FC 96 Recklinghausen und Genclikspor in der Kreisliga A.
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Der Fußball ist manchmal verzwickt, und das nicht nur auf dem Platz wie hier zwischen FC 96 Recklinghausen und Genclikspor. Auch das Regelwerk ist nicht immer einfach zu durchschauen.

Fußball

Neue Regel auch zum Handspiel: Wo beginnt eigentlich der Arm?

  • Olaf Krimpmann
    vonOlaf Krimpmann
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Handspiel, Elfmeterschießen, Sperrstrafen, Abstoß – die Amateurkicker auch im Fußballkreis Recklinghausen müssen sich an diese Regeländerungen gewöhnen.

  • Schiedsrichter und Fußballer müssen sich für die kommende Saison einige neue Regeln einprägen.
  • Verwarnungen oder Ermahnungen werden nicht ins Elfmeterschießen übertragen, alle Spieler beginnen hier unbelastet „bei Null“.
  • Wer im Kreispokal vom Platz fliegt, kann die Sperre in einem Meisterschaftsspiel aussetzen.

Kein Jahr, in dem den Regelhütern des Fußballs nicht etwas zum Thema Handspiel einfällt. Und so hätte man es sich fast denken können: Auch in diesem Sommer gibt es Neues zur berüchtigten Regel 12. Bei der ist bestenfalls theoretisch alles klar – auf dem Platz dagegen blickt kaum einer durch. Schiedsrichter und Fußballer müssen sich für die kommende Saison eine Klarstellung einprägen. Wo genau der Arm beginnt und die Schulter endet, ist nun „amtlich“ definiert: Die Grenze verläuft bei angelegtem Arm unterhalb der Achselhöhle.

Kein Tor nach einem unbeabsichtigten Handspiel

Zweitens und besonders wichtig für die Stürmer: Ein unabsichtliches Handspiel eines Angreifers wird nur noch dann geahndet, wenn es unmittelbar vor einem Tor oder eine klaren Chance passiert ist. Soll heißen: Wem der Ball vom Arm vor die Füße tropft und einschießt, wird zurückgepfiffen. Lässt der Stürmer danach noch zwei Gegner aussteigen, zählt der Treffer.

Und sonst? Alles in allem, sagt Andreas Mermann, Vorsitzender im Kreisfußballausschuss und Mitglied im Lehrstab des Kreisschiedsrichterausschusses, „gibt es in diesem Sommer weniger Neues als in den vergangenen Jahren.“ Ein paar Änderungen sind es aber doch. Wir stellen das Wichtigste vor.

Zweimal Gelb ist möglich

Ab sofort kann es vorkommen, dass ein Spieler in einer Partie zweimal die Gelbe Karte sieht und doch nicht vom Platz gestellt wird. Nämlich dann, wenn es demnächst im Kreispokalspiel oder in einem Relegationsspiel zum Elfmeterschießen kommt. Hier gilt ab sofort: Verwarnungen oder Ermahnungen werden nicht ins Elfmeterschießen übertragen, alle Spieler beginnen unbelastet „bei Null“.

Außerdem: Torhüter sollen beim ersten Vergehen bei einem Strafstoß zunächst mit Verwarnung davonkommen, erst beim zweiten sehen sie die Gelbe Karte. So wollen die Regelhüter allzu schnelle Platzverweise von Torhütern im Elfmeterschießen vermeiden.

Mindestabstand beim Schiri-Ball

Eine Gelbe Karte gibt es künftig für Kicker, die beim Schiedsrichterball den Mindestabstand von vier Metern nicht einhalten. Keine Karte zeigen darf der Schiedsrichter ab sofort, wenn er bei einem aussichtsreichen Angriff nach einem Foul oder Handspiel der Verteidiger auf Vorteil entscheidet oder der Freistoß schnell ausgeführt wird.

Vor einem Jahr hat die FIFA die Regel eingeführt, dass der Ball bei Torabstößen oder Freistößen im eigenen Strafraum den Sechzehner nicht mehr verlassen muss – Feldspieler dürfen den Ball seitdem auch im eigenen Strafraum annehmen. Dabei muss der Gegner zunächst außerhalb des Strafraums bleiben – und darf erst eingreifen, wenn der Ball angenommen wurde. Schneller sollte das Spiel dadurch werden.

Indes: Pfiffige Torhüter vom Profifußball bis in die Kreisliga machten sich die neue Regel zunutze. Sie lupften den Ball, ein Kollege spielte ihn per Kopf oder Brust zurück. So konnte der Torhüter den Ball mit der Hand aufnehmen und aus derselben weit aus dem „16er“ schlagen. Das ist nicht mehr gestattet, der Abstoß wird wiederholt – beim ersten Mal übrigens noch ohne Disziplinarmaßnahme.

Neuregelung bei Sperrstrafen nach Platzverweis

Schließlich zu beachten ist die Neureglung für Sperrstrafen nach Platzverweisen und fünfter Gelber Karte. Ab sofort werden Spielsperren ausgesprochen. Jeder „Sünder“ muss seine Sperre in dem Wettbewerb absitzen, in dem er sich die persönliche Strafe eingehandelt hat – oder in einem höherwertigen. Wer also im Kreispokal vom Platz fliegt, kann die Sperre auch in einem Meisterschaftsspiel aussetzen. Die Reihenfolge lautet: Turnier – Freundschaftsspiel – Pokal – Meisterschaftsspiel.

Ein wiederholtes Ein- und Auswechseln ist möglich

Das Thema Auswechslungen hat im Fußball zuletzt für einige Verwirrung gesorgt. Klar ist: Mehr als vier Auswechselspieler auf der Bank geben die aktuellen Corona-Auflagen (die maximal 30 Teilnehmer im Kontaktsport gestatten) nicht her. In Freundschaftsspielen, wie sie aktuell noch ausgetragen werden, sind allerdings Rückeinwechslungen erlaubt. „Ein wiederholtes Ein- bzw. Auswechseln ist möglich“, heißt es wörtlich in den Durchführungsbestimmungen des Verbandes. Hier hatte es zuletzt Verstöße gegeben, für die u.a. auch der FC 96 Recklinghausen ein Ordnungsgeld zahlen musste.

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