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Vorkämpfer und Antreiber: Julian Büscher (vorn) sieht den TuS Haltern auf dem richtigen Weg. 

Fußball

Denkwürdiger Regionalliga-Abend für den TuS Haltern

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Der TuS Haltern erlebt gegen Rot-Weiss Essen einen ganz besonderen Regionalliga-Abend. Vor allem eine Szene wird  aus Sicht der Gastgeber in Erinnerung bleiben.

  • TuS Haltern ist gegen RW Essen einer Überraschung ganz nahe.
  • Zurückgenommer Elfmeter sorgt für Aufregung.
  • Trainer Niemöller fühlt sich in den großen Fußball versetzt. 

Julian Büscher hatte sich in der 65. Minute beim Stand von 1:0 den Ball auf dem Elfmeterpunkt zurechtgelegt, Essen Torhüter Jakob Golz konzentrierte sich auf seine Arbeit, und auf der Torauslinie bezog Schiedsrichterassistent Claas Steenebrügge Posten. 

Doch statt den Elfmeter freizugeben, wie jeder im Stadion erwartete, marschierte der Dortmunder Unparteiische Timo Gansloweit hinüber zu seinem Assistenten. Und auf der Torauslinie begann ein reger Gedankenaustausch. Welche Argumente die beiden drehten und wendeten? Ob sie per Headset gar Kontakt zum berüchtigten Kölner Keller, dem Sitz der Videoassistenten, aufnahmen, wie Spötter mutmaßten?

Jedenfalls: Mehr als drei Minuten nach dem Strafstoßpfiff samt Gelber Karte blies Gansoweit erneut in seine Pfeife und entschied: Eckball. Beim TuS verstanden sie die Welt nicht mehr. Trainer Magnus Niemöller fühlte sich in den großen Fußball versetzt. 

„Der erste Videobeweis in der Regionalliga“ 

„Das war der erste Videobeweis in der Geschichte der Regionalliga“, sagte der Waltroper hinterher. „Ich werde nie in einer Liga trainieren, in der es den gibt. Aber jetzt weiß ich, wie die Kollegen in der Bundesliga sich fühlen. Exakt 3:17 Minuten hat es gedauert, bis der Elfmeter zurückgenommen wurde.“ 

Da wusste auch Niemöller aufgrund der Videobilder längst: Die Entscheidung war vertretbar. „Aber das muss man dann anders lösen“, so der Trainer. „Wenn der Assistent meint, dass es kein Elfmeter ist, soll er die Fahne heben und es dem Schiedsrichter sagen.“ 

Der Essener Jonas Erwig-Drüppel (mit dem Magnus Niemöller bei der Spvgg. Erkenschwick mal in die U19-Bundesliga aufgestiegen ist) rempelteEmre Yesilova zwar am Oberkörper, aber unten traf Essens Abwehrspieler Jonas Hildebrandt bei seinem hochriskanten Tackling den Ball – und nicht das Bein des Angreifers. 

Chancen satt für den TuS 

Julian Büscher, am Mittwochabend einer der stärksten Halterner, wollte hinterher keine große Sache daraus machen. „Wir hatten genug Chancen, das Spiel für uns zu entscheiden“, sagte der Winterneuzugang. „Aber wir haben uns nicht belohnt.“ 

Um nur die besten zu nennen: Yesilova (57.) und Arda Nebi (72.) trafen Pfosten und Latte. Berkant Canbulut, Schütze zum 1:0 in der 25. Minute, scheitert frei vor Torhüter Golz (59.). So blieb der hohe Favorit im Spiel – und präsentierte in der 87. Minute die Quittung.

Maximilian Pronichev, im Januar von der U23 von Hertha BSC ins Revier gewechselt, zog von der Strafraumkante aus ab und markierte das 1:1. Unhaltbar für den vorzüglichen Rafael Hester: „Leider – der Ball war noch abgefälscht“, sagte der 26-Jährige.

Aufsteiger kann in der Regionalliga mithalten 

Angesichts des mächtigen Drucks der Gäste am Ende nicht völlig überraschend: „RWE hat sich gegen die Niederlage gestemmt“, sagte Magnus Niemöller. „Wir mussten von Anfang an viele Räume zulaufen – am Ende wurden wir etwas müde.“ 

Hätte dem Trainer vor dem Anpfiff einer ein 1:1 angeboten, er hätte mit Freuden eingeschlagen. „So aber fühlte es sich ein bisschen an, als hätten wir etwas verpasst.“ Mag sein. Auf der anderen Seite hatte Niemöller allen Grund, auf Entwicklung und Leistung seiner Elf stolz zu sein. 

Oder – wie Julian Büscher die Erkenntnis des Abends in der Lohrheide zusammenfasste: „Wenn wir als Mannschaft einen guten Tag erwischen und so auftreten wie heute, haben wir das Niveau für diese Liga.“

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