Volleyball Dritte Liga

Der TV Hörde hinkt den Erwartungen bisher hinterher

Nach vier Spielen wartet der Volleyball-Drittligist TV Hörde weiter auf den ersten Sieg. Das Ziel Top drei ist in weiter Ferne. Die Trainerin denkt dennoch positiv.

Selbst vier Niederlagen in den ersten vier Saisonspielen können Tonya "Teee" Williams nichts anhaben. "Natürlich waren die Ergebnisse nicht schön", sagt die Trainerin des Volleyball-Drittligisten TV Hörde. "Aber ich habe auch viel Gutes gesehen." Immer optimistisch, immer das Positive in den Fokus rücken. Sie kann gar nicht anders. "Das ist einfach meine amerikanische Attitüde", meint Williams und versprüht wieder diesen grenzenlosen Optimismus, wie es wohl nur Sportler aus den Vereinigen Staaten können. Und sowieso: Es sind doch erst vier Spiele. "Das ist nicht das Ende der Welt. Man kann es ja auch positiv sehen und sagen: Wir sind doch erst am Anfang."

Doch so positiv die Trainerin auch denken mag, beim TV Hörde haben sie sich das alles wohl trotzdem irgendwie anders vorgestellt. Vor der Saison, als die Euphorie noch größer war, als sie es bei Williams heute immer noch ist, da hatte man selbstbewusst die Top drei als Ziel ausgerufen.

Eine Ernüchterung ist eingekehrt

Nach nur vier Spielen ist nun allerdings eine gewisse Ernüchterung eingekehrt und der Entschluss gereift, "erst einmal von Spiel zu Spiel zu schauen, bevor wir wieder ans große Ganze denken", wie Spieler Jan Terhoeven erklärt. Und wer die Mannschaft in den vergangenen Tagen etwas genauer beobachtet hat, dem wird auch die Enttäuschung nicht verborgen geblieben sein, die der Auftakt hinterlassen hat. "Natürlich sind wir im Moment alle geknickt", sagt Terhoeven, "weil wir uns den Start sicherlich alle ganz anders vorgestellt haben". Besonders nach dem 1:3 gegen den TVA Hürth, das die Hörder wegen einer Grippewelle stark ersatzgeschwächt bestreiten mussten, waren "viele frustriert", schildert Williams die Stimmung in der Mannschaft.

Dabei waren die beiden Auftaktniederlagen gegen die SVG Lüneburg II und bei den SF Aligse durchaus verheißungsvoll. Beide Spiele gingen knapp im Tiebreak verloren, "aber wir haben auch gegen zwei sehr starke Gegner zwei Punkte geholt. Das war daher in Ordnung", betont der 30-Jährige, und doch decken die Spiele ein Stück weit auch die Problematik auf, der das Team von Tonya Williams unterliegt: In engen Spielsituationen treffen ihre Spieler aktuell zu oft die falschen Entscheidungen, zu oft unterlaufen ihnen leichte Fehler. So auch am vergangenen Wochenende, als der TV Hörde beim PTSV Aachen erneut im Tiebreak unterlag. "Vielleicht fehlt uns in manchen Situationen gerade die Erfahrung", sagt Terhoeven.

"Ich denke, die Gründe sind von allem ein bisschen", erklärt Williams und meint spieltechnische Fehler, taktische Elemente, die mentale Komponente, aber auch "Glück und Pech". Man müsse nun Lösungen finden, die Mannschaft wieder in die Spur bringen, sagt die 50 Jahre alte Übungsleiterin. "Wir ziehen da alles aus unseren Taschen, was uns zur Verfügung steht." In dieser Woche hat sie den Fokus mit ihrem Trainerteam vor allem auf den Umgang mit engen Spielsituationen gelegt. "Man kann solche Drucksituationen im Training simulieren", sagt Williams.

Die Mannschaft ist gewillt

Die Mannschaft jedenfalls ist gewillt, sich aus dem Tief heraus zu kämpfen. "Was wir jetzt brauchen, ist ein Erfolgserlebnis", meint Terhoeven. "Denn vieles ist bei uns derzeit einfach Kopfsache." Das weiß auch Williams, die nicht müde wird bei dem Versuch, ihren Optimismus auch auf das Team zu übertragen. "Alles ist möglich", sagt sie wieder und wieder. "Alles ist möglich." Aber auch noch das Ziel Top drei? "Ich werde niemals aufgeben", sagt Williams. Sie kann einfach nicht anders.

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