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Bei Wind und Wetter ist Herbert Hud von den Kanuten Emscher-Lippe auf dem Wasser zu finden.

Freizeitsport Kanu

Hud liebt das Naturerlebnis im Wasser auch mit fast 80 Jahren

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DATTELN - Er ist groß, gertenschlank, sehnig, hat ein wettergegerbtes Gesicht und ist auf dem Wasser, wann auch immer es geht. Herbert Hud von den Kanuten Emscher-Lippe (KEL) in Datteln ist ein Paddler aus Leidenschaft.

In diesem Jahr wird Hud 80 Jahre alt. Das hindert ihn nicht daran, Kilometer zu „fressen“. „Im Schnitt sind es 2000 im Jahr“, sagt er, „es waren aber auch schon 2500 oder 3200.“

Durch einen Schulkollegen kam er zum Paddeln. Das war im Jahr 1957, damals zunächst beim Kanuclub Datteln. „Als der aber die Rennsportabteilung zugemacht hatte, bin ich zu den Kanuten Emscher-Lippe auf die andere Kanalseite gewechselt.“ Dort betrieb der gebürtige Oer-Erkenschwicker den Leistungssport weiter, wechselte auch mal den Verein, kehrte aber zu den Kanuten Emscher-Lippe zurück.

Drei- bis viermal die Woche ist er auf dem Wasser. Was ihn so daran reizt? „Du bist immer an der frischen Luft“, antwortet er, „die Natur, der Sauerstoff und das Wasser… Es ist zwar anstrengend, macht aber sehr viel Spaß.“

In Sichtweite liegt das Bootshaus des Dattelner Rudervereins. Wäre das nicht eine Alternative gewesen? Herbert Hud spricht der Schalk aus den Augen: „Nein“, sagt er, „beim Paddeln sieht man, wo man hinfährt. Die Ruderer sehen eine Kneipe doch erst, wenn sie daran vorbeigefahren sind.“

Rudern ist keine Alternative für ihn

Doch Hud, der sich vor einem Jahr auf Einladung von Burkhard Mehlhorn, dem Vorsitzenden des Rudervereins, mal in ein Ruderboot gesetzt hat, hat auch eine ernsthafte Antwort parat: „Ruderboote sind doch viel zu sperrig und unhandlich. Paddeln kann man auch auf kleinen Flüssen. Rudern nicht. Und wenn ein Wehr im Weg ist, kann man das Kanu leicht drumherum tragen. Das geht mit einem Ruderboot nicht.“

Mit dem Kanu auf dem Anhänger hat er schon halb Europa bereist – und erpaddelt. „Ich bin schon einmal um den Bodensee herum“, erzählt er, „ebenso um den Genfer See. Die Schweizer Seen habe ich schon fast alle durch.“ Die Wildwasser in Österreich findet er toll, doch am schönsten sei das Paddeln auf der Weser und der Ardeche in Frankreich. „Die Weser ist ein schöner Paddelfluss“, sagt er, „so naturbelassen. Und dann die Ardeche mit ihren steilen Felsenschluchten….“

Die hat allerdings auch einen Nachteil: „Man muss vor acht Uhr in der Frühe los, um in Ruhe paddeln zu können. Mit Bussen werden die Touristen dorthin gekarrt. Im Sommer sitzen dort zweieinhalb, dreitausend Menschen in Booten. Das macht keinen Spaß mehr.“

Doch auch im engeren Umkreis ist der 79-Jährige unterwegs. „Lippe und Stever sind sehr schön“, sagt er, „aber die Lippe ist ja leider teilweise gesperrt.“ Sein Tipp: „Die Lippe runter bis nach Wesel paddeln. Das sind 83 Kilometer. Und von dort kann man sich abholen lassen.“

Eine Rennsportabteilung besitzen auch die Kanuten Emscher-Lippe, bei denen Hud auch jahrelang als Trainer aktiv war. Allerdings besteht die hauptsächlich aus Kindern und Jugendlichen. „Um als Erwachsener das Paddeln als Leistungssport zu betreiben, musst du Talent haben und jeden Tag trainieren“, weiß er, „Erwachsene, die einen Beruf und Verpflichtungen haben, schaffen das nicht.“

So bleibt es beim Freizeitsport. „Wenn ich will“, sagt Hud, „schnappe ich mir den Kahn und fahre los.“ Ungeachtet von Wind und Wetter – selbst im Winter ist er auf dem Wasser zu finden. „Schlechtes Wetter“, sagt er, „gibt es nicht. Ich mache dann meine Windjacke zu und ziehe die Spritzdecke hoch.“

Kaum zu glauben, dass der 79-Jährige noch ein Idol hat: „Ich habe einen Bekannten in Düsseldorf. Der ist 92 Jahre alt und reißt immer noch um die 2000 Kilometer im Jahr ab. Ihm habe ich schon gesagt: ,Alfred, du bist mein Vorbild.“

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