Handball-Landesliga

Siebenmeter in der letzten Sekunde: ATV Dorstfeld vergibt die Meisterfeier an der Linie

Packende Schlussminuten, doch am Ende nur der Aufschub. Das 24:24-Unentschieden des ATV Dorstfeld bei Altenbögge-Bönen verschiebt die Meisterfeier der Schwarzgelben um mindestens eine Woche.

Die Schlussphase hatte schon echtes Hollywood-Format. Letzte Aktion, Siebenmeter für den ATV Dorstfeld. Der sichere Schütze Sebastian Mund tritt an und - der Torhüter hält. Kein Happy End, nur ein 24:24 (11:9)-Unentschieden gegen den RSV Altenbögge-Bönen. Und die Meisterschafts-Feierlichkeiten? Bis auf Weiteres verschoben.

Hollywood ist weit weg

Es hätte schon ein Sieg sein müssen, damit die Dorstfelder schon am dritten Spieltag vor dem Saisonende als Meister und Aufsteiger in die Verbandsliga festgestanden hätten. Doch Hollywood ist eben weit weg - und die Realität im ersten Moment umso bitterer. "Der Junge ist todtraurig", verriet ATV-Trainer Moritz Fuß über den glücklosen Mund.

Dabei war er es, der die Träume in den 60 Minuten zuvor am Leben hielt. Allein sieben Treffer gingen auf sein Konto. Und als die Gäste einen schwachen 0:4-Start erlebten, war es Sebastian Mund, der mit fünf Treffern die Aufholjagd bis zum 7:8 einleitete (21.). "Er hat ein tolles Spiel geliefert", ergänzte Fuß.

"In der Halle war die Hölle los"

Diese Anfangsphase entsprach so gar nicht dem typischen Dorstfelder Spiel, das speziell in den vergangenen Wochen von Sicherheit und Selbstbewusstsein geprägt war. Doch nun, wo die Entscheidung zum Greifen nah war, gab es vielleicht doch das ein oder andere Nervenflattern. "In der Halle war die Hölle los, unsere technischen Fehler am Anfang waren total untypisch", erklärte auch der ATV-Coach.

Doch es sah danach aus, als hätten die Gäste sich gefangen. Dem 7:8 folgte die 11:9-Halbzeitführung. Und Dorstfeld schien zurück in der Spur. Dann aber folgte die erneute Ernüchterung. "Am ärgerlichsten war heute, dass wir die gleichen Fehler aus der ersten Halbzeit auch zu Beginn der zweiten Hälfte wieder gemacht haben", sagte Fuß. Zwar gerieten die Gäste dieses Mal nicht in einen solch krassen Rückstand wie beim anfänglichen 2:7 (14.), doch das Glück schien diesmal nicht im ATV-Trikot zu stecken.

"Dennoch ein gutes Spiel von uns"

Altenbögge konnte die Unsicherheiten effektiv nutzen. Mit 19:17 (47.) legten die Hausherren vor, es folgte das 21:19 (50.). Daraus wiederum machten die Dorstfelder eine 23:22-Führung (57.). Als der RSV zum 24:24 ausglich, hatten zunächst die Altenbögger nach eigenem Timeout die Chance auf den Siegtreffer, ehe Mund die letzte Möglichkeit vergab.

"Wenn man sieht, wie oft wir zurückgelegen haben, war es dennoch ein gutes Spiel von uns", ließ Fuß der Enttäuschung schnell keine Chance mehr. Denn noch hat sein Team alle Trümpfe in der Hand - auch wenn nach 14 Siegen die Serie gerissen ist und nun die Aufgabe bei abstiegsbedrohten und durch die Oberligamannschaft verstärkte Gladbecker ansteht.

Verfolger Herne gibt sich keine Blöße

Als kleine Randnotiz bleibt die Tatsache, dass auch aus der vorzeitigen Meisterschaft im Auto nichts wurde. Verfolger Herne gab sich in Aplerbeck keine Blöße. Auch das Szenario wäre wohl eher nur in Hollywood Realität gewordent.

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