Fußball-Oberliga

FC Brünninghausen verliert gegen Herne in der Nachspielzeit und muss jetzt bangen

Der FC Brünninghausen kassiert in der Nachspielzeit gegen Westfalia Herne das 1:2. Und ausgerechnet einer, der vorher fast jeden Zweikampf gewonnen hatte, macht den entscheidenden Fehler.

Sebastian Kruse hatte sich doppelt abgesichert. Der Innenverteidiger des FC Brünninghausen trug neben seiner Gesichtsmaske auch noch einen Turban um den Kopf. Beim sonntäglichen Erfolg in Schermbeck hatte sich der 24-Jährige eine Platzwunde zugezogen. Die Maske trägt er seit einer Nasen-OP infolge eines Bruchs des Riechorgans. Der Zustand seines Kopfes hinderte ihn am Mittwochabend allerdings nicht daran, sich in jedes Kopfballduell zu schmeißen - und sogar fast alle zu gewinnen. "Sebastian hat - wie eigentlich alle - ein gutes Spiel gemacht", sagte Trainer Maximilian Borchmann.

"Jetzt wird's wieder eng"

Dass Kruse am Ende trotzdem wie ein Häufchen Elend auf dem Platz saß, während Herne ein paar Meter weiter den Klassenerhalt feierte, lag dann zwar auch an ihm, vor allem aber daran, dass der FCB in der entscheidenden Phase seine Chancen nicht nutzte - und in der letzten Sekunde noch das 1:2 kassierte (90.+3). "Am Ende kommt es so, wie es kommen muss", sagte Kapitän Florian Gondrum, "wir fangen uns durch einen dummen Fehler den Gegentreffer anstatt den Punkt mitzunehmen. Jetzt wird's wieder eng."

Der FCB hatte sich darauf eingestellt, dass die Gäste aus Herne viele lange Bälle in die Brünninghauser Hälfte schlagen würden. Dass sie fast alle auf dem Kopf von Kruse landen würden, war sicher nicht geplant. Defensiv hatten die Dortmunder dann auch bis auf wenige Ausnahmen zunächst alles im Griff. Und offensiv konnte sich die Mannschaft zuletzt ja wieder auf seine Torjäger verlassen.

Doch die Herner stellten sich mit einer Vierer- und einer Fünferkette in der eigenen Hälfte auf und ließen dazwischen Kapitän Enes Schick alles absaugen, was zwischen die Linien kam. Das gelang zwar nicht immer, doch es führte dazu, dass Brünninghausen für eigene Torchancen viel Aufwand betreiben musste. "Es war ein zäher Kampf, aber wir haben immer wieder neben Schick unsere Jungs getroffen und sind auch über links mit Adil sehr gut durchgekommen. Das war völlig in Ordnung", sagte Borchmann.

Gallus mit den größten Chancen

Dreimal kam der FCB in Hälfte eins bis in den Strafraum, doch sowohl Robin Gallus (20.), der am Herner Keeper scheiterte, als auch Arif Et (25.), der knapp vorbei schoss, kamen nicht ans Ziel. Gallus hatte kurz vor der Pause noch die größte Möglichkeit - verzog aber (42.). Der Spielmacher war es auch, der nach der Pause die erste Chance hatte. Einen Freistoß aus 18 Metern setzte der Linksfuß an die Latte (47.).

Das Problem: Es war für lange Zeit die letzte gefährliche Szene für die Gastgeber. Stattdessen ging Herne nach einer zu kurz abgewehrten Flanke durch Nicolas Grzelka in Führung (67.) und kam damit dem Ziel, im sechsten Versuch endlich mal gegen den FCB zu gewinnen, einen Schritt näher.

Nweke macht den Ausgleich

Doch anders als in den letzten Wochen hat FCB-Coach Maximilian Borchmann auf der Bank ja wieder Optionen, brachte also erst Nino Saka (69.) und dann Kingsley Nweke (78.). Beide schafften innerhalb von Sekunden das, was ihre Teamkollegen zuvor nicht geschafft hatten: Nweke schob nach Vorlage von Saka zum 1:1-Ausgleich ein (79.). "Nach dem Schock sind wir gut zurückgekommen", sagte Gondum.

Tatsächlich war das Tor nur der Auftakt zu einer wilden Schlussphase, in der Brünninghausen noch zweimal die Chance zur Führung hatte. Nweke (86.) und Et (88.) schafften es jedoch nicht, den Ball in bester Position über die Linie zu drücken.

Unnötiger Ballverlust von Kruse

Und so hatte das letzte Wort doch noch einmal der Gast aus Herne, der ausgerechnet einen unnötigen Ballverlust von Kruse zum Siegtreffer nutzte und damit nicht nur den Kopfball-Giganten ins Tal der Tränen schoss. "Herne macht am Ende gefühlt aus zwei Torchancen zwei Tore", schloss Borchmann.

Es ist noch ein langer Weg zum Klassenerhalt. Am Samstag wird der FCB auf die SG Wattenscheid hoffen, die sich sich im direkten Duell mit dem SV Straelen den Klassenerhalt in der Regionalliga West sichern kann. Dies würde bedeuten, dass in der Oberliga nur zwei Teams absteigen. Kommt Wattenscheid doch noch runter, steigt die Zahl der Oberliga-Absteiger auf drei - und damit stünde der FCB auf einem Abstiegsplatz...

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