ASC legt Einspruch ein

Entscheidung vor Gericht - Urteil am Donnerstag

Dortmund - Fußball-Oberligist ASC 09 legt wegen der zu späten Gelb-Roten Karte gegen den Schalker Joshua Bitter Protest gegen die Wertung der Partie gegen Schalke II ein. Doch die Situation ist kompliziert.

Der ASC hängt sich an den letzten Strohhalm, der vielleicht doch noch dafür sorgt, dass der Regionalliga-Aufstieg in der eigenen Hand verbleibt. Gestern ging der Brief mit dem Protest gegen die Spielwertung der Heimniederlage gegen Schalke II ans Verbandssportgericht. Der ASC begründet den Protest in dem Schreiben "mit einem Regelverstoß des Schiedsrichters, der den Spieler mit der Nummer zwei die zweite Gelbe Karte gezeigt, ihn aber nicht des Feldes verwiesen hat", sagt Aplerbecks Geschäftsführer Wolfgang Weber.

Gelb wegen Ballwegschlagens

Die Szene passierte in der 85. Minute des Topspiels, als es bereits 1:0 für die Gelsenkirchener stand. Außenverteidiger Joshua Bitter schoss den Ball weg, um ein paar zusätzliche Sekunden herauszuholen. Schiedsrichter Florian Exner zeigte Bitter die Gelbe Karte - es war seine zweite. Exner verwies ihn aber nicht des Feldes und machte damit den ersten Fehler. Kurz darauf pfiff er das Spiel wieder an, der Ball war gute 35 Sekunden frei, Schalke konterte und hätte beinahe das 2:0 erzielt, bevor der Ball auf der linken Aplerbecker Abwehrseite ins Seitenaus ging. Der Linienrichter wies Exner darauf hin, dass Bitter einen Platzverweis hätte erhalten müssen - und reichte ihn eine gute Minute nach der zweiten Gelben Karte nach.

"Eine solche Änderung ist regeltechnisch eigentlich nicht möglich", sagt der Vorsitzende des Verbandsschiedsrichterausschusses des FLVW, Michael Liedtke nach Ansicht der von dieser Redaktion zur Verfügung gestellten Videoszene und beschreibt das Kuriosum: "Sportlich hat der Schiedsrichter es ja am Ende richtig gemacht, denn sonst hätte Aplerbeck die komplette restliche Spielzeit elf gegen elf weiterspielen müssen."

Kein Einfluss auf das Spielgeschehen

Das heißt: Nach den Regeln ist der Geschädigte in dieser Situation eigentlich Schalke 04, der Platzverweis hätte nach der Spielfortsetzung nicht mehr gegeben werden dürfen. "Das Sportgericht muss nun entscheiden, ob sich der erste Fehler negativ auf das Spiel ausgewirkt hat", sagt Liedtke. Und hier könnten die Hoffnungen der Aplerbecker einen herben Dämpfer erhalten. Denn auch wenn es ein formaler Fehler war, Bitter zunächst nicht und dann doch herunterzustellen, hatte Bitter in den 35 Sekunden keinen Einfluss aufs Spielgeschehen. Im Nachhinein muss man aus Sicht des ASC sogar sagen: Der zweite Fehler - die Rote Karte also doch noch zu zeigen - war zwar für die letzten Minuten des Spiels ein Vorteil. Er könnte sich im Nachhinein aber als Nachteil entpuppen, weil es dem Sportgericht dadurch leicht gemacht werden könnte, gegen Aplerbeck zu entscheiden.

Die Entscheidung fällt auf jeden Fall am Donnerstagabend im Sportzentrum Kamen-Kaiserau. Das Verbandssportgericht hat den Termin für die mündliche Verhandlung, zu der Vertreter aus Aplerbeck und Gelsenkirchen sowie der Schiedsrichter eingeladen wurden, festgelegt.

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