VfL Kemminghausen

Kemminghausen-Trainer Thomas Faust im Interview: Es wird ganz schwer für uns

Nach dem schwachen Saisonstart erwartet der Trainer vom VfL Kemminghausen, Thomas Faust, eine harte Spielzeit. Am Sonntag hat der Landesligist ein richtungsweisendes Spiel.

Herr Faust, vor der Saison gaben sie als Marschroute aus, den Klassenerhalt früher als zuletzt schaffen zu wollen. Nach sieben Spielen deutet allerdings vieles darauf hin, dass es wieder bis zum Ende spannend bleiben wird. Würden Sie dem nach dem bisherigen Verlauf zustimmen?

Stand jetzt definitiv. Wenn man unsere Ergebnisse sieht und so einfache Fehler macht wie wir, dann wird es sicherlich ganz schwer für uns. Viele unserer Auftritte hatten nichts mit Landesliga-Fußball zu tun. Wir kassieren deutlich zu viele Gegentore und unsere Chancenverwertung ist katastrophal.

Ihr Team legte mit Siegen gegen Brackel und in Obercastrop einen guten Start hin. Zuletzt gab es allerdings vier Pleiten in Serie - und das mitunter trotz eigener Führung. Warum ist Ihre Mannschaft nach hinten so anfällig, wenn sie vorne liegt?

Weil wir einfach keine Sicherheit in unsere Aktionen kriegen. Generell ist es so, dass in der Landesliga jeder jeden schlagen kann. Man kann aber auch gegen jeden verlieren. Gegen Kaiserau waren wir in der Phase nach dem 1:0 sehr unkonzentriert und kassieren binnen weniger Minuten zwei Tore. Das ist unglaublich. Und wenn das häufiger passiert, dann ist das auch kein Zufall mehr und hat vielleicht auch etwas mit fehlender Qualität und Mentalität zu tun.

Neun der 16 Gegentoren kassierte Ihr Team in der zweiten Halbzeit. Ist Ihr Team nach der Pause häufig zu nachlässig?

Gut möglich. In der zweiten Hälfte sind wir oft unkonzentriert. Da haben wir Phasen von 15 bis 20 Minuten, wo wir uns komplett abmelden. Das darf man sich auf dem Niveau einfach nicht erlauben. Wir haben noch nicht einmal zu Null gespielt. Daher müssen wir zusehen, dass wir künftig auch nach Gegentoren ruhig bleiben. Das haben wir bislang häufig vermissen lassen.

Vor der Saison meinten Sie, Ihr Team hätte sich spielerisch wesentlich verbessert. Ist das nach sieben Spielen mittlerweile erkennbar?

Schon teilweise, ja. Gegen Kaiserau waren wir über eine Stunde überragend, hätten mit vier oder fünf Toren führen müssen. Das war fußballerisch eines der besten Spiele der vergangenen zwei Jahre. Auch gegen Brackel, Frohlinde und Obercastrop waren es gute Auftritte von uns. Aber Fußball ist und bleibt nun mal ein Ergebnissport. Am Sonntag waren wir über weite Strecken schlecht. Ich hätte angenommen, dass mit unseren vielen Neuzugängen der Anfang holpriger wird. Aus unerklärlichen Gründen lief es am Anfang aber besser als zuletzt. Dennoch bleibe ich dabei: Wir haben mehr Potenzial als in den letzten Jahren - auch in der Breite.

Bei einem so großen Kader ist es sicherlich unvermeidbar, auch mal zu rotieren?

Der Kader ist sehr ausgeglichen. Ich könnte immer blind vier oder fünf Wechsel durchführen. Das ist auch manchmal nötig, damit nicht allzu viel Selbstzufriedenheit bei den Spielern einkehrt. Zuletzt habe ich aber nicht groß an der Aufstellung gerüttelt.

Wie steht es eigentlich um die Rückkehr von Kapitän Alex Stärk? Ist am Sonntag wieder mit ihm zu rechnen?

Alex befindet sich nach seinen zwei Operationen am Handgelenk seit vier Wochen wieder im Training, fühlt sich aber noch nicht so sicher. Für kommenden Sonntag ist er noch kein Thema. Er soll zunächst auch erst Spielpraxis in der Zweiten sammeln.

Mit Blick auf die kommenden Aufgaben: Am Sonntag geht es gegen das Tabellenschlusslicht DJK Wattenscheid, die Woche darauf wartet der SSV Mühlhausen. Streben Sie gegen die beiden "Kellerkinder" sechs Big Points an?

Zunächst einmal denke ich von Spiel zu Spiel. Wir haben gegen Hamm ja auch nicht gepunktet. Jetzt zu denken, das Spiel gegen Wattenscheid wird ein Selbstläufer, wäre fatal. Es wird definitiv eine umkämpfte und für uns richtungsweisende Partie. Mal sehen, ob wir uns ans Mittelfeld heranpirschen können, oder noch lange Zeit unten drin stehen werden.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Meistgelesen

Schaden nach Brand in der Kinderwelt geht in die Millionen - Kripo ermittelt nach Brandursache
Schaden nach Brand in der Kinderwelt geht in die Millionen - Kripo ermittelt nach Brandursache
Am Rathausparkplatz - Motorradfahrer (74) bei Verkehrsunfall schwer verletzt
Am Rathausparkplatz - Motorradfahrer (74) bei Verkehrsunfall schwer verletzt
Rettungsaktion: Diese niedlichen Kätzchen steckten in fünf Metern Tiefe fest
Rettungsaktion: Diese niedlichen Kätzchen steckten in fünf Metern Tiefe fest
Marl: Neuer Glanz für das Shoppingcenter - Wiedereröffnung statt Leerstand
Marl: Neuer Glanz für das Shoppingcenter - Wiedereröffnung statt Leerstand
Straßen.NRW sperrt Anschlussstellen der A52  - Worauf Autofahrer jetzt achten müssen
Straßen.NRW sperrt Anschlussstellen der A52  - Worauf Autofahrer jetzt achten müssen

Kommentare