Fußball-Regionalliga

9:2 gegen Straelen: Dortmunds U23 feiert höchsten Pflichtspielsieg ihrer Geschichte

Der BVB II stürmt vehement - und feiert einen Kantersieg. Beim 9:2-Erfolg gegen den SV Straelen präsentiert die Borussia ihre offensive Qualiät.

Straelens mitgereiste Fans hielten sich zunächst wacker. Ihre Mannschaft besangen sie bis weit in die zweite Hälfte hinein. Irgendwann indes verstummten auch sie. Dortmunds U23 zerlegte den abstiegsbedrohten SV Straelen nach der Pause in aller Deutlichkeit - und überzeugte damit unter der Anleitung von Alen Terzic erstmals ausdrücklich. Nie zuvor gelang dem BVB II ein Pflichtspielsieg in dieser Deutlichkeit.

Das Personal:

Erneut musste Dortmunds U23-Belegschaft empfindlichste personelle Ausfälle verkraften: Die beiden Mittelfeldstrategen Marco Hober und Massimo Ornatelli fielen auch gegen Straelen verletzt aus. Außenverteidiger Haymenn Bah-Traore konnte mit Knorpelschaden lahmgelegt nicht mittun - er wird dem BVB-Aufgebot für lange Zeit nicht angehören. Julian Schwermann, zuletzt in Vertretung von Ornatelli mit der Kapitänsbinde ausgestattet, war gelbgesperrt. Und Denzeil Boadu fehlte aufgrund seiner sieben Tage zuvor beim SC Verl erlittenen Schnittwunde am rechten Fuß. Im Vergleich zu diesem 2:0-Auswärtssieg tauschte BVB-Trainer Terzic deshalb auf zwei Positionen: Angreifer Gianluca Rizzo und Offensivmann Hüseyin Bulut rotierten herein. Ebenfalls dabei waren Profi Leonardo Balerdi und Herbert Bochhorn, der unter der Woche im Kreise von Lucien Favres Dortmunder Elite-Truppe trainiert hatte. Die Reise zum Bundesliga-Auswärtsspiel nach Bremen hatte er nicht mitantreten dürfen.

Die Aufstellung: Oelschlägel - Kilian, Rente, Balerdi, Bockhorn - Konate, Duman, Bulut (75. Ametov) - Boyamba, Rizzo (80. Tekiela), Wanner (59. Sechelmann) - Trainer: Terzic.

Die Tore:

1:0 (4.): Aus der ersten gelungenen Offensivaktion des BVB resultierte der Führungstreffer. Luca Kilian sprintete weit aufgerückt in Straelens Strafraum, überholte dabei noch Außenverteidiger Jannik Stevens und legte dann wohlüberlegt und perfekt dosiert in die Mitte für den eingesprinteten Taylan Duman, der direkt vollendete.

1:1 (9.): Straelen gelang die schnelle Reaktion - und profitierte dabei von einem strittigen Handelfmeter. Marco Rente, Dortmunds Innenverteidiger, war nach einem Rempler im Anschluss an ein Laufduell mit Shun Therada zu Boden gegangen, bekam den Ball anschließend an die Hand. Den Strafstoß verwandelte Kevin Weggen ins rechte Eck, BVB-Torwart Eric Oelschlägel hatte sich fürs andere entschieden.

2:1 (23.): Im sechsten Liga-Einsatz das zweite Saisontor von Hüseyin Bulut. Seinem Premierentreffer im Hinrundenspiel gegen den Wuppertaler SV (2:1) ließ der 20-Jährige den nächsten folgen - und feierte mit Zeigefinger auf den Lippen. Eine Vorarbeit von Bockhorn veredelte er flach ins Tor.

2:2 (40.): Ein Sonntagsschuss am Samstagnachmittag. Kevin Weggen wurde am rechten Strafraumeck angespielt, schoss daraufhin sofort mit seinem rechten Fuß - unhaltbar für Oelschlägel schlug der Ball im linken Winkel ein.

3:2 (56.): Zum zweiten Mal an diesem Nachmittag assistierte Kilian. Wieder war er die rechte Außenbahn entlanggerannt, wieder bereitete er flach vor. Boyamba ließ den Ball noch passieren - deshalb stand Rizzo völlig frei und brachte den BVB erneut in Führung. Sein zweites Saisontor.

4:2 (57.): Mit feinem Dribbling erhöhte Boyamba nur wenige Sekunden später. Frei vor Straelens Torwart David Buchholz kam der 22-Jährige an den Ball, umkurvte den Schlussmann noch und schob ein.

5:2 (65.): Boyambas nächster Treffer gelang ihm per Linksschuss von außerhalb des Strafraums. Spätestens zu diesem Zeitpunkt war die Partie entschieden.

6:2 (78.): Zuvor noch als Vorarbeiter positivst aufgefallen, trug sich Kilian dann selbst in die Schützenliste ein. Einen Eckball von Duman köpfte der 19-Jährige ins Tor.

7:2 (80.): Boyambas dritter Treffer des Tages, sein ingesamt zwölfter in dieser Saison, fiel auf Vorlage des starken Bockhorn. Dortmunds Angreifer musste nur noch den Fuß hinhalten, um die flache Hereingabe zu verwerten.

8:2 (88.): Zunächst noch auf der richtigen Seite erfolgreich, traf Straelens Weggen kurz vor Schluss ins eigene Tor. Konates Flanke fälschte er unglücklich ab. Kilian lieferte diesmal den vorletzten Pass.

9:2 (90.): Der Schlusspunkt. Nach Foul an Bockhorn verwandelte der eingewechselte Kempes Tekiela den fälligen Elfmeter. Torwart Buchholz hatte die Ecke geahnt - und den Ball sogar noch berührt.

Die Analyse:

Wie in Verl, wo Dortmunds U23 schon offensiv verbessert agiert hatte, gelang der Mannschaft von Terzic erneut, Ideenreichtum und Zielstrebigkeit in Einklang zu bringen. Darbte das Angriffsspiel vor zwei Wochen noch in verlässlicher Regelmäßigkeit, ist derzeit ein deutlicher Aufwärtstrend ersichtlich. Gegen den im 4-4-2-System aufgereihten Gegner fand die Borussia von Beginn an vielerlei Lösungen.

Diesen spielerischen Fortschritt demonstrierte Terzics Elf gleich nach vier Minuten höchst erfolgreich. Auch das zweite Tor entsprang einem gelungen Angriff. Darüber hinaus kam der BVB in der ersten Hälfte zu weiteren Abschlüssen: So hätte etwa Duman mit einem Flachschussaufsetzer beinahe seinen zweiten Treffer erzielt (12.). Geburtstagskind Dominik Wanner, an diesem Samstag 20-jährig geworden, verzog per Linkschussvolley (32.). Gianluca Rizzo verpasste eine Flanke nur knapp (36.). Und Profi-Leihgabe Balerdi köpfte nach einer Ecke übers Straelener Tor (45.).

Das Manko des offensiv flexiblen BVB in den ersten 45 Minuten: einige defensive Wackler. War der Ausgleich nach Handelfmeter noch höchst unglücklich, blieben die Borussen in der Folgezeit beileibe nicht fehlerlos. Balerdi leitete einen Chance für den SV Straelen mit missratenem Querpass direkt vor dem eigenen Strafraum ein - Björn Kluft verzog allerdings (10.). Ebenso wie Angreifer Terada, dem sich nach 13 Minuten eine Einschussgelegenheit eröffnete. Eingreifen konnte BVB-Keeper Oelschlägel dann in der 38. Minute, als er einen Kluft-Schuss festhielt.

Nach dem Seitenwechsel kam das Team von Trainerin Inka Grings nicht mehr gefährlich in Dortmunds Gefahrenbereich. Den nun immer enthemmter stürmenden Borussen gehörte die gesamte zweite Hälfte. Zügigst spielten sie sich einen Drei-Tore-Vorsprung heraus, dank flink vorgetragener und effizient vollendeter Angriffe. Das Spiel war längst entschieden, Dortmunds Belegschaft schraubte das Ergebnis allerdings noch weiter in die Höhe. Dieser 9:2-Erfolg wurde der höchste Pflichtspielsieg, den eine Dortmunder U23 je feiern durfte.

Spieler des Spiels:

Luca Kilian. Wie schon in den vergangenen Wochen wurde der gelernte Innenverteidiger auf der rechten defensiven Außenbahn aufgeboten. Ein Gebiet, das er nicht favorisiert, allerdings erneut äußerst erfolgreich beackerte. Schon gegen Verl war Kilian offensiv energisch aufgetreten, hatte immer wieder die rechte Flanke bestürmt - und letztlich zum 2:0-Endstand getroffen. Diesmal gegen Straelen war er an drei BVB-Treffern unmittelbar beteiligt (zwei Assists, ein Tor). Seine Füße im Spiel hatte er außerdem beim 8:2.

Kommentar von Trainer Alen Terzic:

Wir haben schon in der ersten Hälfte ein gutes Spiel gemacht. Klar war, dass es gegen diese kompakte Einheit mit den zwei konterstarken Stürmen nicht ganz einfach werden würde. Schon vor der Pause haben wir aber gute Lösungen gefunden, haben flüssig kombiniert. Das erste Tor war bereits top herausgespielt, das haben wir fortgesetzt - und auch in der zweiten Hälfte bewusst und konsequent angegriffen. Dieser hohe Sieg gibt uns viel Auftrieb und Selbstvertrauen.

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