Kim Völkel (M.) behauptet sich gegen die Gelsenkirchener Berke Güner (l.) und Moritz Krömmelbein.
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Marler Leidenschaft in Person: Kim Völkel (M.) behauptet sich gegen die Gelsenkirchener Berke Güner (l.) und Moritz Krömmelbein.

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Zweiter Spieltag in der Bezirksliga 14: So lief es für die Vereine aus dem Kreis Recklinghausen

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VfB Hüls, FC Marl, Vestia Disteln, SG Suderwich und Genclikspor Recklinghausen waren im Einsatz. Die Sportfreunde Stuckenbusch legten eine Corona-Pause ein. So lief der zweite Spieltag.

FC Marl - Westfalia Gelsenkirchen 3:2

Warum einfach, wenn es kompliziert geht? Der FC Marl war gegen Westfalia 04 Gelsenkirchen bereits auf der Siegerstraße, ehe sich der Tabellendritte durch eine Rote Karte selbst schwächte und in Unterzahl um den Erfolg bangte. Die Mentalitätsmonster von der Hagenstraße bissen sich durch und gewannen 3:2 (2:1). Der Gast aus dem Gelsenkirchener Stadtteil Bismarck hatte die erste Viertelstunde verschlafen. Deniz Bilgec (2.) und Dario Gedenk (13.) bestraften die Nachlässigkeiten in der gegnerischen Deckung mit zwei frühen Toren. Der FC Marl eilte einem lockeren Heimsieg entgegen.

„Mit elf Leuten wäre es so weitergelaufen“, kommentierte Trainer Mani Mulai nach dem Abpfiff überzeugt. In der 16. Minute wurden die Kräfteverhältnisse aber auf den Kopf gestellt. Youngster Lukas Baf unterlief im Aufbau ein folgenschwerer Patzer; Torhüter Jonas Gröner musste Furkan Kocagöz kurz vor der Strafraumlinie von den Beinen holen. Eine klare Notbremse! Da der Torhüter der 2. Mannschaft, Jan Luca Schemberg, nicht sofort einsatzfähig war, rückte Patrick Goecke für knapp fünf Minuten in die Kiste. Der Gast wusste mit der Überzahl zunächst wenig anzufangen. Erst ein weiter Diagonalpass von Julian Lück provozierte ein Missverständnis zwischen Michael Zdahl auf der rechten Abwehrseite und dem Ersatzkeeper. Jan Gendreizig nutzte den Freiraum aus und erzielte technisch ansehnlich den Anschlusstreffer zum 1:2 (35.).

Mit der Hereinnahme von Pascal Vasic wirkten die Hausherren im Zentrum kompakter. Zudem wuchtete der neue Mann den Ball nach Ecke von Kim Völkel mit dem Kopf ins Westfalia-Tor. Das 3:1 (61.) beruhigte die Nerven, zumindest vorerst. Die Gelsenkirchener wirkten nach dem Gegentor lethargisch. Mit dem 2:3, das Tobias Ostrowski erzielt hatte (77.), witterte Westfalia 04 die Chance zur späten Wende. Lück traf nach einem Vorstoß über die rechte Seite den Außenpfosten, danach brannte es lichterloh im Marler Strafraum (80.). 180 Sekunden später parierte Keeper Schemberg artistisch gegen Pierre-Maurice Lehnebach. Für Marl vergaben Vasic (85.) und Bakare (90.+2) die Chance auf den vierten Treffer.

FC Marl: Gröner – P. Goecke, L. Baf (21. Schemberg), Gilgec (68. Bakare), Wilhelm, Kudlek, Völkel, Gedenk (48. Vasic), N. Baf, Niedwiedzial (82. El Batal), Zoladz.

SV Vestia Disteln - SV Zweckel 2:2

Da führte Bezirksligist SV Vestia Disteln trotz Unterzahl mit 2:0, musste sich am Ende aber gegen den SV Zweckel beim 2:2 (1:0) mit einem Pünktchen begnügen. Schon vor dem Anpfiff fing es bei den Hausherren mit einer Hiobsbotschaft an. Kurzfristig fiel Torjäger Philipp Müller mit einer Erkältung aus. Für ihn sprang Janik Bröcker in die Startelf.

Trainer Jörg Breski sah ein 2:2 seiner Mannschaft gegen SV Zweckel.

Dann kam Minute vier. 20 Meter vor dem eigenen Tor kam die Kugel zu Maurice Pagels. Dieser hatte alle Zeit der Welt, den Ball zurück zu Torwart Jonas Weeke zu schieben. Pagels wollte das Leder nach vorne spielen, vertändelte gegen Zweckels Mucahit Yavuzaslan. Dieser entwischte Pagels, der stoppte ihn per Griff an die Hose. Dumm nur, dass Pagels letzter Mann war – Rote Karte. Damit war der Matchplan von Vestia-Trainer Jörg Breski hinfällig. „Jetzt wird’s ein Kampfspiel“, sagt Breski direkt nach dem Feldverweis. Es kam noch schlimmer: In Minute 14 verletzte sich Distelns Keeper Jonas Weeke ohne Fremdverschulden am Knöchel – und musste gegen Mark Mahlmeister ausgetauscht werden.

In Unterzahl kämpften die Platzherren aufopferungsvoll, zeigten eine große Laufbereitschaft. Kein Wunder, dass die Hertener die Partie offen hielten, zumal die Defensive sicher stand. In der 39. Minute kamen die Platzherren vielversprechend nach vorne. Daniel Koseler flankte von rechts, Zweckels Tolga Koca hielt den Kopf hin. Koca fälschte dabei den Ball so ab, dass dieser über Torwart Pascal Schulz-Knop hinweg ins lange Eck fiel zum 1:0. Eine Schrecksekunde gab’s für die Distelner direkt vor dem Wechsel. Als die Abwehr eine Flanke nicht richtig klären konnte, traf Gäste-Stürmer Pascalis Terzis von der rechten Seite den Pfosten – 1:0 zur Pause.

Auch im zweiten Durchgang warfen die Distelner alles in die Waagschale. Nicht unverdient war das 2:0. Max Kandura zog von der linken Seite an in die Mitte. Kein Verteidiger konnte ihm folgen, mit einem Flachschuss gab Kandura dem Keeper das Nachsehen (65.). Lange Zeit verteidigte die Breski-Truppe geschickt die Führung. Bis zur 87. Minute. Eher aus Verzweiflung hielt Sebastian Hagemeister aus 18 Metern drauf, sein Flachschuss aus halbrechter Position passte genau ins linke Eck zum 2:1. Nur eine Minute später erhielten die Gäste einen Eckball. Die Kugel sprang dabei an den zweiten Pfosten genau zu Jan Schwers, der den Ball aus sechs Metern durch die Beine von Mahlmeister ins Netz zum 2:2 einschob (88.).

SV Vestia Disteln: Weeke (14. Mahlmeister) - Landwehr, Kenzlers, Bröcker, Hahnenkamp, Pagels, Schumski (74. Wagner), Kadura, Koseler (59. Rottenberg), Gola (82. Gola), Sliwa

Genclikspor Recklinghausen - TSG Dülmen 1:3

Recklinghausen. (meho) Noch brauche seine junge Mannschaft drei oder vier Wochen, bis sie in der neuen sportlichen Umgebung Fuß fasst, betont Yakup Köse, der Genclikspor Recklinghausen gemeinsam mit Gürkan Demirdere trainiert. Ohne die spielstarken Süleyman Dermici, Kadir Kerter oder Taner Erel fehle dem Bezirksliga-Aufsteiger schlichtweg die nötige Erfahrung, um gegen Mannschaften wie die ambitionierte TSG Dülmen bestehen zu können, so der Spielertrainer weiter.

Nach der Heimpremiere des Neulings stand eine 1:3 (1:2)-Niederlage, die aufgrund der zweiten Halbzeit letztlich verdient war, zu Buche. „Uns sind drei unnötige Fehler unterlaufen, die Mannschaften wie Dülmen eiskalt ausnutzen“, haderte Köse hinterher. „Aber kein Vorwurf an die Mannschaft.“ Die ersten Wochen in der Bezirksliga verbucht das Trainerduo vielmehr in der Rubrik „Lernprozess“ ab. Dabei hielten die Platzherren gegen die hoch gehandelte Elf von Trainer Manfred Wölpper zunächst gut mit. Hakan Cayirli verwandelte einen Elfmeter nach Foul an Burak Burhan zum 1:1 (36.) Mazlum Genc hatte die favorisierten Gäste in Führung gebracht (19.).

Lange begegnete Genclikspor der TSG jedoch nicht auf Augenhöhe. Dülmen legte durch Dominik Arnsmann kurz vor der Pause (40.) wieder vor und nur drei Minuten nach Wiederanpfiff unterlief Onur-Sahin Altay ein Eigentor zum 1:3-Endstand. Doch die Pechsträhne der Recklinghäuser Fußballer riss damit noch nicht ab. Für den wegen Meckerns bereits verwarnten Altay war die Partie nach einem Foulspiel und Gelb-Roter Karte vorzeitig beendet (61.).

In Unterzahl stand Genclikspor zwar auf verlorenem Posten, behauptete den knappen Rückstand aber.

Genclikspor RE: Takim - Erel, Kerter, Köse, Tosic, Viran, Cayirli, Caymaz (58. Islak), Güler (86. Jovanovic), Burhan (65. Bala), Altay

SV Hessler 06 - VfB Hüls 5:4

Manchmal ist der Fußball nicht gerecht. Zum Beispiel im Moment für den VfB Hüls. Nach der unglücklichen Derby-Niederlage gegen den FC Marl (0:1) setzte es beim SV Hessler 06 bei der 4:5 (2:3)-Niederlage den zweiten Tiefschlag hintereinander für das junge Team vom Badeweiher. „Es war nicht ein Tor von Hessler dabei, das gut herausgespielt war“, ärgerte sich der Hülser Trainer Marco Jedlicka nach der Partie. „Aber wir machen einfach zu viele individuelle Fehler.“

Da nutzten auch drei Treffer von Marvin Thomaszik nichts. Denn hinten erlaubten sich die Gäste immer wieder schlimme Patzer. Der VfB hatte sogar die erste Großchance, aber die vergab Evgenij Lakstankin (3.). Wie als Antwort darauf fiel im Gegenangriff das 1:0 für die Gastgeber, bei dem Torschütze Sven Bödiger von Abstimmungsproblemen in der Hintermannschaft der Gäste profitierte (4.). Marvin Thomasziks erster Treffer (27.) stellte den Zwischenstand auf 1:1, aber der hatte nicht lange Bestand. Michael Krakala (33.) und Patrick Platzek (38.) brachten Hessler mit 3:1 nach vorne. „Nach planlos nach vorne gespielten Bällen“, sagte Marco Jedlicka. „Wir die Fehler zustande gekommen sind, können wir uns nicht erklären.“ wenigstens verhürzte Thomaszisk noch vor der Pause auf 2:3 aus Gäste-Sicht (39.).

Nochmals Krakala (54.) sorgte für das 4:2, dem wieder Thomaszik antwortete (55.). Und Philipp Jedlicke sorgte gar nach 58 Minuten für den 4:4-Ausgleich. Aber noch nicht einmal ein Unentschieden kam für den VfB Hüls am Ende beim Spiel heraus. Eine Minute vor Ende der regulären Spielzeit traf Julian Hellmich zum 5:4 (89.). Jonas Greiner wurde in der Nachspielzeit elfmeterreif umgegrätscht, aber Schiedsrichter Alparslan Remzi Kilinc pfiff nicht.

VfB Hüls: Martens – Grams, Glaw, P. Jedlicka (89. Greiner), M. Saracevic, Glüsing, Sangare, Thomaszik (88. Kayma), Hohenberger, Kreuz (58. A. Lakstankin), E. Lakstankin (51. Njumbe)

SG Suderwich - Spvgg. Erle 1919 2:3

Die SG Suderwich konnte ihr erstes Heimspiel der Saison nicht erfolgreich gestalten. Gegen die Spvgg. Erle 19 musste sich das Team von Trainer Christoph Meyer mit 2:3 (1:2) geschlagen geben. Dabei gelang Suderwich ein Start nach Maß. Bereits der erste Angriff, der im erfolgreichen Abschluss durch Cedric Arndt endete, brachte die 1:0-Führung. Die Freude über den Treffer währte jedoch nicht lange. Nur drei Minuten später sorgte Erles Daniel Reimann für den 1:1-Ausgleich (5.) und stellte so wieder alles auf Anfang.

Danach fand Suderwich offensiv aber erst einmal nicht mehr statt. „Wir haben uns einschüchtern lassen, uns auf das Wilde eingelassen und uns völlig aus dem Konzept bringen lassen“, erklärte Meyer, dessen Mannschaft in der 29. Minute dann in Rückstand geriet. Erles Daniel Schmitz brachte den Ball von außen scharf herein, wo ihn Reimann mustergültig annahm und zum 1:2 verwertete. Erst gegen Ende des ersten Durchgangs kam es wieder zu Surker Offensivaktionen. Doch erst war Ahmet Özcans Abschluss zu schwach, um den Gästekeeper zu überwinden (40.), danach war er bereits am Schlussmann vorbei, geriet ins Straucheln, sodass Erle klären konnte (45.+2). So ging es mit einem 1:2 in die Pause.

Die SG Suderwich verlor ihr erstes Heimspiel mit 2:3 gegen Erle.

Im zweiten Durchgang entwickelte sich eine offene Partie, bei der dich das Blatt in der 84. Minute in Richtung der Hausherren zu wenden schien. Da sah Erles Sebastian Pehl nämlich nach wiederholtem Foulspiel die Ampelkarte. Der folgende Freistoß führte jedoch zu einem Konter der Gelenkirchener, den Daniel Schmitz mit dem Treffer zum 3:1 (86.) abschloss. Doch wer jetzt dachte, dass das bereits die Entscheidung war, der irrte. Direkt in der 87. Minute brachte der eingewechselte Hasan Abdelkarim die Surker wieder heran und in der 88. Minute hatte Leon Dwinger sogar noch den Ausgleich auf dem Fuß, sein Schuss aus kurzer Distanz wurde aber gerade noch von einem Erler Bein an den Querbalken gelenkt.

SG Suderwich: Schmatzberger - Widera, Colen, Kämper, Wiske (19. Özcan), Eggermann, Dwinger, Vorholt (71. Bektas), Krybus (85. Abdelkarim), Arndt, Kluge

So lief der erste Spieltag für die Bezirksligisten.

Hier gibt es Infos zu weiteren Spielen am zweiten Spieltag.

Darum legten die Sportfreunde Stuckenbusch eine Pause ein.

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