Handball-Verbandsliga

Westfalia Hombruchs Kevin Humberg: Pure Emotionen im Tor

Handball-Verbandsligist Westfalia Hombruch hat den ersten Saisonsieg gefeiert. Großen Anteil daran hatte ein Spieler, dem der Trainer auch mal Trainingsverbot erteilt.

Kevin Humberg ist froh, dass sein Trainer Marc Lauritsch ihn manchmal an seine Vernunft erinnert. Der Torhüter des Handball-Verbandsligisten Westfalia Hombruch ist nämlich keiner, der mal im Training oder im Spiel den Fuß vom Gaspedal nimmt, um sich zu schonen. Er ist extrem ehrgeizig und nie mit seiner Leistung zufrieden.

Humberg eine der Säulen im Team

Dabei zählt der 26-Jährige seit Jahren zu den großen Säulen im Team des Aufsteigers. Gerade erst am Samstag war er mit unglaublichen Paraden im zweiten Abschnitt maßgeblich am ersten Saisonsieg gegen den VfL Eintracht Hagen II (34:29) beteiligt. "In Prozenten ist das schwer auszudrücken, aber Kevin hatte einen großen Anteil am Erfolg", erklärt Lauritsch.

In der Woche vor dem Sieg hatte der Coach seinem Torhüter Trainingsverbot erteilt, weil er nach der Auftaktniederlage gegen den RSVE Siegen (30:31) über Knieprobleme klagte. Er hatte in dem Knie schmerzen, in dem er schon einen Kreuzbandriss hatte. Den hatte er sich in seiner Jugendzeit beim OSC Dortmund zugezogen, damit aber noch 18 Monate weitergespielt und sich erst dann operieren lassen. "Ich habe natürlich nicht gewusst, dass ich einen Kreuzbandriss hatte. Aufgrund der guten Muskulatur und einer Bandage waren die Schmerzen auszuhalten", sagt Humberg. Nach der Operation musste er zwölf Monate aussetzen.

Entwicklung zum großen Rückhalt

Hatte er im letzten Jugendjahr für den Regionalligisten Recklinghausen gespielt, so schloss er sich im Seniorenbereich der Westfalia an und entwickelte sich zu einem großen Rückhalt. Humberg hilft seinem Team nicht nur mit seinen Paraden, er ist auch jemand, der die Mannschaft mit seinen Emotionen unglaublich pusht und nach vorne peitscht. Nach gehaltenen Bällen brodelt er wie ein Vulkan und feiert sich. "Das gehört dazu. Man muss sich immer wieder an Kleinigkeiten hochziehen. Auch wenn man 50 Minuten keinen Ball hält, kann es den einen Moment geben, der dich und das Team nach vorne bringt", sagt er. Humberg hat sehr viel von seinem Torwart-Trainer Benny Hoffmann gelernt, wie er betont.

Der Westfalia-Keeper liebt es auch, mit seinen Gegenspielern zu sprechen. "Trashtalk gehört einfach dazu", sagt er. Meistens sucht er sich einen Spieler heraus, mit dem er sich unterhält. Am Wochenende war es Sebastian Schneider, ein ehemaliger Bundesliga-Spieler der SG Flensburg-Handewitt. Nachdem der drei Mal an Humberg gescheitert war, rief der Torhüter ihm hinterher, dass er gleich auch seinen vierten Versuch fangen werde.

Ruhig, besonnen und zurückhaltend

"Das ist absolut okay", sagt Lauritsch, aber "manchmal muss ich Kevin einfach bremsen. Dann überzieht er etwas und ich hole ihn mir mal für zwei Minuten auf die Bank." Wer mit Kevin Humberg im Privaten spricht und ihn nicht vom Handball kennt, kann sich kaum vorstellen, dass er in der Halle so aus sich herauskommt. Er wirkt in Gesprächen eher ruhig, besonnen und zurückhaltend. "Das ist auch sein normales Wesen", erklärt Lauritsch, "ist er aber in der Halle, ändert sich das". Humberg erklärt, dass er im Handball einfach diese Emotionen benötigt, um gute Leistungen zu zeigen.

Und die fordert er immer von sich und seinen Mitspielern ein. Schon am Samstag (19.30 Uhr, Halle Renninghausen) wieder im Heimspiel gegen den mit zwei Siegen gestarteten HSC Haltern-Sythen. "Die Partie gegen Hagen hat gezeigt, dass wir in diese Liga gehören und jeden ärgern können", sagt Humberg. Trotz seines großen Ehrgeizes schreit er keine großen Saisonziele heraus. Das Team müsse sich in der neuen Liga erstmal etablieren und so schnell wie möglich viele Punkte sammeln, um nicht nach ganz unten gucken zu müssen.

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