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Dominik Lasarz, Vorsitzender des Kreisjugendausschusses im Fußballkreis Recklinghausen, stehen turbulente Tage bevor. 

Fußball

Auch im Juniorenbereich steht die Saison vor dem Abbruch

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Im Seniorenbereich will die Mehrheit der Vereine einen Abbruch der Saison. Nun ziehen die Jugendvertretungen der Kreise nach. Bei den Junioren ist die Lage allerdings noch komplizierter.

  • Es drohen komplizierte Regelungen um Auf- und Abstieg
  • Fußballkreis RE plädiert für Lösung ohne Absteiger
  • "Sehr, sehr vage" Planungen für die Saison 2020/21

Stolze 88 Prozent der Vereine hatten bei der Umfrage des Fußball- und Leichtathletik-Verbands (FLVW) für einen Saisonabbruch votiert. „Dem schließen wir uns an“, bestätigt Dominik Lasarz, Vorsitzender im Jugendausschuss des Fußballkreises Recklinghausen.

Zuvor hatte Lasarz in Videokonferenzen mit seinen 28 Kollegen aus Westfalen diskutiert. Als „alternativlos“ bezeichnet FLVW-Vizepräsident Holger Bellinghoff das Votum der Kreisjugendausschüsse. Nun werden entsprechende Beschlüsse vorbereitet. Denn: In den Satzungen ist ein Saisonabbruch nicht vorgesehen. „Zumindest haben wir nun die formelle Voraussetzung geschaffen“, erläutert Lasarz.

Wie im Seniorenfußball ergibt sich auch bei den Junioren bei einer Wertung der Saison die Auf- und Abstiegsfrage. Und die stellt die Kreisjugendausschüsse vor große Herausforderungen. Ein Freund einer Berechnungsformel, wie sie beispielsweise im Handball angewendet wird, ist Dominik Lasarz nicht.

Berechnungsformel ist keine ernsthafte Option

In Kreisen wie Recklinghausen mit Qualifikations- und Meisterrunden fehle eine Grundlage für eine Wertung und die Ermittlung von möglichen Aufsteigern. „Klar, es gibt Staffeln, da sind 12 von 22 Spielen ausgetragen, da ist ein solcher Berechnungswert durchaus aussagekräftig.“ Jedoch: „Es gibt auch Staffeln, wo deutlich weniger Spiele ausgetragen sind und zum Beispiel der Tabellenzweite nur zwei Punkte Rückstand und zwei Spiele weniger gespielt hat.“

Der Dattelner versichert: „Wir suchen die fairste Lösung. Das wird aber nicht in allen Fällen machbar sein.“ Absteiger soll es nicht geben. „Das ist die klare Tendenz.“ Aber auch da macht Lasarz eine Einschränkung. „Das ist auch stark abhängig vom Jahrgang. Manche Vereine stellen dann in der Folgesaison keine Mannschaft mehr, weil dieser Jahrgang schlicht nicht besetzt ist.“ Möglicherweise müsse da im Einzelfall geprüft werden.

Weitere Videokonferenzen in den nächsten Tagen

Am heutigen Dienstag tagt der Kreisausschuss in einer Videokonferenz, am Mittwoch schalten sich die Vorsitzenden der Kreise im Ruhrgebiet und Münsterland zusammen, um über die Vorgehensweise im Mädchenbereich zu beraten. Dort kooperieren die Fußballkreise, um einen geregelten Ligabetrieb zu organisieren. „Es ist ein straffes Zeitfenster“, so Lasarz.

Bis Donnerstag sollen sich die Kreise beim Verband melden und ihre bevorzugte Lösung präsentieren. Was zum nächsten Problem überleitet: „Es muss für alle 29 Kreise eine einheitliche Lösung her“, so Lasarz.

Fahrplan für 2020/21 ist „sehr, sehr vage“

Für die Saison 2020/21, wann auch immer diese beginnen mag, erstellt der Kreis „eine sehr, sehr vage Grobplanung“, so Lasarz. Größtmögliche Flexibilität ist gefragt: Staffelplanung, Wettbewerbsformen und weitere erforderliche Regelungen sind abhängig von einem verbindlichen Starttermin. „Da sind wir auf die Beschlüsse der Politik angewiesen“, ergänzt Lasarz. „Es ist eine absolute Ausnahmesituation.“

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