Fußball-Oberliga

Wie ein Ruderboot mit Löchern: Nächster Verletzter beim FC Brünninghausen, Et fraglich

Der nächste Verletzte und das nächste Spiel schon wieder vor der Brust. Für den FC Brünninghausen ist das Spieljahr 2018/19 eine Seuchensaison - die auf keinen Fall mit dem Abstieg enden soll.

Andreas Brehme hat dem Fußball neben seinem Elfmeter im WM-Finale 1990 auch ein Zitat hinterlassen. Es fiel im Abstiegskampf der Saison 1993/94. "Haste Scheiße am Schuh, haste Scheiße am Schuh" sagte der Linksfuß damals und meinte: Wenn es nicht läuft, dann läuft es eben nicht.

Brehmsche Scheiße am Schuhe

Und damit sind wir beim FC Brünninghausen, der am Sonntag mit 0:1 (0:0) die dritte Oberliga-Niederlage in Folge kassierte. Nicht, weil er schlecht spielte. Nicht, weil der Gegner viel besser war. Sondern - um im Bild zu bleiben - weil der FCB momentan die Brehmsche Scheiße am Schuh hat.

Gegen den TuS Haltern stellten sich die Gastgeber zwar oft tief in die eigene Hälfte, bildeten manchmal sogar eine Sechserkette, um den Offensivdrang des Tabellenzweiten einzuengen. Doch der hatte damit Probleme. Bis auf zwei Chancen kurz vor der Pause durch Tim Kallenbach (40.) und Stefan Oerterer (45.) kamen die viel mit langen Bällen operierenden Halterner kaum gefährlich vor das FCB-Tor.

"Die Niederlage ist schwer zu akzeptieren"

Anders die Gastgeber, die immer wieder gefährlich in den Strafraum eindrangen, dann aber die falschen Entscheidungen trafen: "Es zieht sich durch die letzten Spiele, dass wir vor dem Tor nicht konsequent sind", beklagte Trainer Maximilian Borchmann, der fand, dass "die Niederlage schwer zu akzeptieren" war. Denn im Moment sind es Kleinigkeiten, die die Waage kippen lassen.

Auf der einen Seite trifft Arif Et erst den Pfosten (49.) und zwingt Halterns Keeper zu einer Parade (61.). Auf der anderen nutzt Oerterer die erste Halterner Chance der zweiten Hälfte zum 1:0 (75.). Fast entschuldigend sagte Niemöller: "Einem Team, das oben steht, reicht dann eben eine Aktion."

Ein Sieg gegen Gütersloh ist Pflicht

Beim FCB brauchen sie derzeit derer fünf: "Wir machen uns selbst das Leben schwer", sagte Borchmann. Am Mittwoch im Nachholspiel gegen den Tabellenvorletzten Gütersloh ist ein Sieg Pflicht. Damit die Geschichte von Brehme sich beim FCB nicht wiederholt - der am Ende abstieg.

Doch kaum war die Niederlage halbwegs verdaut, gab es schon die nächste Hiobsbotschaft für Borchmann: Onur Tekin, gegen Haltern als Rechtsverteidiger aufgeboten, fällt aus: "Sein Fuß ist dick und blau", sagt Borchmann, ein Bänderriss ist nicht unwahrscheinlich.

Wie ein Ruderboot mit vielen Löchern

Man muss sich das Team des FCB im Moment wie ein Ruderboot mit vielen Löchern vorstellen, die von den noch vorhandenen Akteuren mit den blanken Daumen zugehalten und parallel repariert werden, damit das Boot nicht untergeht. Und immer, wenn ein Loch repariert ist, geht an einer anderen Stelle eins auf.

So kehrte Anfang dieser Woche immerhin Verteidiger Kerim Acil aus dem Italien-Urlaub zurück - der direkt das Loch, das die Verletzung von Tekin gerissen hat, wieder füllen muss.

Eine Seuchensaison? Schlimmer

Die aktuelle Saison als Seuchensaison zu bezeichnen, greift für den FCB eigentlich zu kurz. Die vielen Verletzten des eigentlich qualitativ hochwertigen Kaders haben dafür gesorgt, "dass immer die gleichen Elf spielen müssen", sagt Borchmann. Das zerrt nicht nur an den Nerven, wenn Erfolgserlebnisse ausbleiben. Sondern auch an den Bändern: So steht noch nicht fest, ob Topstürmer Arif Et für das Nachholspiel gegen Gütersloh einsatzbereit ist: "Er hat sich in den letzten Minuten gegen Haltern eine leichte Zerrung zugezogen. Sein Einsatz entscheidet sich erst nach dem Aufwärmen", sagt Borchmann.

Gegen den vor allem bei Standards gefährlichen Tabellen-17. (24 Punkte) muss der FCB (15., 28) einen ersten Schritt raus aus der Abstiegszone machen. Eine Niederlage steht eigentlich nicht zur Debatte: "Wenn wir so auftreten wie gegen Haltern, brauchen wir uns keine Sorgen zu machen", sagt Borchmann. Von Vorteil wäre mit Blick auf die kommenden Wochen aber auch, wenn sich niemand weiteres verletzt.

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