Zweierbob bei den Olympischen Spielen

Jetzt geht es für Christopher Weber um Edelmetall

Pyeongchang - Der Dortmunder Olympionik Christopher Weber ist nach den ersten beiden Läufen zusammen mit Johannes Lochner trotz eines Malheurs beim Start Dritter der olympischen Gesamtwertung im Zweierbob. Am Montag will er es besser machen.

Die Chance auf eine Medaille hat auch ein Zuviel an Adrenalin nicht zunichte gemacht: Der Dortmunder Anschieber Christopher Weber steht zusammen mit Bob-Pilot Johannes Lochner im olympischen Zweierbob nach den ersten zwei von vier Läufen auf Bronzerang drei - am Montag geht es in den Finalläufen ums Edelmetall.

Nicht zufrieden

Um 12.15 Uhr und 14 Uhr deutscher Zeit (Eurosport) gehen Weber und Lochner erneut in die olympische Bobbahn von Pyeongchang. Mit den ersten beiden Läufen ist Weber trotz Gesamtrang drei nicht zufrieden: "Das hat mir heute gar nicht gepasst", sagte der ehemalige Leichtathlet. "Beim ersten Lauf habe ich - wahrscheinlich dadurch, dass ich ein bisschen zu motiviert war - den Bob hinten links etwas aus der Spur gehoben." Locker zwei Hundertstel habe sie dieses Malheur gekostet, aber selbst wenn man diese verlorene Zeit abzieht, "entspricht das immer noch nicht den Ansprüchen, die wir haben", so Weber. Lochner habe ihnen im Anschluss "so ein bisschen den Arsch gerettet", sagt Weber.

Nach dem ersten Lauf waren die beiden sogar "nur" Sechste. Mit dem zweiten Lauf begann die Aufholjagd, die sie knapp hinter dem in Führung liegenden deutschen Team um Nico Walther und Christian Poser sowie den Kanadiern Justin Kripps und Alexander Kopacz auf Platz drei brachte und die heute fortgesetzt werden soll: "Es ist alles drin. Nicht nur der dritte, zweite oder erste Platz, sondern wir müssen auch nach hinten aufpassen", sagt Weber bescheiden, denn auch mit dem zweiten Lauf war er nicht komplett zufrieden: "Da habe ich aber keine Ahnung, woran es lag", gab Weber zu - und bekam daraufhin von seinem Teamkollegen einen Tipp mit Augenzwinkern: "Schneller laufen."

Aber die Fehlerminimierung spielt natürlich eine große Rolle. Um den großen Traum vom olympischen Edelmetall wahr werden zu lassen, wollte sich Weber am Abend noch einmal seine Läufe im Video anschauen und mit dem Start-Trainer sprechen: "Dann werden wir schon noch die eine oder andere Hundertstel finden, um den Abstand zu den anderen zu verkleinern beziehungsweise auf die hinter uns zu vergrößern."

"Der geilste Wettkampf"

Danach ging es spät ins Bett, das Licht in der Bob-WG ging wieder erst mitten in der Nacht aus, damit die Müdigkeit zum Zeitpunkt der Finalläufe keine Chance hat.

Viel hängt am Wettkampftag mit einem guten Gefühl zusammen: "Es ist der geilste Wettkampf meines Lebens bis jetzt. Nicht nur, weil es bis jetzt gut gelaufen ist, sondern auch, weil es einfach ein geiles Gefühl ist. Ich war noch nie so voller Adrenalin." Am Montag will er es allerdings deutlich dosierter einsetzen.

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