34. Hallenfußball-Stadtmeisterschaft

17-Jährige pfeift auf der großen Hallen-Bühne

Dortmund - Den grünen Rasen nennt sie selbst ihr Zuhause: Die 17-jährige Gizem Kilic spielt nicht nur selbst bei Ay Yildiz Derne Fußball, sondern steht auch als Schiedsrichterin auf dem Platz - bei den 34. Hallenfußball-Stadtmeisterschaften vor besonderer Kulisse.

Es ist laut in der Helmut-Körnig-Halle, als Gizem Kilic den Kunstrasen betritt. Die Spieler von Westfalia Wickede lassen sich von ihren Fans feiern. Sie haben gerade den TuS Bövinghausen aus den Hallenfußball-Stadtmeisterschaften geschmissen und sind ins Halbfinale eingezogen. Für Kilic beginnt der Fußball-Tag in diesem Moment erst richtig, denn im nächsten Spiel des Abends übernimmt sie die Leitung. "Das war schon ein besonderes Gefühl", erinnert sich Gizem Kilic. Knapp 4000 Zuschauer schauen der 17-Jährigen zu, als sie zusammen mit zehn F-Jugend-Spielern das Feld betritt. "Als ich draußen stand, habe ich mich umgeschaut, die vielen Menschen gesehen und war richtig aufgeregt", sagt Kilic. "Aber als es losging, habe ich alles um mich herum vergessen und einfach gepfiffen wie immer."

Stimmung und Austausch genossen

Vier Spiele leitete Kilic am vergangenen Samstag: ein F-Jugendspiel und drei Spiele der Mini-Kicker. "Auch wenn die Kinder noch klein waren, war das nichts Alltägliches für mich." Die Stimmung, aber auch den Austausch mit den erfahrenen Schiedsrichtern habe sie genossen.

Für gewöhnlich pfeift Kilic Spiele der C-Jugend mit weit weniger Zuschauern. Doch an das Erlebnis in der Helmut-Körnig-Halle könne sie sich gewöhnen. "Ich möchte noch höher pfeifen", sagt sie. Doch weil die Amateurfußballerin des Jahres 2016 sonntags selbst für die Sportfreunde Ay Yildiz Derne spielt, überschneiden sich die Termine mit den Partien, die sie pfeifen könnte. "Wenn wir erst spät spielen, pfeife ich manchmal noch vorher ein Spiel", so Kilic.

"Sehr engagiert und fleißig"

Apropos überschneiden: Eigentlich sollte Kilic am Samstag der Hallen-Stadtmeisterschaften ein Mädchenspiel pfeifen. Doch ein Anruf des Kreises stellte das Wochenende für Kilic auf den Kopf: "Als ich ein paar Tage vor der Veranstaltung gefragt wurde, musste ich gar nicht darüber nachdenken, und habe sofort Ja gesagt." Für Kilic ist eine andere Schiedsrichterin eingesprungen. Zehn gibt es aktuell in Dortmund, bestätigt Jürgen Oelker, Vorsitzender des Kreisschiedsrichterausschusses. Sechs von ihnen sind allerdings nur aktiv, vier befinden sich in einer Pause. Doch was zeichnet Kilic als Frau an der Pfeife aus? "Als Schiedsrichterin ist sie sehr engagiert und fleißig", sagt Oelker. Genau deshalb steht am Wochenende schon das nächste große Spiel für Kilic an. Zum ersten Mal pfeift sie ein Bezirksliga-Spiel der B-Junioren.

"Vorher habe ich meist Kreisliga gepfiffen, ich freue mich schon auf die neue Herausforderung", so die Türkin. Aufgeregt sei sie fast so wie vor den Hallen-Stadtmeisterschaften, doch Angst habe sie keine. "In jedem Spiel ist es wichtig, wie ich pfeife. Da ist es egal, welche Liga das ist." So viele Zuschauer wie in der Körnig-Halle erwarten sie am Wochenende allerdings nicht. "Es wäre schön, wenn ich so einen Moment noch einmal erleben könnte."

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