Sky-Moderator

Wie der ehemalige ASC-Jugendspieler Peter Hardenacke mit Fußball Kindern im Libanon hilft

Als Dortmunder Junge ist Peter Hardenacke mit Fußball groß geworden. Nun hilft der "Sky"-Moderator beim Aufbau von zwei Fußballcamps für Kinder im Libanon. Dabei wird er vom BVB unterstützt.

Diese Zahl ist erschütternd: Der Libanon, ein eh schon krisengeschütteltes Territorium am Mittelmeer, zählt nur knapp 4,5 Millionen Einwohner, hat aber mittlerweile 1,5 Millionen syrische Flüchtlinge aufgenommen, die wegen des Bürgerkrieges ihre Heimat verlassen haben und Hilfe im Nachbarland suchen. Und das unter teils unmenschlichen Bedingungen.

Perspektive, Ablenkungen, neue Chance

Mehrköpfige Familien leben auf wenigen Quadratmetern zusammengepfercht. Darunter natürlich viele Kinder und Jugendliche. Diesen möchte Peter Hardenacke eine Perspektive, eine Ablenkung, eine neue Chance bieten, nachdem sie in ihrem diktatorischen Herkunftsland Elend, Chaos und Tyrannei erduldet haben.

Im Herbst 2018 stattete der 43-Jährige dem Libanon zum ersten Mal einen Besuch ab. Er besuchte einen TV-Kollegen, den er über die Champions-League-Übertragungen kennengelernt hat. An seine erste Stippvisite erinnert er sich noch genau: "Nach dem langen Flug habe ich in einer lauen Spätsommernacht noch einen Spaziergang unternommen, ich musste irgendwie runterkommen. Mit gemischten Gefühlen bin ich von der American University of Beirut in Hamra, einem Stadtteil der Hauptstadt, bis hin zur Promenade namens Avenue de Paris gelaufen, weil ich nicht wusste, was mich erwartet", erzählt Peter Hardenacke. "Und das habe ich nicht bereut."

Zuvorkommend und gastfreundlich

Vom Taxifahrer über den Rezeptionisten im Hotel bis hin zum Imbiss-Betreiber um die Ecke waren die Einheimischen allesamt zuvorkommend und gastfreundlich. Am Meer ist er auf Jugendliche getroffen, die laut Musik gehört und Shisha geraucht haben, auf Senioren, die gefischt haben, auf ein homosexuelles Pärchen, das trotz streng religiöser, konservativer Ansichten Hand in Hand die Meile spazieren gegangen ist - "und da habe ich mir gedacht: Wow, das ist ein sehr offenes und friedliches Land", sagt Peter Hardenacke, der Anfang der 2000er-Jahre in Brasilien und Argentinien gelebt hat.

Am nächsten Morgen war ein Termin am Goethe-Institut im Bezirk Saifi angesagt. "Auf dem Weg sind mir viele Gebäude aufgefallen, die vom Bürgerkrieg gezeichnet waren." Viele Kirchen und Moscheen säumten seine Strecke - kein Wunder, beherbergt der Libanon doch 18 anerkannte Religionsgemeinschaften. "Mir sind sowohl verschleierte Frauen als auch Frauen mit Miniröcken über den Weg gelaufen", berichtet Peter Hardenacke und ergänzt: "Es gibt dort ein Sprichwort: ?Wenn du denkst, den Libanon verstanden zu haben, dann ist er dir nicht richtig erklärt worden.' Das ist also ein Phänomen, das nicht zu begreifen ist."

Schattenseiten, Armut und Leid

Der gebürtiger Dortmunder, der seit Jahren in München lebt, war beeindruckt von seinem ersten Besuch im Libanon. "Ich habe dort so freundliche Menschen getroffen, ich habe so ein wunderschönes Land kennengelernt."

Peter Hardenacke hat aber auch die Schattenseiten, die Armut, das Leid dieser aufregenden Republik entdeckt. Deshalb hat er sich entschlossen, Kindern und Jugendlichen im Alter von acht bis 14 Jahren zu helfen.

Drei Monate zweimal die Woche die Alltagssorgen vergessen

In Kooperation mit der Organisation "Fingerprint of Change" und der "Viva con Agua"-Stiftung wird 200 Kindern und Jugendlichen drei Monate lang ermöglicht, zweimal die Woche in zwei Fußballcamps in Schatila und im Norden des Landes die Alltagssorgen zu vergessen. Grenzenlos. Kinder und Jugendliche, die aus dem Libanon, aus Syrien und aus dem Sudan stammen. Kinder und Jugendliche, die eine Schule besuchen oder auch nicht.

Ausgebildete Trainer betreuen den Nachwuchs, bringen ihnen das A und O des Fußballs bei. Drei Stunden am Tag verbringen sie dort, werden mit Essen und Getränken versorgt. Als gebürtiger Dortmunder, der als linker Mittelfeldspieler in der Jugendabteilung beim ASC 09 aktiv war und mit BVB-Ikone Lars Ricken zur Schule gegangen ist, pflegt Peter Hardenacke gute Verbindungen zu Borussia Dortmund.

"Absolut unterstützenswert"

Daher hat sich die Vereinsstiftung "leuchte auf" auch gerne bereit erklärt, sich für das Vorhaben des "Sky"-Moderators stark zu machen. "Wenn sich Privatpersonen für zivilgesellschaftliche Themen einsetzen wie Peter Hardenacke, finden wir das absolut unterstützenswert", betont Stiftungsmanager Marco Rühmann. "Peter Hardenackes Projekt, das von Anfang bis Ende durchdacht ist, ist sehr professionell vorbereitet. Er lebt dieses Projekt mit jeder Faser - und dieser Feuereifer ist auf uns übergeschlagen." Etwa 1300 Projekte - und das zum Teil weit über die Grenzen Dortmunds hinaus - werden pro Jahr von der BVB-Stiftung "leuchte auf" unterstützt.

Dem "Sky"-Moderater hat Borussia eine großzügige Spende mit schwarzgelben Trikots zur Verfügung gestellt. Den Karton hat Peter Hardenacke kürzlich an der BVB Evonik Fußballakademie an der Strobelallee abgeholt. Die Ausrüstung für die kleinen Kicker ist bereits auf den Weg in den Libanon.

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