Basketball: Oberliga

Unter der Dusche dreht sich das Ergebnis für den ASC

Dortmund - Die Basketballerinnen des ASC 09 Dortmund gingen am Samstag gegen die Citybaskets Recklinghausen 2 als Verlierer vom Feld. Das glaubten sie zumindest. Jetzt ist Staffelleiter Michael Bolg gefragt, der nach der Stellungsnahme der beiden Vereine und der Schiedsrichter die Entscheidung über den Spielausgang fällen muss.

Enttäuscht waren die Basketball-Oberliga-Spielerinnen des ASC 09 Dortmund am Samstagabend. Extrem enttäuscht. Sie saßen nach Spielschluss in der Kabine und ärgerten sich über die knappe 72:73-Niederlage gegen den Tabellenführer Citybaskets Recklinghausen II.

Schiedsrichter als Stimmungsaufheller

Doch dann kamen in Form der Schiedsrichter die Stimmungsaufheller. Die Referees hatten nach Spielschluss entdeckt, dass Recklinghausen zwei Punkte zu viel zugesprochen bekam. Neuer Endstand: 72:71 für den ASC.

"Wir waren natürlich alle überrascht. Ich habe so etwas in meiner langen Karriere noch nicht erlebt", gibt die 48-jährige ASC-Trainerin Gabi Mrohs-Czerkawski zu. Alle Beteiligten machten den Fehler zu Ungunsten der Recklinghäuser Basketballerinnen schnell aus. "Es ging auf dem Spielberichtsbogen von 59 sogleich mit 63 Punkten weiter", erklärt der Citybaskets-Coach Karsten Gasper.

Niemandem fällt der Fehler auf

Das Kuriose: Auf der Anzeigetafel blinkte auch die 63. Niemandem der rund 50 Zuschauer in der Halle fiel der Fehler auf. Keiner der Verantwortlichen intervenierte in diesem Moment bei den Schiedsrichtern. "Eigentlich gibt es immer jemanden, der sieht, dass ein Team zu viele Punkte zugesprochen bekommt", erklärt Mrohs-Czerkawski.

Die Citybaskets geben sich mit diesem Ergebnis natürlich nicht zufrieden. Denn durch den nicht verschuldeten Fehler hatte sich der komplette Spielverlauf verändert. Das gibt auch die ASC-Trainerin zu. So hatte Recklinghausen drei Sekunden vor der Schlusssirene beim Stand von 73:72 zwei Freiwürfe. Der erste ging daneben. Den zweiten verwarfen sie absichtlich, damit die Zeit herunterlief und der ASC keine Chance mehr bekam, einen kontrollierten Wurf zu platzieren.

Sofortiger Protest

"Wir haben sofort Protest eingelegt", sagt Gasper. Nach den Stellungnahmen beider Vereine und der Schiedsrichter wird der Staffelleiter Michael Bolg eine Entscheidung fällen. "Es ist alles möglich", glaubt der Recklinghäuser Trainer, der gegen ein Wiederholungsspiel nichts einzuwenden hätte.

Staffelleiter Michael Blog sagte am Montag, dass er zum laufenden Verfahren keine Auskünfte geben könne. "Die Protestschrift ist bei mir auch noch nicht eingegangen."

Regelauslegung unbefriedigend

Jochen Böhmcker, Referent für den Spielbetrieb beim Deutschen Basketballbund erklärt die Regelauslegung: "Wenn den Schiedsrichtern der Fehler aufgefallen ist, bevor sie den Spielberichtsbogen unterschrieben haben, dann war die Ergebnisänderung rechtens", sagt Böhmcker. Er sieht ein, dass diese Regelauslegung für die Recklinghäuser natürlich unbefriedigend sei, weil sie die Partie im abschließenden Viertel anders angegangen wären. Die Chance auf ein Wiederholungsspiel ist also gering.

Sollte es beim 71:72 bleiben, hätte es für die Recklinghäuser keine Auswirkungen. "Wir sind immer noch Tabellenführer", sagt Gasper, wenngleich ihn etwas anderes ärgert: "Wir hatten uns vorgenommen, ohne Niederlage in die Rückrunde zu starten." Der ASC dagegen profitiert von dem Sieg, liegt jetzt nur noch zwei Siege hinter dem Spitzenreiter.

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