Jugendfußball-Stadtmeisterschaft

Wie der Hörder SC mit viel Einsatz die Titelkämpfe in der Halle Hörde rettete

Es ist eine kleine Geschichte, die zeigt, was mit Herzblut möglich ist. Das Jugendfußball-Turnier in der Halle Hörde hätte ein dickes Manko gehabt, wenn der Hörder SC nicht eingegriffen hätte.

Eigentlich war alles geklärt und vorbereitet. "Wir machen das ja nun schon ein paar Jahre", sagt Kevin Drewing, Jugendleiter vom Hörder SC. Und weil das so ist, hatten sie den Hausmeister in der Halle Hörde frühzeitig darauf hingewiesen, dass der Basketballkorb, der da von der Decke hing, für Fußball-Titelkämpfe wie die Jugendfußball-Stadtmeisterschaften ein deutlicher Störfaktor wäre.

Direkt über dem Siebenmeterpunkt

"Der Hausmeister sagte uns: Das ist kein Problem. Der ist weg, wenn das hier los geht", sagt Drewing. Doch als die Hörder Delegation am Donnerstag in die Halle Hörde kam, da hing der Basketballkorb da immer noch in seiner vollen Pracht von der Decke, direkt über dem Siebenmeterpunkt.

Wieder hieß es, dass das Ganze kein Problem sei, der Korb sei wegen der Basketball-Saison unten gelassen worden und nur noch nicht wieder eingefahren worden. Es gebe zwar ein Problem mit der Elektrik, aber da sei schon ein Elektriker unterwegs, der den Korb schon an seine Position unter das Dach bringen werde. Der Elektriker kam, sah und sagte: "Da kann ich nichts machen."

"Wir haben hier ein Problem"

"Also wurde noch jemand von einer Rolltore-Firma dazubestellt", erzählt Drewing. Doch auch dieser Herr konnte das Problem nicht beheben. Und weil es so langsam spät wurde und es sich abzeichnete, dass die Stadt dem Problem nicht auf die Schliche kommen würde, da rief Kevin Drewing das erste Mal bei Kreisjugend-Obmann Andreas Edelstein an: "Ich habe ihn informiert, dass wir hier ein Problem haben könnten." Edelstein nahm es mit Ruhrpott-Gelassenheit zur Kenntnis: Wenn es so ist, dann ist es eben so. Kann man dann leider nicht ändern.

Doch das wollte Kevin Drewing, das wollten die Organisatoren vom Hörder SC nicht auf sich sitzen lassen: "Wir haben das damals übernommen, weil wir gesagt haben: Wenn wir es machen, dann machen wir es richtig gut. Und uns hätte es schon extrem gestört, wenn der Korb da oben die ganze Zeit gehangen hätte und wir den Spielern hätten sagen müssen: Da bitte nur flach spielen."

"Wir brauchen ein Gerüst"

Also setzen Drewing und seine Helfer vom Hörder SC alles in Bewegung. Bis 22 Uhr versuchen sie noch mit Seilzügen und dem Motor des Handball-Tores ans Ziel zu kommen - aber es klappt nicht: "Uns war klar: Wir brauchen ein Gerüst."

Gut, wenn man im Verein Kontakte hat. Ein Jugendtrainer des Hörder SC arbeitet bei einem Bauunternehmer. Das Gerüst stand am Karfreitag aufbaubereit in der Halle, Drewing und seine fleißigen Helfer nun aber wieder vor einem Rätsel: "Wir hatten jetzt das Gerüst. Aber wir haben uns schon gefragt: Wie machen wir das jetzt eigentlich?"

So stellt man sich seinen Karfreitag vor

Am Ende haben sie verschiedene Zugriehmen um den Korb gelegt, das Ganze mit dem Gerüst verbunden und so eine Hebelwirkung erstellt, "dass wir Millimeter für Milimeter vorankamen. Am Ende hatten wir ihn soweit oben, dass wir zufrieden waren", sagt Drewing mit ein bisschen Galgenhumor, "so stellt man sich seinen Karfreitag vor."

Es sind solche Geschichten, die die Organisation einer Hallenfußball-Stadtmeisterschaft ausmachen und von denen man sich in ein paar Jahren noch erzählen wird. "Weißt du noch damals, als wir den Korb da hochgeschafft haben?" Der Hörder SC hat seine Geschichte in diesem Jahr schon erlebt.

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