Fußball

Nachhilfe für indische Nachwuchs-Kicker

Dortmund - Die Football Academy hat eine neue Kooperation abgeschlossen. Ausländische Talente und Trainer wollen von hier aus international durchstarten. Dafür nehmen sie sogar eine Anreise um den halben Erdball und das Verpassen von Schulunterricht in Kauf.

Es ist laut in der Football Academy am Signal Iduna Park, als Inhaber Pablo Yanez-Mejias mit drei jugendlichen Fußballern auf dem Platz steht. Die Beinarbeit stimmt noch nicht, als die Spieler eine Stange mit dem Ball umkurven müssen. Doch der Coach hat Geduld, schließlich sind bei ihm besondere Gäste auf dem Platz: Jugendspieler, die extra aus Indien angereist sind, um Erfahrung zu sammeln und zu trainieren. Doch warum nehmen sie dafür eine Strecke von mehr als 6500 Kilometer auf sich?

Großes Land mit Talenten

"Wir kommen aus einem großen Land, haben viele Fußballer, die man fördern kann, aber letztlich schaffen bei uns nicht so viele Spieler den Durchbruch, wie man es erwarten könnte", sagt Dr. Biru Mal von der Indo Europe Sports, einer privaten Förder-Agentur aus Indien. Er kümmert sich um die Förderung und Koordinierung indischer Talente. In Dortmund möchte er dafür einen nächsten Schritt einleiten - mit einer dreijährigen Kooperation mit der Academy. Ein Grund: Die Infrastruktur in Indien ist nicht so, wie es sich Verantwortliche und Spieler wünschen.

"Die Hallen, die Felder, aber auch die Ausstattung ist überhaupt nicht vergleichbar", sagt der 17-jährige Jeevesh Sevda während der Trinkpause. "Wir üben das Passen, Schießen, aber lernen auch viel über Einstellung und Ernährung. Das bringt uns auf's nächste Level", so Deepanshu Kalimramana (17). Aber auch die Ausbildung der Trainer sei zwischen beiden Ländern nicht vergleichbar, findet Biru Mal. Genau deshalb ist auch ein Trainer aus Indien angereist, um etwas über die Weiterentwicklung seiner Schützlinge zu lernen. "Dass wir nicht von einem Tag auf den anderen alles verbessern können und plötzlich viele Stars haben, wissen wir", sagt Mal. Es ist also ein Langzeit-Projekt, das er für den indischen Fußball anstrebt.

Schulfrei für die Spieler

Deshalb kommen Anfang Februar gleich acht weitere Spieler für anderthalb Wochen aus Indien zum Training nach Deutschland. Für die indischen Spieler und Trainer, die aktuell in Dortmund sind, geht es hingegen am Donnerstag nach Haus. Allerdings mit vielen neuen Erkenntnissen. "Die gebe ich dann auch an meine Mitspieler weiter", sagt Sahil Kumaz (18), der wie die anderen beiden Jugendspieler für den Ausflug schulfrei bekommen hat.

"So können wir nach und nach die Qualität unserer Spieler steigern", ist sich Mal sicher, der über das Internet auf die Dortmunder Football Academy gestoßen ist. "Im Bestfall sieht man den ein oder anderen indischen Spieler in Europa wieder - dann aber nicht zum Training, sondern als aktiver Spieler."

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