Handballer kalt erwischt

Mehrere Sporthallen wegen Statikproblemen geschlossen

DORTMUND - Schlechte Nachrichten kurz vor Weihnachten. Die Sporthallen Hörde 1 und Wellinghofen sind wegen akuter Statikprobleme dicht. Die Folge: Dortmunds Hand- und Volleyballer sind auf der Suche nach Trainingszeiten und Spielstätten. Und sollte die Halle Wellinghofen weiterhin geschlossen bleiben, droht der Hallenfußball-Stadtmeisterschaft ein organisatorisches Chaos.

Ganz böse trifft es die Bundesliga-Handballerinnen des BVB, die seit Freitag ohne Trainingshalle dastehen. "Wir müssen von Tag zu Tag improvisieren", stöhnt Trainerin Ildiko Barna. Drei geplante Testspiele in der Vorbereitung auf die Saisonfortsetzung am 27. Dezember sollten in Wellinghofen stattfinden, sie müssen verlegt werden. Barna ärgert vor allem "die Salami-Taktik. Wir werden von einem auf den anderen Tag vertröstet und wissen zu wenig."

Und es könnte sogar noch schlimmer kommen. Da in der Halle Nord 2 die Grundsanierung läuft und die Halle Huckarde ihre Pforten wegen anstehender Baumaßnahmen Anfang Januar schließt, könnten im schlechtesten Falle im Januar gleich vier Sporthallen geschlossen sein.

Was ist passiert in Hörde und Wellinghofen?

In der Halle Hörde 1 wurden Schäden an der Holzunterkonstruktion in der Decke festgestellt. Ein Gutachter wurde beauftragt, der die Statik, den Brandschutz und die Ballwurfsicherheit der Decke prüfen wird. Die Halle wurde am 23. November geschlossen, unbefristet.

Von jetzt auf gleich wurde auch die Halle Wellinghofen dicht gemacht. Das Derby am Freitag zwischen Wellinghofen und Westfalia Hombruch II fiel aus. In der Pressemitteilung der Stadt wurde von "Statikproblemen" gesprochen. Stadtsprecherin Katrin Pinetzki bestätigte, dass die Halle zunächst bis einschließlich 12. Dezember geschlossen bleibt. Ein externer Sachverständiger ist am Werk.Wer ist betroffen?

Die Schließung der Halle Hörde betrifft die Volleyballer des TV Hörde, die Handballerinnen von Westfalia Hörde und BVB 2 sowie die Handballer von Borussia Höchsten. Ohne Trainingsmöglichkeiten sind auch die Handball-Talente aus dem Sportinternat am Rombergpark. In Wellinghofen trainieren und spielen Borussia Höchsten und der TuS Wellinghofen. Und natürlich die Bundesliga-Handballerinnen des BVB.

Was sagen die Betroffenen?

"Die Volleyballer rücken zusammen, teilen sich Spiel- und Trainingszeiten in den Hallen Goethe- und Phoenix-Gymnasium", erklärt Klaus Wilke für die Volleyballer. Hallen-Koordinator Wolfgang Sommer steht dagegen vor fast unlösbaren Problemen für den Bereich Handball. "In der nächsten Woche fallen allein rund 50 Stunden Trainingszeit für die Handballer weg. Spieltechnisch bekomme ich das vielleicht noch hin, aber fürs Training habe ich absolut keine Lösung."

BVB-Handball-Abteilungsvorsitzende Andreas Heiermann findet deutliche Worte und kritisiert vor allem die ungeklärten Zuständigkeiten bei der Stadt: "Ich bin fassungslos, man wird permanent vertröstet. Bis heute bin ich als Abteilungsleiter von der Stadt noch nicht offiziell über die Sperrung informiert worden." Dass es in Wellinghofen Probleme mit der Statik gebe, "ist völlig neu für mich." Heiermann hat noch am Freitag Kontakte geknüpft zur HSG Herdecke. Dort hofft er auf unbürokratische Hilfe.

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