Handball-Bundesliga

Für Saskia Weisheitel vom BVB gibt es nur schwarz oder weiß

Nur ein Sieg zählt. Die BVB-Handballerinnen wollen ihre Bundesliga-Siegesserie gegen Buxtehude ausbauen. Für Kreisläuferin Saskia Weisheitel gibt es auch abseits der Halle keine Kompromisse.

Seit mehr als vier Jahren trägt sie nun schon das Trikot von Borussia Dortmund, und doch fällt der Name Saskia Weisheitel zumindest in der Öffentlichkeit eher selten, wenn es um die schwarzgelben Erfolge der jüngeren Vergangenheit geht. Man kann das als ungerecht bezeichnen, wenn man sieht, wie viel die 29 Jahre alte Kreisläuferin investiert und wie wichtig sie für die Mannschaft ist. Nur: Weisheitel selbst hat sich darüber noch nie beschwert. Denn am Ende, sagt sie, "ist die Mannschaft wichtig und nicht die einzelne Spielerin."

Weisheitel steht plötzlich selbst im Mittelpunkt

Weisheitel gilt als harte Arbeiterin, als Teamspielerin, die das Rampenlicht gerne anderen überlässt. Neulich gegen den TV Nellingen, der BVB gewann die Partie deutlich mit 37:23, stand sie dann ganz plötzlich selbst einmal im Mittelpunkt. Fünf Tore hatte die gebürtiger Schwerinerin erzielt, keine Spielerin des BVB traf häufiger an diesem Abend. "Sie hat ein überragendes Spiel gemacht", sagte Andreas Bartels, stellvertretender Abteilungsvorstand des Handball-Bundesligisten, später und blieb nicht der einzige, der die 29-Jährige nach der Partie mit Lob überschüttete. Weisheitel selbst allerdings wollte all dem keine allzu große Bedeutung zukommen lassen.

Natürlich sei es schön, Tore auch selbst zu erzielen. Aber Kreisläuferinnen nur daran zu messen, würde ihnen nicht gerecht werden, betont Weisheitel. "Einerseits sind wir immer abhängig von den Anspielen. Zum anderen fallen gelungene Sperren oder Bewegungen, die dann Lücken für die Mitspieler schaffen, ?normalen' Zuschauern nicht immer sofort auf." Und dann gibt es ja auch die Siebenmeter, die Weisheitel, Anne Müller oder Hildigunnur Einarsdóttir herausholen und die dann von den Mitspielern geworfen werden. Für Weisheitel ist das alles "völlig okay. Ich freue mich genauso, wenn eine Sperre oder eine Bewegung von mir zu einem Torerfolg führt", sagt sie.

Sportlich und menschlich wichtig

Beim BVB schätzen sie sich glücklich, "eine Spielerin wie Saskia in unseren Reihen zu haben", sagt Andreas Bartels. "Sie ist sportlich wie menschlich enorm wichtig für das Team." Ihre frühere Trainerin Ildiko Barna bezeichnete sie gar als eine der größten Überraschungen in ihrer Dortmunder Amtszeit. Weisheitel, lobte die Ungarin nach ihrem Abschied im Sommer, habe "ganz unten angefangen und sich dann mit ihrem Fleiß und Ehrgeiz nach oben gearbeitet". Sie habe sich hier "immer wieder durchgebissen". Und Barnas Aussagen treffen es wohl ganz gut. "Bei mir gibt es eigentlich nur schwarz oder weiß", sagt Weisheitel. "Entweder verschreibe ich mich einer Sache komplett oder ich lasse es sein. Grauzonen findet man eher selten. Das ist nicht nur im Sport so, das ist einfach mein Charakter."

So klar sie in ihrer Meinung ist, so kompromisslos agiert sie auf der Platte. "Sie ist sehr unbequem auf dem Feld, will jeden Zweikampf gewinnen und gibt immer alles für die eigene Mannschaft", sagt BVB-Trainer Gino Smits. "Als Gegner macht das sicher keinen allzu großen Spaß, gegen sie zu spielen." Das Spiel am Kreis sei teilweise schon hart, erklärt die 29-Jährige. Da gibt es auch schon mal versteckte Fouls "und man bekommt einen mitgegeben. Ich würde sagen, ich kann viel einstecken, kann dementsprechend aber auch austeilen". Nach dem Spiel, so Weisheitel, sei das alles freilich wieder vergessen. "Der Umgang zwischen den Spielerinnen in der Liga ist allgemein sehr fair."

Smits warnt vor starkem Rückraum

Das wird auch nicht anders sein, wenn der Tabellenfünfte aus Dortmund am heutigen Mittwoch den Buxtehuder SV in der Sporthalle Bleichstein empfängt. "Wenn wir oben dran bleiben wollen, müssen wir auf jeden Fall punkten", betont Weisheitel vor dem Duell mit dem Tabellenneunten. Von dem durchwachsenen Saisonstart der Gäste (4:6 Punkte) will sich beim BVB derweil niemand blenden lassen.

"Buxtehude hat einen starken Rückraum und spielt einen dynamischen Handball", sagt Smits. "Wir müssen auf jeden Fall wieder mehr Stabilität in die Abwehr bekommen, dann können wir die einfacheren Tore in der ersten und zweiten Welle erzielen", meint auch Weisheitel. Und wie immer wird es ihr auch diesmal egal sein, ob sie selbst dafür verantwortlich ist oder jemand anderes.

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