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Schwer zu bremsen: Jan-Niklas Kaiser am Sonntag im Duell mit dem Hülser Jonas Weid.

Fußball

"Ein absoluter Gewinn für den Verein"

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MARL - Der DSC Wanne-Eickel setzt auch am kommenden Sonntag im Duell mit dem TuS 05 Sinsen auf einen jungen Angreifer aus Marl: Jan-Niklas Kaiser. Der 20-Jährige ist längst in der Westfalenliga angekommen - trotz einer ungewöhnlichen Karriereplanung.

Der erste Gratulant in der Mondpalast-Arena war Stadionsprecher Uli Seidel. Kaum hatte Schiedsrichter Stefan Tendnyck die Partie des DSC Wanne-Eickel gegen den TSV Marl-Hüls (5:1) abgepfiffen, jubilierte Seidel ins Mikrofon: „Jan-Niklas, heute bist du wirklich ein Kaiser.“ Es hat schon nichtigere Anlässe gegeben, einen Fußballer zu feiern: Jan-Niklas Kaiser schoss gegen den TSV nicht nur den Ausgleich – der trickreiche Angreifer legte auch die Treffer zum 3:1 und 4:1 nach. Für den 20-Jährigen aus dem Marler Ortsteil Brassert war es der erste Dreierpack in der Westfalenliga. Ausgerechnet gegen den TSV Marl-Hüls, für den Kaiser in der Jugend kickte. Sein Weg in die Westfalenliga war kein gewöhnlicher. In der Saison 2016/17 spielte der Marler für die A-Junioren der Spvgg. Erkenschwick – Kaiser galt als großes Talent, dem der Sprung in den höherklassigen Amateurfußball zutrauen ist. Doch der angehende Lebensmitteltechniker schlug 2017 alle anderen Angebote aus – und wechselte zum FC Marl. In die Bezirksliga! Der Grund: Familienbande. Jan-Niklas Kaiser wollte beim FC Marl unbedingt eine Saison gemeinsam mit seinem älteren Bruder Marcel kicken. „Das haben viele nicht verstanden,“, erzählt er heute. „Aber ich will das Jahr nicht missen, es hat riesig Spaß gemacht.“ Erfolgreich war es noch dazu: Der FC Marl lieferte sich ein heißes Duell mit dem VfB Hüls um den Landesliga-Aufstieg – und scheiterte nur knapp. Im Sommer nahm Kaiser die Offerte des DSC Wanne-Eickel an. Der richtige Schritt, wie er sagt. „Es ist nicht so einfach, wenn man von einem Bezirksligisten zu einem Westfalenligisten wechselt. Aber die Mannschaft hat mich super aufgenommen. Außerdem bekomme ich meine Spielzeit.“ Was eine freundliche Untertreibung ist: 13 Spiele hat der DSC in dieser Westfalenliga-Saison absolviert, jedes Mal stand Kaiser in der Startformation. Wannes Marler Trainer Holger Flossbach hält große Stücke auf den schnellen Angreifer. „Nicki ist ein absoluter Gewinn für den Verein. Er hat Tempo und Technik. Wenn er sich verbessert, kann er auch höher spielen.“ Für den 20-Jährigen hätte es damit persönlich kaum besser laufen können. „Gegen Sinsen muss ein Sieg her“ Auf seinen Verein trifft das nicht zu. Vor der Saison galt der DSC neben RSV Meinerzhagen, YEG Hassel und Spvgg. Erkenschwick als Favorit auf den Titel. Wie im Spieljahr zuvor hatte der Verein Pech mit Verletzungen und läuft den Ansprüchen hinterher. „Das haben wir uns etwas anders vorgestellt“, sagt auch Jan-Niklas Kaiser. Satte zwölf Zähler liegt der DSC hinter Tabellenführer TuS 05 Sinsen zurück, der am Sonntag in die Mondpalast-Arena kommt. Für Kaiser und Wanne-Eickel ist es das Spiel der Spiele: Bei einer Niederlage kann der DSC den Aufstieg zu den Akten legen. „Da muss ein Sieg her“, fordert Jan-Niklas Kaiser. Ob sich der nächste Westfalenligist aus Marl warm anziehen muss?

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