BVB-Handballfrauen

Neue Konkurrenz im Tor bei Borussia Dortmunds Handballerinnen

Die Bundesliga-Handballerinnen BVB müssen sich auf der Torwartposition wohl keine Sorgen machen. Nach Clara Wolterings Verletzung zeigt Yara ten Holte im Derby eine starke Leistung.

Die unliebsame Kontaktaufnahme mit dem Torpfosten in der Obermann-Arena in Leverkusen, sie hatte so ihre Spuren hinterlassen bei Clara Woltering. Eine dicke Beule zierte am Montag ihr Haupt, auch die Schulter schmerzte nach wie vor. Aber immerhin "habe ich keinen Brummschädel mehr", sagte die Torhüterin des Handball-Bundesligisten Borussia Dortmund und schnell war klar: Woltering hatte auch ihren Humor trotz der Derby-Niederlage (21:23) und ihrer Verletzung längst wiedergefunden. "Mein westfälischer Dickschädel", sagte die 35 Jahre alte Münsterländerin, lasse sich eben "nicht so schnell umhauen".

Woltering bietet starke Vorstellung

39 Minuten hatte Woltering am Sonntag im Westderby bei Bayer Leverkusen eine starke Vorstellung geboten und ihre Mannschaft reihenweise mit Paraden im Spiel gehalten. Dann aber passierte es. Beim Stand von 12:14 verlor der BVB im Spiel mit sieben Feldspielerinnen den Ball im Angriff, Leverkusens Keeperin Nele Kurzke reagierte blitzschnell und warf ihn über das gesamte Feld auf das Tor der Schwarzgelben. Woltering eilte von der Bank aus zurück in ihr Tor, bekam ihre Fingerspitzen tatsächlich noch an den Ball, lenkte ihn neben das Tor - und prallte mit voller Wucht gegen den linken Pfosten.

An ein Weitermachen war nicht mehr zu denken, mit einem Kopfverband hockte die Torhüterin für den Rest der Partie auf der Bank. Und so war es an einer jungen Niederländerin, den BVB weiter im Spiel zu halten.

Debüt für ten Holte

Yara ten Holte, gerade mal 18 Jahre alt und erst seit diesem Sommer beim BVB, feierte ihr Pflichtspieldebüt für die Schwarzgelben. "Clara hat ein sehr gutes Spiel gemacht. Dass sie dann so gegen den Pfosten prallt, ist natürlich schlimm", sagte sie. Druck, in dieser wichtigen Phase der Partie ins Spiel zu kommen, verspürte die Niederländerin freilich nicht. "Natürlich bin ich zur Stelle. Und ich denke, ich habe der Mannschaft auch ein bisschen helfen können, selbst wenn wir am Ende leider trotzdem verloren haben", sagte ten Holte, was angenehm bescheiden klingt für eine Torhüterin, die in den verbleibenden 20 Minuten mit mehreren Großtaten Leverkusens Offensive fast zur Verzweiflung trieb.

"Das hat schon Spaß gemacht und war überragend", sagte BVB-Abteilungsvorstand Andreas Heiermann über die Leistung der 18-Jährigen und fügte, etwas euphorischer als ten Holte selbst, noch an, dass sie "mal eine richtig Große werden" kann.

Debüt mit 14 Jahren

Nun ist ten Holte kein gänzlich unbeschriebenes Blatt. Mit 14 Jahren debütierte sie in der niederländischen Liga, in den vergangenen zwei Jahren wurde sie in ihrer Heimat jeweils zur besten Torhüterin der Saison gewählt. Der Schritt aus dem niederländischen Leistungszentrum Morrenhof Jansen/Dalfsen nach Dortmund war ihrer Meinung nach ein logischer. Durch die Konkurrenz mit Woltering, aber auch durch Rinka Duijndam und der damit verbundenen hohen Qualität im Training, erhofft sie sich die nächste Stufe ihrer Entwicklung.

"Wir versuchen alle, im Training Leistung zu bringen und uns zu verbessern", erklärte ten Holte. Das Verhältnis untereinander sei dabei "sehr gut", was auch Duijndam, die gegen Göppingen debütierte, bestätigt. "Wir verstehen uns alle gut, und im Training wollen wir einander weiterhelfen." Zudem sei Clara Woltering ein Grund gewesen, warum die 21-Jährige vor der Saison aus Bad Wildungen zum BVB gewechselt ist. "Ich kann viel von ihr lernen, sie ist eine der besten Torhüterinnen der Welt."

Der Anfang ist gemacht

Sowohl Yara ten Holte als auch Rinka Duijndam "machen es wirklich sehr gut", sagte Woltering, die, ähnlich wie Andreas Heiermann, erwartet, "dass wir von beiden noch einiges hören werden in der Zukunft". Trainer Norman Rentsch hatte jedenfalls schon vor der Saison betont, dass es "auch Clara sehr guttut, dass zwei junge, hungrige Spielerinnen dazugekommen" sind, die sich "zeigen und sagen: Hey, wir sind auch da. Du musst da vorne schon deine Leistung zeigen, sonst sind wir zur Stelle." Den Anfang haben ten Holte und Duijndam schon mal gemacht.

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