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BVB in Schockstarre: Niederlage beim VfL wirft Mentalitätsfrage bei Borussia Dortmund auf

Borussia Dortmund kehrt mit einer 24:32-Niederlage aus Oldenburg zurück. Selbst das Minimalziel Platz fünf ist nur noch theoretisch zu erreichen. Die Leistung des BVB gibt Anlass zur Sorge.

Gino Smits brauchte am späten Samstagabend erst mal ein wenig frische Luft. Drei Stunden Busfahrt über die Autobahn 1 lagen hinter ihm, im Gepäck eine deftige 24:32 (12:15)-Pleite beim VfL Oldenburg - der Trainer des Handball-Bundesligisten Borussia Dortmund hatte auf seinem etwa 30-minütigen Fußweg aus Wellinghofen zur heimischen Wohnung so einiges aufzuarbeiten.

"Wenn man so ein wichtiges Spiel hat, dann muss man einfach einhundert Prozent bringen", sagte Smits am Sonntag, nachdem er bereits eine Nacht über das Spiel geschlafen hatte. "Das ist uns am Samstag nicht gelungen. Wir haben es nicht hinbekommen, als gesamte Mannschaft unsere kämpferische Leistung abzurufen." Und dann sagte der Trainer noch einen Satz, der durchaus aufhorchen lässt: "Wir hatten einfach keine homogene Mannschaft."

Der BVB nimmt sich ausgerechnet im Endspurt seine vielleicht größte Auszeit in dieser Spielzeit. Statt des vor der Saison ausgegebenen vierten Tabellenplatzes und der erneuten Qualifikation für das internationale Geschäft droht den Schwarzgelben nun sogar ein enttäuschender siebter Rang. Nach 25 Spieltagen steht die Borussia bei einer ausgeglichenen Bilanz von 25:25 Punkten. Zu wenig für die Ansprüche des Vereins.

"Am Ende haben wir uns aufgegeben"

"Ich war ein Stück weit erschrocken ob der schlechten Leistung", sagte Andreas Bartels, stellvertretender Abteilungsvorstand über die Niederlage bei den Niedersachsen, die ihrerseits selbst eine enttäuschende Saison spielen. "Es war wenig Willen erkennbar, am Ende haben wir uns aufgegeben", erklärte Bartels, der bei seiner Kritik die Torhüterinnen sowie die jungen Spielerinnen ausnahm, weiter.

Dana Bleckmann, die am Ende sieben Treffer erzielte, war es auch, die den BVB mit ihrem Tor zum 15:17 letztmals richtig in Schlagdistanz brachte. Gespielt waren da wohlgemerkt "erst" 37 Minuten. Genug Zeit also noch, das Spiel in die aus Dortmunder Sicht richtigen Bahnen zu lenken. Doch die von Borussen-Seite erhoffte Reaktion blieb aus. Über 21:18 und 24:19 bauten die Gastgeberinnen stattdessen ihren Vorsprung kontinuierlich aus.

BVB läuft fast nur noch hinterher

"Wir sind dann nur noch hintergelaufen", sagte Smits. "Am Ende war es gerade in der zweiten Halbzeit einfach zu wenig von uns." Weder im Innenblock noch allgemein in der Deckung fanden die Dortmunderinnen vor 1462 Zuschauern in der Oldenburger EWE Arena zur Normalform, und nach 60 enttäuschenden Minuten stand schließlich eine Niederlage mit acht Toren.

"Wir mussten dieses Spiel unbedingt gewinnen", sagte Bartels. "Das ist uns nicht gelungen. Mannschaft und Trainerstab haben es offenbar nicht geschafft, mit dem Druck umzugehen." Woran das liegt? Nach dem letzten Spieltag werde der Klub "die Saison mit einer gewissen Selbstreflexion aufarbeiten".

3:11 Punkte aus den vergangenen sieben Spielen

Dass Borussia Dortmund trotz des Negativlaufs von 3:11 Punkten aus den vergangenen sieben Partien noch immer Chancen auf Platz fünf hat, ist vielleicht ein bisschen die Ironie an dieser Geschichte. Weil sich Bayer Leverkusen und die HSG Blomberg-Lippe am Sonntag unentschieden trennten (24:24), beträgt der Rückstand auf beide Teams lediglich ein Zähler.

Gewinnt der BVB sein abschließendes Heimspiel gegen SV Union Halle-Neustadt, müssen die Schwarzgelben noch auf Ausrutscher von Leverkusen (gegen Neckarsulm) und Blomberg-Lippe (gegen Metzingen) hoffen. Wobei das nach dieser Saison dann vielleicht doch etwas viel des Guten wäre.

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