Amateurfußball

Wegen 400 Spielabsagen: Darum gibt es für 2019/20 neue Regeln im Amateurfußball

Der Westdeutsche Fußball-Verband hat für die Saison 2019/20 zwei neue Regeln in seine Spielordnung eingeführt. Der Grund ist ein Missbrauch der bisherigen Regeln und die Nachwuchsförderung.

Amateurfußballvereine in Nordrhein-Westfalen von der Regional- bis in die Kreisliga, die in der Schlussphase einer Saison nicht mehr zu ihren Pflichtspielen antreten, werden künftig mit Punktabzug bestraft. Das hat der Beirat des Westdeutschen Fußball-Verband (WDFV) auf Empfehlung des Fußballausschusses des WDFV final beschlossen. "Wir haben im vergangenen Jahr gesehen, dass viele Spiele ausgefallen sind", sagte Manfred Schnieders, Vorsitzender des Fußball-Ausschusses, "und zwar einfach nur, weil eines der Teams keinen Bock mehr hatte."

400 Spiele in NRW abgesagt

An die 400 Spiele seien alleine in Nordrhein-Westfalen gezählt worden, die nach dem 1. Mai nicht mehr ausgetragen wurden. Deshalb gilt ab dem 1. Juli: Wer in der kommenden Saison nach dem 1. Mai 2020 nicht antritt, kassiert nicht nur wie bisher eine Geldstrafe in Höhe von 100 Euro, sondern auch einen Punktabzug für die darauffolgende Saison: "Diese Regelung haben wir aus Berlin übernommen, wo sie bereits seit längerem durchgeführt wird und funktioniert", sagt Schnieders. Die Höchststrafe ist zunächst neun Punkte pro Saison beschränkt. Für NRW wolle man das Modell nun ausprobieren und anschließend bewerten.

Warum der 1. Mai als Stichtag verwendet wurde, erklärt Schnieder so: "Wir haben das tatsächlich lange diskutiert, aber wenn man die gesamte Saison betrachtet, waren es vorher wirklich einzelne Ausnahmen. Erst nach dem 1. Mai, wenn die Mannschaftsfahrten beginnen, nahmen die Absagen zu." Einige Teams seien sogar so dreist gewesen, dass sie in Sozialen Netzwerken mit ihren früheren und natürlich günstigeren Fahrten geprahlt hätten: "Das kann es nicht sein", sagt Schnieders.

Vier Auswechselspieler für den Nachwuchs

Eine zweite Änderung der Spielordnung soll vor allem den Nachwuchs fördern und enttäuschte Spieler besänftigen: Statt wie bisher drei Auswechslungen sind nun von der Regionalliga abwärts bis in die Kreisligen vier Auswechslungen möglich: "Auch hier haben wir viel mit den Kreisen diskutiert und uns letztendlich für vier entschieden", sagt Schnieders. Fünf Auswechslungen wären nach einer Regelanpassung durch den DFB denkbar gewesen.

Hier gehe es vor allem darum, Spielern mit wenig Einsatzzeiten "bei der Stange zu halten", sagt Schnieders, "wenn die drei, vier Mal nicht spielen, hören heutzutage viele auf." Zudem sei es eine weitere Möglichkeit für die Vereine, Nachwuchsspieler einzubinden.

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