Fußball-Landesliga

Kemminghausen steckt tief im Abstiegsschlamassel

Der SSV Mühlhausen-Uelzen hat den VfL Kemminghausen noch tiefer in den Abstiegsschlamassel gezogen. Die Mannschaft von Reza Hassani und Kevin Großkreutz schlägt sich beim 1:2 praktisch selbst.

Das gute Wetter am Sonntag wollte so überhaupt nicht zur Laune von Reza Hassani passen. Während hoch oben am Himmel die Sonne strahlte, zog der Trainer des VfL Kemminghausen ein Gesicht wie sieben Tage Regenwetter. Die 1:2 (1:2)-Niederlage gegen den SSV Mühlhausen-Uelzen hatte ihm spürbar zugesetzt. "Immer dann, wenn wir einen Big Point machen können, verlieren wir die Nerven", sagte Hassani.

Statt sechs Punkte Vorsprung nun Gleichstand

Statt im Kampf um den Klassenerhalt sechs Punkte zwischen sich und Mühlhausen zu legen, sind beide Fußball-Landesligisten mit 28 Zählern nun punktgleich in der Tabelle. Lediglich das bessere Torverhältnis lässt den VfL noch einen Platz vor der Abstiegszone rangieren.

Es brauchte eine gute Viertelstunde, da durfte man sich ein erstes Bild davon machen, warum dieser Sonntag am Ende ein gebrauchter werden sollte für die Kemminghauser. Mahir Boran Cenan spielte den Ball relativ unbedrängt zurück auf Marvin Kröger. Der VfL-Keeper nahm den holprigen Ball fast auf der Torauslinie mit dem rechten Fuß an, um ihn anschließend mit dem linken zurück auf seinen Innenverteidiger zu spielen. Doch Kröger traf nur den heraneilenden Jan Pfeffer, von dessen Bein der Ball aus fast unmöglichem Winkel zum 0:1 ins Tor prallte.

Wieder eine Ecke, wieder ein Tor

"Die Tore heute waren bezeichnend", sagte Hassani, dem auch der zweite Gegentreffer in der 20. Minute besonders negativ aufstieß. Torben Gretzinger hatte - eine Minute nach dem zwischenzeitlichen Ausgleich durch Centurion Emokpaire (19.) - den SSV nach einem Eckball wieder mit 2:1 in Führung gebracht. "Sie haben die Ecke schon vorher dreimal in genau der gleichen Variante gespielt", ärgerte sich der VfL-Trainer. "Und dann passen wir trotzdem nicht auf."

Die Gastgeber suchten fortan ihr Heil in der Offensive, während Mühlhausen in der Folge fast ausschließlich nur noch mit langen Bällen agierte und auf weitere Fehler des VfL spekulierte. Doch die Angriffsbemühungen wurden nicht belohnt, Nico Höhme vergab die Chance zum möglichen 2:2 zweimal freistehend, Hyusein Sadula traf nur die Latte, und auch Emokpaire vergab aus aussichtsreicher Position. Die letzten 20 Minuten musste der VfL zudem in Unterzahl agieren, da Alexander Stärk die Gelb-Rote Karte sah.

Ersoy fehlt im Angriff

"Heute konnte man sehen, wie sehr uns das Fehlen von Ahmed Ersoy trifft", sagte Hassani über den Ausfall seines Topstürmers, der sich vergangene Woche an Lunge und Rippen verletzt hatte. Dass es seine Elf aber auch in Abwesenheit von Ersoy, dem sie mit "Gute Besserung"-Shirts eine rasche Genesung wünschte, kann, zeigte sie beim 1:1 (19.). Nach einem schönen Chip-Pass von Deniz Boskurt in den Strafraum legte Höhme quer und Emokpaire brauchte nur noch einnicken. "Hätten wir unser Potenzial voll abgerufen, hätten wir, da bin ich mir sicher, heute gewonnen", so Hassani.

Warum sie es derzeit nicht schafft, lässt auch den Trainer ratlos zurück. Zwar fehlen in Ersoy, Louis Osmani, Daniel Jänicke und Jonas Keimer wichtige Spieler. "Aber ich denke, es ist vielmehr eine Kopfsache. Vielleicht denken wir derzeit einfach zu viel", so Hassani. Der VfL sollte sich im Abstiegskampf dieser Sorgen schnell entledigen.

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