Fußball-Regionalliga

Mit Glück, Können, Bockhorn und Kilian: BVB II beendet Durststrecke mit 2:0 beim SC Verl

Nach zwei bitteren Niederlagen in Folge hat die U23 von Borussia Dortmund ihre Durststrecke gestoppt. Beim SC Verl gewann der BVB dank Toren von Herbert Bockhorn und Luca Kilian mit 2:0.

Gegen den Wuppertaler SV durfte Dortmunds U23 nur zwölf Minuten spielen, dann wurde witterungsbedingt abgebrochen. Den guten Eindruck dieser Anfangsphase, in der sich der BVB offensiv agiler und zielstrebiger als zuvor präsentiert hatte, bestätigten die Borussen drei Tage später in Teilen. Das Team von Trainer Alen Terzic gewann beim SC Verl, weil es cleverer vor dem gegnerischen Tor agierte. Einen Wermutstropfen mussten die Borussen allerdings verdauen.

Das Personal:

Neun von Dortmunds Kadermitgliedern, die schon am Mittwoch in Wuppertal beginnen durften, bekamen auch beim SC Verl ein Startelfmandat zugeteilt. Nur Haymenn Bah-Traore (verletzt) und Beyhan Ametov (Bank) fehlten. Dafür fanden sich in Terzics erster Elf Dominik Wanner und Profi Leonardo Balerdi wieder.

Der 20 Jahre junge Argentinier kam damit zu seinem dritten Regionalliga-Einsatz, nachdem er schon beim 1. FC Köln II (0:2) und gegen den TV Herkenrath (3:0, Torschütze zum 2:0) für die U23 des BVB gespielt hatte. Herbert Bockhorn, wegen einer Erkältung zuvor noch fraglich für den 30. Liga-Pflichttermin der Dortmunder, war ebenfalls von Beginn an dabei.

Die Aufstellung: Oelschlägel - Kilian, Rente, Balerdi, Bockhorn - Konate, Boadu (33. Rizzo), Schwermann - Boyamba (86. Bulut), Duman, Wanner (77. Hanke) - Trainer: Terzic.

Die Tore:

0:1 (65.): Schon gegen Wuppertal hatte Herbert Bockhorn zwei Chancen. Diesmal kam der 24-Jährige, statt links vorne links hinten unterwegs, zum Torerfolg: Sein Rechtsschuss, leicht außerhalb des Strafraums nach missglücktem Verler Klärungsversuch entsandt, schlug noch leicht abgefälscht links oben im Tor ein. Bockhorns vierter Saisontreffer.

0:2 (83.): Auf Vorlage von Boyamba traf Luca Kilian zum zweiten Mal in dieser Spielzeit - und sicherte damit den 13. BVB-Sieg. Der 19-Jährige, rechts hinten aufgeboten, schoss nach langem Sprint aus spitzem Winkel ins kurze Eck. Verls Torwart Brüseke spekulierte falsch und ließ den haltbaren Ball passieren.

Die Analyse:

Schon in Wuppertal waren die ersten zwölf Minuten bis zum witterungsbedingten Ende dynamisch gestartet. Selbiges ergab sich auch in Verl. Beide Mannschaften boten den 811 Zuschauern einen munteren Beginn. Diesmal allerdings war es nicht der BVB, der die bessere Startphase erwischte. Vielmehr hatte er Probleme damit, das Verler Angriffsspiel wirkungsvoll zu unterbinden. Und kam selbst nur ab und an gefährlich nach vorn.

Mit mehr Ballbesitz war der SC Verl ausgestattet - und schaffte es immer wieder, tempoverschärfend in den Dortmunder Strafraum einzudringen: In der 6. Minute scheiterte Daniel Detlef Hammel an Eric Oelschlägel aus rund 16 Metern. Ebenfalls auf dem Posten war der BVB-Torwart wenig später, als er aus kürzester Distanz gegen Aygün Yildirim hielt (8.).

Oelschlägel rettet per Flugparade

Weitere Szenen, die für den SC eine durchaus erfolgsversprechende Richtung hätten nehmen können, wurden von den Borussen entweder geblockt (14., 17.) oder blieben zu unpräzise (21., 25.). Defensiv stabilisierten sich die Dortmunder nach überstandenem Anfangsviertel, mussten sich allerdings in der 40. Minute noch einmal bei Oelschlägel bedanken, der erneut gegen Yildirim hielt, diesmal per Flugparade.

Dortmunds U23, in der ersten Halbzeit viel mit dem Defensivdienst befasst, brachte es in den ersten 45. Minuten zu drei gefährlichen Abschlussaktionen: Die größte eröffnete sich Julian Schwermann, der nach klugem Zuspiel vom vorgepreschten Kilian aus 12 Metern zu hoch schoss (6.).

Boadu unter großen Schmerzen ausgewechselt

Danach versuchten es noch Joseph Boyamba nach einem Konter (9.) und Taylan Duman (18.) per direktem Freistoß - allerdings ebenfalls zu ungenau. Bitter für den BVB: Denzeil Boadu, im 4-3-3 von Terzic als Achter positioniert, wurde nach 33 Minuten unter größten Schmerzen ausgewechselt. Gestützt humpelte er vom Feld - und musste mit einer laut Terzic "tiefen Schnittwunde am Mittelfuß" ins Krankenhaus gebracht werden. Nach Abpfiff stand die exakte Diagnose noch aus.

Gut erholt von diesem Schock kam die Borussia aus der Kabine. Sie war es nun, die auf den Führungstreffer drängte. Schwermann, der die Mannschaft zum wiederholten Mal für den noch verletzten Kapitän Massimo Ornatelli aufs Feld führte, eröffnete sich nach 50 Minuten eine Schusschance aus nächster Tornähe: Robin Brüseke, Verls Keeper, lenkte den Ball noch an den rechten Pfosten. Bei zwei Duman-Versuchen (58., 60.) brauchte er nicht eingreifen, war beim Tor von Bockhorn dann aber wenig später chancenlos.

Yildirim vergibt freistehend den Ausgleich

Für den BVB, der durch Gianluca Rizzo das frühzeitige 2:0 verpasste (69.), war es in dieser Phase die durchaus folgerichtige Führung. Danach indes hatte Dortmunds Belegschaft massiv Glück, dass dem SC Verl nicht der Ausgleich gelang: Völlig freistehend vergab Yildirim seine dritte Großchance an diesem Abend (70.). Zwei Minuten später fehlte Patrick Kurzen dann ebenfalls die Präzision, als er vor Oelschlägel auftauchte - und daneben zielte. So war es Kilian vorbehalten, das Spiel mit dem zweiten Dortmunder Treffer zu entscheiden.

Spieler des Spiels: Eric Oelschlägel. Hielt dem BVB in der ersten Halbzeit die Null - und schaffte damit die Basis für den Auswärtserfolg. In der zweiten Hälfte war er im torwarttechnischen Kerngebiet nicht mehr aktiv gefordert, löste die wenigen Herausforderungen mit dem Fuß allerdings souverän.

Das sagt Trainer Alen Terzic: "Es war ein sehr intensives, sehr temporeiches Spiel. In der ersten Halbzeit brauchten wir ein bisschen Glück. Verl hatte mehr Tempo, mehr Druck - und ein klares Chancenplus. Die zweite Halbzeit sah dann anders aus. Wir haben mit mehr Tempo und mehr Zug nach vorne gespielt. So ist es uns gelungen, das Tor zu machen. Dann war klar: So lange das Ergebnis offen bleibt, ist alles möglich. Letztlich können wir überglücklich mit dem Auswärtsdreier nach Hause fahren."

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