Handball in Dortmund

Handball-Landesligisten ATV Dorstfeld und Borussia Höchsten jubeln

Sieben Dortmunder Handball-Herren-Teams waren am Samstag im Einsatz. Im Mittelpunkt standen zwei Derbys in der Handball-Landesliga 3,

Herren-VerbandsligaTuS Westfalia Hombruch - RSVE Siegen 29:29 (12:13)

Der Aufsteiger aus Hombruch fährt weiter auf Erfolgskurs. Zum Start in den zweiten Saisonabschnitt blieb das Team von Trainer Marc Lauritsch am Samstag in Renninghausen auch im sechsten Spiel in Serie ungeschlagen und festigte so den vierten Rang. Allerdings musste sich die Westfalia gegen den Gast aus dem Siegerland erstmals mit einem Zähler begnügen. Für Trainer Marc Lauritsch war das kein Beinbruch: "Das Resultat geht für die gezeigte Leistung in Ordnung. Gefehlt hat sicherlich das Quäntchen Cleverness."

Dass neben dem verletzten Ansgar Heunemann auch Marcel Vogler, der als Lehrkraft nicht rechtzeitig von einer Skifreizeit mit der Schule zurückkehrte, ausfiel und so eine gehörige Portion Drittliga-Erfahrung fehlte, führte der Coach nicht als Entschuldigung an.

Den Punktgewinn sicherte Haushilfskraft Patrick Hoffmann aus dem Hombrucher Bezirksligateam 30 Sekunden vor der Schlusssirene mit seinem ersten und einzigen Torwurf zum 29:29. Bis dahin war der Routinier lediglich ab der 24. Minute für den bereits mit zwei Zeitstrafen belasteten Ruben Feldmann in der Abwehr eingesetzt worden.

Bis dahin gestaltete sich der Verlauf im Vergleich mit den Eiserfeldern mehr oder weniger ausgeglichen. Den möglichen sechsten Sieg in Serie verspielte die Westfalia in der ersten Hälfte. Erst wurde nach einem 4:0-Blitzstart nicht entschlossen nachgesetzt, dann eine 9:5-Führung nach einer Viertelstunde etwas leichtfertig verspielt.

TuS Bommern - OSC Dortmund 26:23 (14:12)

"Die Mannschaft hat gekämpft, Charakter gezeigt und sich anders präsentiert, als zuletzt beim 24:31 in Bergkamen. Ich kann ihr keine Vorwürfe machen", konstatierte OSCCoach Alexander Maystrenko nach der Niederlage zum Rückrundenstart im Derby beim TuS Bommern. Allerdings war für ihn auch mehr möglich: "Die Jungs haben einfach zu viele erstklassige Möglichkeiten liegen lassen. Mit 23 Toren kannst du in Bommern nicht gewinnen."

Aus der Bestätigung des eindrucksvollen 29:20-Auftaktsieges wurde es nichts. Der so ambitioniert gestartete OSC muss seine Titelträume wohl vorzeitig begraben und sich wohl oder übel erst einmal mit einer Position im tristen Mittelfeld arrangieren. Zehn Punkte Rückstand auf den Spitzenreiter HSC Haltern-Sythen und sechs auf den Zweiten aus Bommern sind eine zu hohe Bürde. Zudem droht in den Zukunftsplanungen nach Ole Kähler der nächste Abgang. Mattis Kloppenburg soll sich mit dem TuS Bommern bereits einig sein.

Das Verfolgerduell auf den Spitzenreiter am Samstagabend gestaltete sich über weite Strecken auf Augenhöhe. Dabei hatten die Gastgeber allerdings meist knapp die Nase vorn. Nur einmal wussten die Dortmunder durch Fabio Runkel mit 6:5 (12.) in Führung zu gehen. Dank einer herausgagenden Leistung von Torwart Niklas Walter gelang es Bommern aber lange nicht, vorentscheidend zu enteilen. Erst bei 20:24 (55.) verlor der OSC den Kontakt.

Herren-Landesliga 3

TV Brechten - ATV Dorstfeld 26:27 (12:14)

Am Ende war es ein Tor: Mit 27:26 (14:12) setzte sich der ATV Dorstfeld am Samstagabend, Tabellenführer der Handball-Landesliga 3, gegen den TV Brechten durch. "Es war ein klassisches Derby", sagte Dorstfelds Trainer Moritz Fuß.

Noch 41 Sekunden waren am Samstagabend zu spielen: Dorstfelds Trainer Fuß nimmt beim Stand von 27:26 für seine Mannschaft noch eine Auszeit. Doch anstatt, dass der ATV danach die letzten Sekunden souverän herunterspielt, kommen die Brechtener noch einmal in Ballbesitz. Die Schiedsrichter entscheiden auf Stürmerfoul.

Schnell geht der Ball nach vorne: Brechtens Alexander Sinkevitch findet Alexander Zimmer, der kommt vier Sekunden vor dem Ende frei zum Wurf vor Dorstfeld Torhüter Kevin Harris. Der Torwart gewinnt das direkte Duell und bewahrt sein Team vor einem Unentschieden. Der anschließende direkte Freiwurf von Sinkevitch landet in der Mauer.

"In unserer Situation wäre das ein Zusatzpunkt gewesen", sagte Brechtens Co-Trainer Marc Quatuor. Einen Vorwurf machte er seiner Mannschaft aber nicht. "Das war ein sehr gutes Spiel von uns." Für ihn war es ein Spiel auf Augenhöhe. Seit Anfang Dezember warten die Brechtener auf einen Erfolg im Abstiegskampf der Landesliga (Rang zwölf). "Es ist echt hart, mit solchen Erlebnissen immer wieder umzugehen", sagte Brechtens Trainer Björn Sude. "Aber auch in diesem Fall werden wir uns an den vielen guten Dingen aufrichten."

Der ATV hingegen bleibt Spitzenreiter der Liga und konnte den Vorsprung auf zwei Punkte ausbauen. Denn das Verfolgerduell zwischen dem HC Westfalia Herne (Rang zwei) und der DJK Oespel-Kley (Rang drei) wurde aufgrund der Handball-Weltmeisterschaft verschoben.

Im ersten Spiel der Rückrunde am Samstag konnten sich die Dorstfelder während des Spiels nicht absetzen. So führten sie nach 19 Minuten durch einen Treffer von Henrik Niederwestberg mit drei Toren. Zur Halbzeit lagen die Gäste mit zwei Treffern in Führung. "Wir haben es verpasst, uns weiter abzusetzen", sagte Dorstfelds Trainer Moritz Fuß. "Wir hätten mit einem größeren Vorsprung in die Halbzeit gehen können, haben aber zu viele Bälle weggeworfen."

Auch nach Wiederanpfiff blieb es ein umkämpftes Duell: So gingen in der zweiten Halbzeit die Brechtener nach einem Treffer von Lennart Schulenburg mit drei Toren in Führung (45.). Doch der ATV drehte den Rückstand. "Auch wenn es jetzt auf dem Papier ganz glücklich aussieht, finde ich, dass wir über 60 Minuten die bessere Mannschaft waren", bilanzierte Fuß.

Borussia Höchsten - ASC 09 Dortmund 29:19 (12:8)

Die Borussia hat den besonderen Umständen getrotzt, dem ASC ist die lupenreine Derbyserie gerissen. Im Gastspiel in der Aplerbecker Sporthalle holten sich die Höchstener als Heimteam überzeugend den Sieg im Lokalduell, setzte den positiven Trend mit drei Siegen aus den jüngsten vier Spielen fort - und liegt nun nur noch einen Zähler hinter den viertplatzierten Aplerbeckern. "Meine Mannschaft hat ein tolles Spiel gemacht und den vielen Ausfällen getrotzt", lobte Borussias Coach Marc Rode. Die starke Deckungsleistung war für den Trainer spielentscheidend, über 20:12 dominierten die Höchstener das Spiel früh deutlich (44.).

Während die "temporären Gastgeber" also jubeln durften, war die Enttäuschung bei den eigentlichen Hausherren groß. "Wir müssen mit uns selbst hart ins Gericht gehen, denn die Durchschlagskraft und auch die Einstellung haben nicht gestimmt", erklärte Teammanager Matthias Wittland. Der ASC konnte in diesem Jahr noch keinen Punkt holen. "Es bahnt sich ein negativer Lauf wie zu Saisonbeginn an, das müssen wir schleunigst unterbinden", ergänzte Wittland.

Die Möglichkeit zur Rehabilitation bietet sich den Aplerbeckern am kommenden Wochenende gegen die ETG aus Recklinghausen - in der gleichen Halle, aber wieder als Heimteam. Die Höchstener reisen indes zum tabellarischen Nachbarschaftsduell beim sechstplatzierten RSV Altenbögge-Bönen.

Herren-Landesliga 4

HSG Schwerte/Westhofen - TuS Wellinghofen 37:28 (16:11)Die Rückrunde startete für Wellinghofen, wie es die Hinrunde auch schon tat - mit einer Niederlage. Nur dass diese beim Gastspiel in Schwerte im Vergleich zum 23:24 im Hinspiel nun deutlicher ausfiel. Bezeichnend: Seit mittlerweile sechs Spielen hat der TuS immer mindestens 30 Gegentore kassiert. Und bei nur 15 eigenen Treffern nach 41 Minuten war das Duell beim Stande von 15:24 aus Sicht der Gäste bereits entschieden.

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