Berghofen beantragt Lizenz für 2. Bundesliga

Fußballfrauen des SVB unverhofft im Aufstiegskampf

Dortmund - Das Ziel lautete völlig nachvollziehbarerweise Klassenerhalt. Doch spätestens nach dem souveränen 5:0-Erfolg gegen den ehemaligen Tabellenzweiten Borussia Mönchengladbach II vor zwei Wochen müssen sich die im Sommer gerade erst aufgestiegenen Frauen des SV Berghofen die Frage gefallen lassen, ob es nicht doch ein bisschen mehr sein darf. Der SV Berghofen steht als Aufsteiger in die Regionalliga West unverhofft im Aufstiegskampf für die zweite Liga. Wie realistisch ist das Szenario?

Die Fakten sind zumindest eindeutig: Acht Spieltage vor Schluss hat der SVB 16 Punkte Vorsprung auf die Abstiegszone, aber als Zweiter nur zwei Punkte Rückstand auf den Tabellenführer SGS Essen II, der am Sonntag in Berghofen zu Gast ist. "Wir sind im Flow", sagt Torhüterin Juliane Bauch. Und: "Ich will zu Hause gewinnen."

Rückrunden-Tabelle ohne Punktverlust

Die 24-Jährige stand beim 0:3 im Hinspiel wie in jedem der achtzehn Saisonspiele als einzige Berghoferin von der ersten bis zur letzten Minute auf dem Platz, hat ihre Stärken im Eins-gegen-Eins und spielt selbst gerne mit. Die Mannschaft habe die schnellere, anspruchsvollere Spielweise in der Fußball-Regionalliga nach anfänglichen Problemen angenommen, die Rückrunden-Tabelle führt sie ohne Punktverlust an. Auch deshalb sagt Bauch: "Ich will Revanche gegen Essen."

Sollte sie gelingen, wäre der Aufsteiger plötzlich und sensationell Tabellenführer - und damit natürlich auch ein Kandidat für die Aufstiegsrelegation für die neue eingleisige 2. Bundesliga ab der Saison 2018/19. Dafür qualifizieren sich die fünf Regionalliga-Meister, ein Regionalliga-Zweiter aus einer anderen Staffel und die Siebtplatzierten der 2. Liga. Wie realistisch ist es, dass der SVB in der kommenden Saison nach München, Hoffenheim und Potsdam fährt, statt nach Essen, Uevenkoven oder Warendorf?

"Die Unterlagen sind beim DFB"

"Die Unterlagen sind beim DFB", sagt der Sportliche Leiter der Berghofer Stephan Gebling. Nach dem Sieg gegen Mönchengladbach hätte sich die Vereinsführung erstmals zusammengesetzt und dann entschlossen, "dass es fahrlässig wäre, wenn wir es nicht machen würden", so Gebling. Eine finanzielle Frage sei es definitiv nicht, "wir würden wohl Auflagen im technischen Bereich bekommen."

Heißt: Die Anlage in Berghofen ist noch nicht zweitligareif. Es gibt zu wenig Parkplätze. Sicherheitsbedingungen müssten erfüllt sein. Zudem fehlt ein Ausweichplatz. "Unser Plan ist eigentlich das Jahr 2020", sagt Grebling. Da werden aus fünf Regionalligen drei, die Ligen West und Südwest werden zu einer: "Um dafür bereit zu sein, wollen wir in den nächsten zwei Jahren die Strukturen verbessern. Nicht nur, was den Frauenfußball in Berghofen angeht, sondern insgesamt in Dortmund." Grebling weiß natürlich, dass ein verfrühter Zweitliga-Aufstieg ein Risiko wäre. "Das stimmt, aber die Mannschaft hätte es sich verdient."

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Meistgelesen

Weit über 500 Kinder mit ihren Eltern feiern auf dem Marktplatz Laternenfest 
Weit über 500 Kinder mit ihren Eltern feiern auf dem Marktplatz Laternenfest 
Wieder Ärger mit dem Spinner: Betroffene Anwohner in Datteln ergreifen nun die Initiative
Wieder Ärger mit dem Spinner: Betroffene Anwohner in Datteln ergreifen nun die Initiative
Erdwall an der Autobahn aufgeschüttet - ist das der ersehnte Lärmschutz?
Erdwall an der Autobahn aufgeschüttet - ist das der ersehnte Lärmschutz?
Marler Stern: Parkhaus und Rolltreppe eröffnet - Fakt AG nennt neue Mieter
Marler Stern: Parkhaus und Rolltreppe eröffnet - Fakt AG nennt neue Mieter
Hertener vor Gericht: Hat der 33-Jährige 23 Syrer nach Deutschland geschleust?
Hertener vor Gericht: Hat der 33-Jährige 23 Syrer nach Deutschland geschleust?

Kommentare