Viel Lob für ASC-Kapitän Kevin Brümmer

Es gibt auf seiner Position in der Oberliga keinen Besseren

Dortmund - Mit dem Profi-Fußball hat es nicht geklappt. Aber Kevin Brümmer ist das Gesicht des Aplerbecker Angriffs auf die Regionalliga in dieser Spielzeit. Der 25-Jährige bleibt trotz des Lobes aus der gesamten Liga gelassen. Einen zweiten Anlauf in höhere Gefilde will er frühestens in zweieinhalb Jahren starten.

Magnus Niemöller beschreibt ihn als einen der überragenden offensiven Mittelfeldspieler der Fußball-Oberliga West. Thorsten Nehrbauer geht sogar einen Schritt weiter als der Trainer-Kollege des TuS Haltern. "Es gibt in unserer Liga auf der Position keinen Besseren. Wer soll das sein?", fragt der Coach von Kaan-Marienborn. Beide sprechen über Kevin Brümmer, den Kapitän des ASC 09 Dortmund.

Terzic: "Einer der absoluten Garanten"

Die Trainer des Tabellenzweiten (Kaan) und -dritten (Haltern) reden mit höchstem Respekt über den 25-Jährigen. Ebenso der Coach des Vierten FC Brünninghausen. "Kevin Brümmer gehört zu den absoluten Top-Spielern dieser Liga. Er hat schon im vergangenen Jahr eine tolle Spielzeit absolviert und ist in dieser Saison einer der absoluten Garanten des Aplerbecker Höhenflugs", sagt Alen Terzic.

Der Höhenflug hat den ASC bis auf Platz eins katapultiert, nachdem das Team sich in der vergangenen Saison erst am letzten Spieltag gerettet hatte. Das Ziel Regionalliga rückt aktuell immer näher. Brümmer war aber auch schon in der vergangenen schwierigen Saison die prägende Figur beim ASC.

Brümmer ist eiskalt vor dem Tor

In dieser Spielzeit hat der 1,78 Meter große und 70 Kilogramm schwere Brümmer noch einmal einen großen Schritt nach vorne gemacht. Er übernimmt immer mehr Verantwortung und führt das Team an. Er setzt sich häufig im Eins-gegen-Eins durch, hat einen genialen linken Fuß und ist eiskalt vor dem Tor, ohne zu überdrehen und seine Mitspieler zu übersehen. Zudem ist er auf dem Platz der rechte Arm von Trainer Adrian Alipour. Ein Blick auf die nackten Zahlen zeigt schon, wie wichtig Brümmer für das Team ist. Als offensiver Mittelfeldspieler hat er bisher in 22 Spielen 17-mal getroffen. Nur Rheines Ex-Profi Timo Scherping hat bisher mehr Tore erzielt (21). Dreimal machte Brümmer das wichtige 1:0 für den ASC, gleich fünfmal gelang ihm ein Doppelpack und sein Tor zum 2:1 in der Nachspielzeit gegen den SC Paderborn II brachte drei Punkte.

Aktuell Dortmunds bester Amateur-Fußballer

Allein im Jahr 2018 traf er in fünf Begegnungen gleich achtmal. Absolute Topwerte für einen offensiven Mittelfeldspieler. Er ist aktuell Dortmunds bester Amateur-Fußballer. Das kann getrost gesagt werden, ohne anderen Spielern wehzutun. Thorsten Nehrbauer traut Brümmer die Regionalliga locker zu, sein Trainer Adrian Alipour ebenfalls. "Mit seiner Klasse kann es sogar noch einen Ticken weitergehen", sagt Nehrbauer. Er muss es wissen, er hat zwei Bundesliga- und 132 Zweitliga-Spiele vorzuweisen.

"Ich mache jetzt aber keine großen Experimente und wechsele für 2000 Euro netto im Monat in die Regionalliga. Ich habe in Aplerbeck verlängert, weil ich mich hier wohlfühle und meine Ausbildung zum Kaufmann in Ruhe fertig machen kann. Zweieinhalb Jahre läuft die noch. Vielleicht greif ich danach noch einmal an", sagt Brümmer.

Brümmer: "Hatte damals die Hoffnung, bei den Profis reinzuschnuppern."

In der Regionalliga ist Brümmer schon aufgelaufen. Nach seiner Jugendzeit beim BVB und in Iserlohn wechselte er mit 19 Jahren zur SG Wattenscheid 09. In der Saison 2014/15 spielte er dann für den VfL Bochum II. War er bei der SG Wattenscheid 09 noch Stammspieler, so konnte er sich mit 22 Jahren beim VfL nicht durchsetzen. Er kam zwar in der Spielzeit 2014/15 21-mal für die Ruhrstädter zum Einsatz, stand aber nur achtmal in der Startelf und nur dreimal die vollen 90 Minuten auf dem Feld. "Klar hatte ich damals die Hoffnung, bei den Profis reinzuschnuppern. Das war mein Ziel. Es hat nicht geklappt. Zwei Verletzungen haben mich zurückgeworfen und Profi-Coach Peter Neururer hat nicht sehr häufig Spieler aus der Zweiten eingeladen", erinnert sich Brümmer.

Er ging dann einen Schritt zurück, wechselte nach einem Jahr Bochum zum ASC. Und Coach Daniel Rios funktionierte den gelernten linken Außenverteidiger zum offensiven Mittelfeldspieler um. "Das ist eigentlich die Position, die ich immer spielen wollte. Aber bei der SG Wattenscheid 09 und beim VfL Bochum geht man nicht einfach mal zum Trainer und sagt, dass er mich in der Offensive einsetzen soll", sagt Brümmer.

Alle Freiheiten beim ASC

Heute gibt ASC-Coach Adrian Alipour ihm in der Offensive alle Freiheiten. "Klar, könnte Kevin noch mehr nach hinten arbeiten. Er benötigt aber seine kurzen Pausen, um dann wieder in der Offensive für uns zu brillieren", sagt Alipour. So wie am vergangenen Wochenende, als er gleich doppelt beim 4:2 gegen Arminia Bielefeld II traf.

"Wahnsinn, wie eiskalt er und sein Mitspieler Maximilian Podehl vor dem Tor sind. Diese Qualität hat kein zweites Topteam der Liga in seinen Reihen. Deshalb kann ich Aplerbeck heute zum Aufstieg gratulieren", sagt Nehrbauer. Podehl hat als Stürmer bisher ebenfalls 17 Tore erzielt.

Der Aufstieg ist greifbar

Brümmer nimmt die Glückwünsche nicht an. Denn acht Spieltage sind noch zu absolvieren. Kaan liegt drei Punkte zurück, hat aber ein Spiel mehr absolviert. Auf Platz drei folgt TuS Haltern mit acht Punkten Rückstand. Der TuS hat ein Nachholspiel mehr zu absolvieren. Die ersten beiden Teams steigen in die Regionalliga auf. "Wir sprechen nicht vom Aufstieg. Wir wollen einfach unseren aktuellen Tabellenplatz verteidigen", sagt Brümmer.

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