Fußball

Westfalia Wickede wechselt Finn Heinings direkt aus dem Flugzeug ein

Aus dem Flieger direkt auf den Fußballplatz - Westfalia Wickedes Finn Heinings hat es am Sonntag möglich gemacht, obwohl ihm Fußballschuhe, Schienbeinschoner und Duschzeug fehlten.

Der Spieler des Fußball-Westfalenligisten Westfalia Wickede ist am Sonntag um 15.35 Uhr auf dem Flughafen in Wickede gelandet. Er war zusammen mit seiner Freundin für eine Woche in London.

Am Freitag hatte ihn Trainer Alexander Gocke schon darum gebeten, am Sonntag direkt vom Flughafen zum Sportplatz zu kommen, um das Team gegen den TuS 05 Sinsen zu unterstützen. "Uns fehlen zurzeit zwölf Spieler. Ich musste Finn einfach fragen", erklärt Gocke. Denn der Coach wollte unbedingt verhindern, dass er wieder selbst mitspielen müsse, so wie noch am Mittwoch im Pokalspiel gegen den Kirchhörder SC (2:0).

Robin Dieckmann hat eine Wirbelprellung

In der Partie hatten sich noch Robin Dieckmann (Wirbelprellung) und Andreas Lüder (Meniskusanriss) verletzt. Anil Konya und Nils Dietz fehlten ohnehin gegen den TuS 05 Sinsen. Beide mussten eine Sperre abbrummen. Und dann gibt es bei der Westfalia eine lange Liste mit Langzeitverletzten.

Heinings sagte dem Coach am Freitag gleich zu. Er kontaktierte seinen Vater, dass der ihn doch bitte am Sonntag vom Flughafen abholen und seine Freundin im Anschluss nach Hause bringen solle. Das erste Problem war gelöst.

Aber es gab weitere: Heinings hatte gar keine Fußballschuhe mit, auch keine Schienbeinschoner und kein Duschzeug. Schienbeinschoner bekam er von seinem Mannschaftskollegen Lukas Homann. Ein paar Schuhe standen noch in einem Abstellraum auf der Anlage. "Wem die gehörten, wusste niemand. Sie waren auch ein bisschen zu klein. Es ging trotzdem", erklärt Heinings.

Um 16 Uhr hatte der 21-Jährige den Platz in Wickede erreicht. 25 Minuten nach der Landung. Er rannte zur Auswechselbank, zog sich dort um und wurde in der 61. Minute für Mehmet Erdogan eingewechselt, als linker Flügelstürmer. Eigentlich ist er auf der Sechs oder Zehn zu Hause.

Eine Torvorbereitung

Trotz des ganzen Stresses, setzte Heinings sogar noch Akzente und bereitete den Anschlusstreffer zum 1:2 vor. Seine scharfe Hereingabe lenkte Sinsens Timo Koschollek ins eigenen Netz. Es lief die zweite Minute der Nachspielzeit, die Westfalia schaffte es nicht mehr, dem Spiel trotz einer starken zweiten Halbzeit die Wende zu geben.

Und nach Spielschluss war auch das letzte Problem für Heinings gelöst. Duschzeug lag für ihn parat. Er ließ sich frisch geduscht vom Betreuer nach Hause fahren. "Das war mein kuriosestes Spiel bisher."

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