien vorgestellt und gleich auf Anhieb komplett überzeugt. Der in der lokalen Szene bis dahin unbekannte Mittelfeldspieler, der in Coesfeld-Lette begann und zuletzt bei der DJK Eintracht Coesfeld Landesliga-Erfahrung sammelte, wurde erst in Hombruch zum Stürmer umfunktioniert.

Nach seinem Doppelpack am Sonntag in Zweckel ist er mit zehn Saisontreffern sogar aktuell Dortmunds treffsicherster Landesliga-Torjäger. "Alex verfügt über ein hohes Spielverständnis, schaltet auch gedanklich schnell um und hat ein feines rechtes Füßchen", zählt Markus Gerwien die Qualitäten des Stürmers auf. Mit seinen 26 Jahren nimmt er eine Führungsposition im Team ein und ist ein Vorbild für die vielen jungen Spieler.

Theo Chatsiioannidis (27), Mengede 08/20Mit dem 27-jährigen Deutsch-Griechen hat sich der Fußball-Landesligist Mengede 08/20 im Sommer 2017 einen echten Torjäger geangelt. Bereits mit 19 Jahren sammelte er Erfahrung mit der TSG Sprockhövel in der NRW-Liga. Chatsiioannidis hätte weiterhin in der fünfthöchsten Spielklasse oder sogar höher auflaufen können, doch er entschied sich für den "bequemen Weg", wie es sein Trainer Tobias Vößing ausdrückt. Denn der Angreifer ging 2015 in die Kreisliga A, zum Wittener Klub TuS Stockum. Dort schoss er alles kurz und klein und traf in 28 Spielen 28-mal.

"Er hat vielleicht nicht das letzte Prozent herausgeholt, um höher spielen zu können", sagt Vößing. Der 27-Jährige profitiert vor allem von seinem extrem guten Antritt, "er lebt von seiner Schnelligkeit und seinem Einsatz", so Coach Tobias Vößing. Vor allem bei Kontern kann der Deutsch-Grieche diese optimal ausspielen. Vor dem gegnerischen Tor ist er sehr abgeklärt und bleibt ruhig. Acht Treffer in 15 Landesliga-Spielen belegen das.

Mateus Ajala Cardoniz (22), TuS BövinghausenBrasilianisches Flair in der Fußball-Kreisliga A1 - Mateus Ajala Cardoniz schießt für den TuS Bövinghausen alles kurz und klein. 31 Mal hat der in Brasilien geborene Stürmer schon getroffen. Und nicht nur deshalb ist er der Ausnahmespieler der Liga. "An 15 weiteren Treffern war er als Vorlagengeber beteiligt", sagt Trainer Sven Thormann. Seit drei Jahren lebt Mateus Ajala Cardoniz in Deutschland, hat zuerst sein Glück als Fußballer in Berlin gesucht, bevor er durch einen Berater Bövinghausen im Winter 2016 angeboten wurde. "Er ist ein Glücksfall für uns. Ich muss aber zugeben, dass er in dieser Liga unterfordert ist", sagt Thormann.

Der Coach kann nicht genau sagen, ob sein Goalgetter mehr Tore mit seinem rechten oder linken Fuß erzielt hat, oder vielleicht mit dem Kopf. Er sei einfach ein kompletter Stürmer. Laut Thormann wird der Brasilianer trotz zahlreicher Anfragen die Saison in Bövinghausen beenden, bevor er in eine Liga wechselt, in die er mit seinen Fähigkeiten gehört.

Florian Knafla (23), Mengede 08/20Der Stürmer ist ein echter Teamplayer. Er gibt auf dem Platz immer 100 Prozent, ist ein Vorbild in Sachen Einsatz und Zuverlässigkeit und geht immer voran. Daher ist Florian Knafla bereits mit 23 Jahren Kapitän des Fußball-Landesligisten Mengede 08/20. "Er ist sehr komplett und hat nur wenig technische Probleme", sagt sein Trainer Tobias Vößing. Ähnlich zu seinem Vorbild Zlatan Ibrahimovic von Manchester United. Die gute technische Ausbildung hat der Rechtsfuß bereits früh in seiner Fußballkarriere erfahren, denn Knafla ging bis zum 16. Lebensjahr für Arminia Bielefeld auf Torejagd.

Dann folgte der Wechsel zum SC Paderborn, wo er in der B- und A-Jugend in der Westfalenliga auflief. Über den Landesligisten SC Verl II kam er im Januar 2017 nach Mengede. Knafla geht als Angreifer weite Wege und könnte auch im Mittelfeld zum Einsatz kommen. Vor dem Tor ist er eiskalt, acht Saisontreffer in 15 Spielen hat der 23-Jährige bereits erzielt. "Viel mehr als diese acht Chancen hatte er auch nicht", so Coach Vößing.

Choukri El Bahat Bouzekry (21), FC RojChoukri El Bahat Bouzekry hat eine Gabe, die nur wenige Spieler besitzen. Die hängende Spitze des Fußball-Bezirksligisten FC Roj ist mit dem Ball am Fuß schneller als ohne. Der 13-fache Saisontorschütze sucht immer den direkten Zug zum Tor, will den schnellen Abschluss und freut sich über jeden Freistoß in der Nähe des 16-Meter-Raums. "Wir versuchen viele Freistöße zu ziehen, denn Choukris Freistöße sind wie Elfmeter für uns", sagt Roj-Trainer Yunus Kop.

Der Coach lässt dem 21-Jährigen alle Freiheiten, von der Defensivarbeit ist er entbunden. "Dafür ist er nach vorne unser Dreh- und Angelpunkt", sagt Kop. 15 Jahre hat El Bahat Bouzekry in Spanien gelebt. In Deutschland spielte er zwei Jahre lang für die A-Junioren des TuS Eving in der Landesliga. In seinem ersten Seniorenjahr wechselte er zum BSV Schüren, gehörte zu Beginn zur Stammelf, bevor ihn zwei Verletzungen zurückwarfen. Über die SG Phönix Eving wechselte er dann zu Roj. "Bezirksliga ist aber nicht mein Ziel. Ich will in die Oberliga ", sagt El Bahat Bouzekry.

Conor O'Reilly (22), DJK TuS KörneA-Kreisligist TuS Körne ist die zweite Dortmunder Station für den in der Jugend des SC Paderborn 07 ausgebildeten Stürmers, der aufgrund eines Studiums in die Westfalenmetropole gezogen war. Nachdem der in Deutschland aufgewachsene Waliser in der letzten Saison bei Landesligist Hombrucher SV über die Rolle eines Ergänzungsspielers nicht hinausgekommen war, eher selten spielte und dabei fünfmal einnetzte, startete Conor O'Reilly in Körne voll durch, erzielte 21 von bislang 34 Toren - wobei er urlaubsbedingt vier Partien noch verpasste.

Dabei hat Trainer Dominik Grobe das Offensivspiel gar nicht explizit auf den trotz seiner Körpergröße von gut 1,90 Meter sehr beweglichen Mittelstürmer ausgerichtet: "Er wird von den Außen allerdings auch sehr gut bedient und weiß, wo das Tor steht und wo der Ball hingehört - ein absoluter Killer eben." Und ein echter Teamplayer, der sich nie in den Vordergrund drängt und dem vor allem der gemeinsame Erfolg wichtig ist.

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