EHF-Pokal

Die BVB-Handballerinnen feiern nach 14 Jahren eine große Europapokal-Party

Feiertag in Hamm. Der BVB ist durch ein 24:20 (13:10) gegen den HC Zalau in die dritte Runde des EHF-Pokals eingezogen. Großen Anteil am verdienten Erfolg hatten zwei Routinierinnen.

Die Zuschauer hielt es am Sonntagabend zwei Minuten vor der Schlusssirene nicht mehr auf ihren Sitzen der Westpress-Arena in Hamm. Die 1350 Besucher standen, klatschten und feierten die Spielerinnen des BVB enthusiastisch. Die Isländerin Hildigunnur Einarsdottir hatte ein paar Sekunden zuvor die 24:19-Führung herausgeworfen. Längst stand fest, dass der BVB nach dem 25:25 im Hinspiel in die dritte Runde des EHF-Pokals einziehen würde. Der rumänische Vertreter HC Zalau traf noch zum 24:20-Endstand, doch da lief die schwarzgelbe Party schon längst.

Erfüllte Fotowünsche

Auch 20 Minuten nach Spielschluss standen die Borussinnen in der Halle, gaben Autogramme oder erfüllten Fotowünsche. Die größte Traube stand um Torhüterin Clara Woltering. Sie war mit ihren unzähligen Paraden die Matchwinnerin. Es waren mehr als 20 in den 60 Minuten Spielzeit. 51 Prozent gehaltene Würfe rechneten die Statistiker hinterher aus. Mehr als jeden zweiten Ball hielt sie. Die vielen Fans skandierten deshalb ihren Namen schon während der Partie.

Die erschöpfte 35-Jährige trug nach Spielende dann noch Virag Vaszari durch die Halle. Die hatte sich in der 52. Minute am linken Knie verletzt, hing stark bandagiert auf Wolterings Rücken. Eine erste Diagnose gab es am Abend noch nicht.

"Das hat heute natürlich richtig Spaß gemacht hier. Die vielen Zuschauer, die Stimmung und die Leistung", sagte Woltering. Sie war der starke Rückhalt hinter einer bärenstarken Abwehr. Die BVB-Spielerinnen fassten von Beginn an zu, stellten sich jedem Duell und zeigten den Rumäninnen, dass sie für jede einzelne Chance hart arbeiten müssen. Der BVB ließ nicht eine Gästeführung zu. Nur zweimal glich Zalau aus, zum 5:5 und 7:7. Ansonsten lag immer das Heimteam vorne.

"Wir durften uns aber nie ausruhen, weil Zalau nie aufgegeben und immer wieder den Anschluss hergestellt hat", sagte Woltering. So wurde es sechs Minuten vor dem Ende noch einmal spannend. Der BVB lag schon 21:16 vorne, Zalau gelangen dann aber drei Tore in Serie zum 19:21. Plötzlich fehlten die Ideen im Angriff, die Kraft ließ etwas nach. Aber nicht bei Woltering, die hielt einen Siebenmeter von Andrada Berbece, zwei weitere Bälle aus dem Spiel heraus. So brachten Harma van Kreij und Einarsdottir mit ihren zwei Treffern wieder alles in die richtigen Bahnen.

Huber mit sieben Toren

Während die eine Routinierin des Teams im Tor glänzte, zeigte eine andere in der Offensive ihre ganze Klasse. Svenja Huber kam am Ende auf sieben Tore, vier davon erzielte die 32-Jährige von der Siebenmeter-Linie. "Im Hinspiel habe ich Svenja kaum spielen lassen, da habe ich Schach gespielt und wollte den Gegner überraschen. Heute wusste ich, dass Svenja mit ihrer Erfahrung eine wichtige Rolle spielen würde", sagte BVB-Coach Gino Smits. Er nahm dann die Glückwünsche des Vereinspräsidenten Dr. Reinhard Rauball entgegen, die von Abteilungsleiter Andreas Heiermann und von dessen Stellvertreter Andreas Bartels.

Es sieht aktuell alles danach aus, dass da etwas Großes beim BVB heranwächst, eine Top-Mannschaft, mit einem Trainer, der die Lockerheit nach dem schwachen Bundesliga-Start mit 1:5 Punkten zurückgebracht hat. Das war vor, während und nach der Partie deutlich zu spüren. Dieses Team will etwas bewegen. Und das hat es gestern schon. Nach 14-jähriger Abstinenz hat der Klub im Europapokal wieder groß aufgetrumpft und viele lachende Gesichter in Hamm hinterlassen.

Die dritte Runde findet am 10. und 17. November statt. Der Gegner wird noch ausgelost. Aber eins steht mit hoher Wahrscheinlichkeit fest. Dann spielt der BVB nicht in Hamm - die Halle ist zu dieser Zeit ausgebucht.

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