Tim Colen und Sascha Drepper kämpfen im Derby um den Ball.
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Helle Aufregung im Suderwicher Strafraum: Tim Colen (M.) kann hier im letzten Moment gegen den Stuckenbuscher Sascha Drepper klären.

Fußball

FC Marl souverän, kein Sieger im Recklinghäuser Stadtduell - so lief der vierte Spieltag in der Bezirksliga 14

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  • Jochen Sänger
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Brotlose Kunst in Herten-Disteln, ein Feuerwerk an der Hagenstraße in Marl, ein kämpferischer VfB Hüls in Lippramsdorf, dazu ein Derby ohne Sieger: Am vierten Spieltag in der Bezirksliga 14 war für jeden was dabei.

SG Suderwich - SF Stuckenbusch 1:1 (1:0)

Wie in der zweiten Kreispokal-Runde vor vier Wochen endete auch in der Bezirksliga das Recklinghäuser Derby nach 90 Spielminuten 1:1. Ein Ergebnis, das unterschiedliche Reaktionen bei der SG Suderwich und den Sportfreunden Stuckenbusch hervorgerufen hat. Hatte sich Stuckenbusch im Pokal noch über den Ausgleich im allerletzten Moment gefreut, so war das Team von Pierre Bendig nach dem erneuten Nachbarschaftsduell „mega, mega enttäuscht“. Weil die Gäste vom Leiterchen 50 Minuten in Überzahl spielten und ihren personellen Vorteil erst sehr spät in Zählbares ummünzten.

Dass die Gäste vom Leiterchen nicht mit leeren Händen die Heimfahrt antraten, konnte Pierre Bendig kaum versöhnen. „Wir haben alles, was wir uns vorgenommen haben, nicht umgesetzt.“ Auch, weil die Suderwicher Fußballer ihre Gäste nicht ins Spiel kommen ließen. Das Team von Christoph Meyer startete druckvoll ins Derby und ließ keinen Zweifel aufkommen, dass es seinen Saisonstart vergolden wollte. „Das ist uns nicht ganz gelungen“, räumte der SG-Trainer ein. Fünf Punkte aus vier Spielen sorgen in der Tabelle dennoch für einen gewissen Glanz.

„Mit elf Mann“, da legt sich Meyer fest, „hätten wir dieses Spiel gewonnen.“ Denn beim personellen Gleichstand waren die Platzherren spielbestimmend. Beim Gang auf den grünen Rasen hatten Spieler der Suderwicher Kreisliga-B-Zweitvertretung ihren Vereinskameraden „Macht sie fertig!“ mit auf den Weg gegeben.

Und die Bezirksliga-Elf ließ Taten folgen. Leon Dwinger scheiterte früh an Dominic Kandziora (3.). Auch in der Folgezeit gewann die SGS die entscheidenden Zweikämpfe im Mittelfeld und spielte sich ein Übergewicht heraus. Die erste Stuckenbuscher Möglichkeit folgte aus einem Fehlpass der Gastgeber – Dominik Heinemann zog aus der Distanz ab, Torhüter René Mennemann war aber aufmerksam (16.). Chancenlos war dessen Gegenüber in der 25. Minute: Max Eggermann bediente Mathis Kämper mustergültig. Justin Kaup schien die Situation geklärt zu haben, der Suderwicher setzte jedoch nach und traf zum 1:0. Wenig später foulte der bereits verwarnte Kämper Thomas Kühlkamp – Gelb-Rot (38.).

Vestia Disteln - SF Merfeld 0:4 (0:1)

Bezirksligist SV Vestia erwischte so einen Tag, an dem man besser zu Hause hätte bleiben sollen. Die Distelner verloren nicht nur gegen die Sportfreunde Merfeld verdient mit 0:4 (0:1), sondern auch noch zwei Spieler durch Platzverweise.

Damit wird der eh schon dezimierte Kader der Distelner noch kleiner. Bei den Hausherren erwischte es in der 69. Minute Kevin Gola mit Gelb-Roter Karte nach Foulspiel. Und in der 88. Minute sah Felix Wagner sogar glatt Rot. „Wofür, weiß ich nicht. Ich habe meinen Gegenspieler im Strafraum leicht mit der Schulter geschoben. Ich dachte, eine Doppelbestrafung gibt’s nicht mehr“, meint Wagner. Nach dem Foul des Distelners an Marc Perick gab Schiri Chris Nielinger (Bergkamen) einen Foulelfmeter, den Robin Wihan zum 0:4 nutzte. „Der Sieg der Merfelder geht absolut in Ordnung. Unsere Sturmreihe war heute nicht da“, sagt Vestia-Coach Jörg Breski. Wobei: Die Hausherren hatten zu Beginn zwei dicke Chancen. Diese ließ jedoch Tim Gilgner liegen. Erst war er nach Zuspiel von Philipp Müller frei vor Torwart Dominik Brocks, scheiterte jedoch (5.). Kurz danach war die Situation ähnlich, wieder mit Brocks als Sieger (10.). Was bis dato niemand wusste: Das waren auch die letzten beiden klaren Chancen der Distelner im gesamten Spiel.

Mit letztem Einsatz kratzt hier Distelns Louis Sliwa (r.) den Ball von der Linie.

Anschließend lieferte die Vestia-Elf, die durchaus bemüht war, im Angriff brotlose Kunst ab. Nach 32 Minuten zeigten die Merfelder Effektivität. Den Fehler der Distelner Hintermannschaft nutzte Lucas Reining gnadenlos aus, traf flach zum 0:1. Das war auch der Halbzeitstand. Im zweiten Durchgang blies die Breski-Bande zur Attacke. Gegen die robuste Abwehr der Gäste war jedoch kein Kraut gewachsen. Und die Sportfreunde selbst waren meist mit langen Bällen gefährlich. So wie in der 55. Minute. Da entwischte Mathias Küster über die linke Seite, schob den Ball lang flach zum 0:2 ein. Kurz danach sah Küster nach einem rüden Einsteigen gegen Kevin Gola die Rote Karte (59.). Die numerische Überlegenheit war wenig später allerdings dahin nach der Ampelkarte von Gola. Per Konter stellte Marc Perick auf 0:3 (73.), den Schlusspunkt zum 0:4 setzte eben Wihan mit dem verwandelten Elfmeter (89.).

FC Marl - SpVgg. Erle 5:0 (2:0)

Einbahnstraßenfußball an der Hagenstraße, so könnte man den Spielverlauf beim klaren 5:0 (2:0)-Heimspielsieg des FC Marl gegen den hoffnungslos unterlegenen Aufsteiger SpVgg. Erle 1919 treffend beschreiben. Bei konsequenter Chancenverwertung wäre auch ein zweistelliger Kantersieg des Titelaspiranten möglich gewesen. Daher war FC-Coach Mani Mulai auch mit dem Auftreten seiner Truppe mehr als zufrieden: „Wir haben endlich mal wieder die Spielfreude gezeigt, die wir in den letzten Spielen vermissen ließen. Zudem habe ich jetzt wieder mehr personelle Alternativen, die den Konkurrenzkampf im Team beleben.“

Dreifach-Torschütze Ahmed Bakare (li.) ist hier auf dem Weg zu seinem ersten Treffer zum zwischenzeitlichen 2:0.

So stand Toptorjäger Yannick Goecke nach längerer Verletzungspause endlich wieder in der Startelf. Nachdem der Marler Kapitän seine erste gute Möglichkeit noch vergeben hatte (15.), machte er es nur eine Zeigerumdrehung später besser und schoss seine Farben früh in Führung (16.). Es entwickelte sich ein einseitiges Spiel in Richtung von SpVgg.-Keeper Benjamin Baschek. Einzig Chancenwucher konnte man dem FCM vorwerfen.

So vergaben abermals Yannick Goecke (24., 38.) und Flügelflitzer Dario Gedenk (32.) weitere glasklare Einschussmöglichkeiten. Wie es geht, zeigte der agile Ahmed Bakare beim 2:0, als er Goalie Baschek umkurvte und locker einschob (35.). Von den Gästen sah man außer unkontrollierten Befreiungsschlägen so gut wie gar nichts. In der Offensive fehlten die Kreativität und die Durchschlagskraft, während es in der Defensive sichtbar an Tempo mangelte.

Kurz nach Wiederbeginn schraubten Ahmed Bakare, mit seinen zweiten Treffer (50.) und Dario Gedenk (56.) das Ergebnis standesgemäß in die Höhe. Das schönste Tor des Tages war dann wiederum Ahmed Bakare vorbehalten, der mit einem strammen Schuss von der Strafraumgrenze seinen Dreierpack schnürte (72.). Die letzte gute Möglichkeit vergab der eingewechselte Mahmut Tas (87.) der nach monatelanger Verletzungspause ebenfalls sein Comeback gab. Mit diesem Sieg untermauert der FC Marl seine Titelambitionen in der Bezirksliga 14 und fährt zuversichtlich zum nächsten Auswärtsspiel nach Merfeld.

Genclikspor RE - SC Hassel 3:2 (3:1).

Es geht doch. Aufsteiger Genclikspor Recklinghausen ist in der neuen sportlichen Umgebung angekommen. Die Mannschaft von Yakup Köse und Gürkan Demirdere feierte beim 3:2 (3:1) gegen den SC Hassel den ersten Saisonsieg. „Ich hoffe, dass der Knoten geplatzt ist“, sagte Köse. Sein Fazit fiel hinterher zwiegespalten aus. „Unsere erste Halbzeit war richtig gut“, lobte der Spielertrainer. Mit der Leistung des zweiten Durchgangs war er nicht ganz zufrieden. „Egal“, so Köse, „allein die drei Punkte zählen.“

Und die verdienten sich die Fußballer aus dem Recklinghäuser Süden mit einer guten Mannschaftsleistung in den ersten 45 Minuten. „Unsere Abwehr stand sehr gut“, würdigt Köse. Viel kam nicht bis zum Tor von Hüseyin Takim durch. „Das war überragend.“
Das konnte Hassels Torhüter Christian Bosnjak nicht von sich behaupten. Genclikspor spielte sich einige gute Möglichkeiten heraus, weil es nach Hasseler Ballverlusten schnell auf die Gegenseite ging: Binnen 180 Sekunden setzen die Platzherren schließlich Wirkungstreffer. Doch nach dem 2:0 durch Süleyman Demirci (18.) und Ismail Viran (20.) baute Genclik die Gelsenkirchener wieder auf. Hassels Patrick Zimmermann nutzte einen individuellen Fehler zum Anschluss (33.). Noch vor der Pause stellte abermals Demirci aber den Zwei-Tore-Abstand wieder her – 3:1 (44.). Weitere Chancen zur Vorentscheidung nutzten die Recklinghäuser Fußballer nicht. „Mit einem 4:1 wäre das Spiel entschieden gewesen“, vermutet Köse. Stattdessen musste seine Elf zittern, weil ein erneuter Fehler zum 2:3 durch Seldin Malkoc führte (81.). Ein Hasseler sah in der Nachspielzeit noch die Gelb-Rote Karte.

SV Lippramsdorf - VfB Hüls 2:2 (1:0)

Der VfB Hüls wartet weiter auf den ersten Sieg in der laufenden Bezirksliga-Saison. Jenseits von Lippe und Kanal zeigte die junge Truppe vom Badeweiher am Sonntag aber Moral. Sie egalisierte beim SV Lippramsdorf einen 0:2-Rückstand und brachte einen verdienten Punkt mit nach Hause.

Giacomo Lopez Fernandez hatte die Hausherren mit 2:0 in Führung gebracht (26., 51.). „Vor dem ersten Gegentor vergeben wir schon drei gute Möglichkeiten“, bedauerte Trainer Elvir Saracevic nach dem Schlusspfiff. Marvin Thomaszik, Dennis Kündig und Jannik Hohenberger waren nach guten Angriffen gescheitert. „Wir spielen uns über außen durch und kommen hinter die gegnerische Abwehrreihe. Dann schaffen wir es aber nicht, uns für die guten Ansätze zu belohnen“, ärgerte sich der Coach über die fehlende Kaltschnäuzigkeit im Abschluss.

Im Vergleich zu den ersten drei Spielen zeigte der VfB in Lippramsdorf die schwächste Leistung, bewies dafür aber ein beachtliches Stehvermögen und startete in der letzten halben Stunde eine erfolgreiche Aufholjagd. Die Gäste ließen sich auch durch das 0:2 nicht aus der Bahn werfen. Die gute Einstellung wurde belohnt. Kapitän Dominik Grams zirkelte einen Freistoß aus gut 20 Metern zum Anschlusstreffer ins Lippramsdorfer Tor (67.). Der Ball hatte zuvor den Innenpfosten touchiert. Dem Ausgleichstreffer ging ein Strafraum-Foul am eingewechselten Philipp Jedlicka, der eine Viertelstunde zuvor eingewechselt worden war, voraus. Marvin Thomaszik schnappte sich den Ball und verwandelte den Elfmeter zum 2:2 (70.).

So liefen die Spiele auf den Plätzen im Kreis Recklinghausen.

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