Dortmunder Rugbyteam

7:90 verloren - aber gefeiert wie nach einem Sieg

Das Endergebnis spricht eine klare Sprache. Mit 7:90 wurden die Dortmunder Rugby Ruckoons am Wochenende von Tabellenführer Köln nach Hause geschickt. Die Freude war trotzdem groß.

Sie haben 10.000 Euro per Crowdfunding gesammelt, um 15er-Rugby spielen zu können. Drei Spieltage hat es gedauert, bis es das erste kleine Erfolgserlebnis gab. Wir haben mit Teamchefin Jana Böttcher darüber gesprochen.

Sie haben am Wochenende haushoch mit 7:90 gegen den Tabellenführer Köln verloren, sich aber nach dem Spiel trotzdem sehr gefreut - warum?

Weil wir am dritten Spieltag die ersten Punkte in der Bundesliga gemacht haben. Darüber haben wir uns gefreut, als wäre es ein Sieg gewesen. Gerade beim aktuellen Tabellenführer hätten wir damit nicht gerechnet. Wir haben es richtig gefeiert.

Es sind historisch die ersten Dortmunder Punkte im Frauen-15er-Rugby. Wer steht nun in den Geschichtsbüchern?

Den Versuch hat Kristina Reinbold aus Bielefeld gelegt, sie ist in den Passweg des Gegners gesprintet und hat den Ball abgefangen. So hatte er keine Chance mehr zu reagieren. Die Erhöhung hat Annika Bergemann aus Dortmund erzielt.

Für Leute, die nicht Rugby spielen: Was heißt: "Versuch abgelegt"?

So machen wir Punkte, wir müssen versuchen, den Ball ins Malfeld zu tragen und kontrolliert abzulegen. Der darf also nicht reingeschmissen werden. Dafür gibt es fünf Punkte. Für den Kick durch die Stangen gibt es zwei Extrapunkte.

Die Punkte waren aber kein großzügiges Geschenk des Tabellenführers, oder?

Nein, überhaupt nicht, das war Mitte der Partie beim Stand von 0:27. Die Kölnerinnen mussten wirklich kämpfen und haben uns nach dem Spiel auch dafür gelobt.

Drei Pflichtspiele, drei hohe Niederlagen. Haben Sie erwartet, dass es so schwer wird?

Ja, total. Das erste Spiel gegen Heidelberg war noch besser als erwartet, da haben wir unter 50 verloren, im zweiten Spiel (0:59 gegen St. Pauli, Anm. d. Red.) hatten wir uns etwas mehr erhofft. Aber es war uns schon klar, was da auf uns zukommt. Umso mehr haben wir uns über die Punkte gegen Köln gefreut.

Warum ist die Umstellung so groß von 7er-Rugby auf 15er-Rugby?

Es ist einfach ein ganz anderes Spielsystem. Die Leute, gegen die wir da antreten, die spielen seit Jahren 15er, sind eingespielt. Und wir probieren gerade noch viel aus. Unser Kader ist sehr groß, wir müssen uns finden. Aber man sieht in jedem Spiel, dass wir uns verbessern.

Also sind Sie alle noch mit vollem Elan bei der Sache?

Ja, noch mehr als vorher. Es sind sogar ein paar Spielerinnen dabei, mit denen ich gar nicht gerechnet hatte. Langfristig ist unser Ziel deshalb auch, ein zweites 15er-Team zu stellen. Wir wollen ja nicht immer eine Spielgemeinschaft mit Aachen bleiben.

Wann gibt?s den ersten Sieg?

Wenn ich das vorher sage, wird es vermutlich nicht passieren (lacht). Wir wollen mithalten können und Spaß haben. Das spannendste Spiel wird aber vermutlich das nächste Heimspiel am 17. November gegen die SG Rhein-Main. Die stehen in der Tabelle noch hinter uns.

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