Deutscher Handballbund

Steht der Deutsche Handballbund vor dem Absprung aus Dortmund?

Nach dem Vorbild des "Hauses des Handballs" in Frankreich plant der DHB den Bau einer neuen Zentrale. Damit verbunden sein könnte auch ein Abschied aus der langjährigen Heimat Dortmund.

Der Deutsche Handballbund (DHB) steht womöglich vor einem Abschied aus seiner langjährigen Heimat Dortmund. Wie der Vorstandsvorsitzender Mark Schober am Mittwoch gegenüber dieser Zeitung erklärte, beschäftige sich der DHB mit den Planungen zum Bau einer neuen Zentrale. "Das ist so. Wir denken dabei an ein großes Zuhause für den deutschen Handball, in dem alles untergebracht ist - Trainingshallen mit Videosystem, Geschäftsstelle, Akademie und vielleicht einem Hotel." Bereits am Dienstag hatte DHB-Präsident Andreas Michelmann der Funke-Mediengruppe entsprechenden Ideen bestätigt.

Zurzeit befindet sich die Geschäftsstelle des Verbandes an der Strobelallee in Dortmund. Ob die Ruhrgebietsstadt den 750.000 Mitglieder starken Verband auch in Zukunft beheimaten wird, steht noch nicht fest. "Wir befinden uns mit den Planungen ganz am Anfang", sagte Schober. "Standort, Zeitpunkt, das alles ist völlig offen." Michelmann brachte als neue Heimat schon einmal "Berlin, Frankfurt oder eine Stadt an Rhein und Ruhr" ins Spiel. Natürlich sei dabei auch Dortmund eine Möglichkeit, so Schober.

Der DHB hat sich bei seinen Überlegungen das Nachbarland Frankreich als Vorbild genommen. Dort hat der Verband vor Kurzem in Gentilly nahe Paris das "Maison du Handball" ("Haus des Handballs") eröffnet. Ein 40-Millionen-Euro Projekt mit Geschäftsstelle, Akademie, einer Hightech-Sporthalle, die über insgesamt 45 Kameras verfügt, und einem Schulungs-Zentrum für Trainer. Dazu kommen ein Museum und ein Hotel. Eine Delegation des DHB war im Dezember während der Frauen-Europameisterschaft vor Ort, um sich selbst ein Bild zu machen. "Das war schon sehr beeindruckend", sagte Schober.

DHB will Professionalisierung vorantreiben

Entstanden sei die Idee bereits vor etwa einem Jahr. Damals habe es einen Austausch mit dem Präsidenten des französischen Handballverbandes und dem DHB gegeben. Es gehe darum, den deutschen Handball weiter zu professionalisieren, erklärte der Verbandschef. Dies gehöre zu den Leitlinien, denen sich der DHB unter dem Titel "Perspektive 2020+" unter anderem mit den Aufgabenfeldern "Sportlicher Erfolg, Mitgliederentwicklung, Professionalisierung und wirtschaftlicher Erfolg" verschrieben hat.

"Wir wollen den Nachwuchs- sowie den A-Nationalmannschaften ein gemeinsames Zuhause geben, die trainingswissenschaftlichen Methoden verbessern und vor allem auch die Trainer-Ausbildung neu strukturieren", sagte Schober. Ein großes Projekt, wie der DHB-Vorsitzende respektvoll erklärt. "Wie gesagt: Wir stehen dabei noch ganz am Anfang." In diesem Jahr gehe es erst einmal darum, die Idee zu konkretisieren. Die Frage nach dem Standort dürfte also noch etwas auf sich warten lassen.

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