Thomas Synowczik leitet auch Lehrgänge an Schulen, wie hier auf dem Sportplatz von GW Erkenschwick.
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Thomas Synowczik ist auch zuständig für die Ausbildung von angehenden C-Lizenz-Trainern.

Fußball

Weniger Präsenz, mehr online: So funktioniert die Trainerausbildung auch in Corona-Zeiten

  • vonOlaf Nehls
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Thomas Synowczik kümmert sich um die Ausbildung und Prüfung von Anwärtern zur Trainer-C-Lizenz. Das funktioniere auch in Zeiten von Corona, sagt der 39-Jährige. Nur eben etwas anders als sonst.

Seine Büronummer sei aktuell auf sein Handy umgestellt, sagt Thomas Synowczik. „Ich muss ja erreichbar bleiben“, erklärt der 39-jährige Oer-Erkenschwicker, der seinen Arbeitsplatz eigentlich im SportCentrum in Kaiserau hat. Dort ist er seit Juli 2019 als Referent für Schulfußball fest angestellt und von dort aus organisiert er die Ausbildung von „Junior-Coaches“ in den Schulen.

27 Anwärter warten aktuell auf ihre Prüfungsergebnisse

Im Fußballkreis Recklinghausen ist der DFB-Stützpunkttrainer zudem zuständig für die Talentsichtung und -förderung und kümmert sich federführend um Ausbildung und Prüfung der Anwärter für die Trainer-C-Lizenz. Zunächst bis Ende November befindet sich Thomas Synowczik derzeit in Kurzarbeit. Untätig ist der A-Lizenzinhaber aber keineswegs. Aktuell korrigiere er die Prüfungsarbeiten von 27 C-Lizenz-Anwärtern aus dem Kreis, von denen allein 13 beim SC Reken tätig sind, erzählt er. Zuvor hatten alle in den Herbstferien zwei Wochen lang an einem Kompaktkurs (Kosten 260 Euro) teilgenommen. „Am 5. November hätte die Prüfung stattfinden sollen“, berichtet Synowczik. Daraus wurde nichts, denn wegen des erneuten Lockdowns im Amateursport drei Tage zuvor ist das in der geplanten Form – die Prüfung hätte mit allen Teilnehmern auf der Sportanlage in Reken durchgeführt werden sollen – nicht möglich gewesen.

Praktischer Prüfungsteil wird mit der Videokamera aufgenommen

Ausfallen oder verschoben werden musste der Lehrgangsabschluss jedoch nicht. Der Verband hat entschieden, dass die letzte Hürde zur Lizenz auch online übersprungen werden kann. „Ich hatte ja im Vorfeld damit gerechnet, dass es so kommen könnte und die Politik den Sport wieder einschränkt“, sagt Synowczik. Er schickte seine „Schüler“ daher schon im Oktober mit der Videokamera auf die Fußballplätze in ihren Heimatvereinen. Prüfungsinhalte bei der C-Lizenz sind die Planung und Durchführung einer Trainingseinheit. Die konnten die angehenden C-Lizenztrainer dann per Videoclip (acht bis zwölf Minuten) einsenden, zusammen mit einer schriftlichen Ausarbeitung. „Das schaue ich mir aktuell gerade an“, erzählt Thomas Synowczik.

Kompaktkurse in den Ferien meist ausgebucht

Gute Nachricht für alle Prüflinge: Bei der bisherigen Durchsicht des Materials seien noch keine „Durchfaller“ dabei gewesen, sagt Synowczik. Ohnehin liege die Quote bestandener Prüfungen bei fast 100 Prozent. Und wer es beim ersten Mal nicht schafft, darf wiederholen. Rund 120 Lerneinheiten müssen die Trainer für den C-Schein absolvieren. Früher musste man dazu an einzelnen Tagen zwischen Herbst und Ostern, also in einem Zeitraum von vier bis fünf Monaten, persönlich erscheinen. „Das war nicht mehr zeitgemäß. Die Trainer wollen ihre Lizenz in der Regel schnell“, sagt Synowczik.

„Entscheidend is auf‘m Platz!“

Jetzt könne man an Kompaktkursen teilnehmen, die in den Ferien stattfinden. In den aktuellen Corona-Zeiten habe man zudem die Präsenzphasen durch deutlich mehr Onlinephase ersetzt. Statt wie bisher 20 Lerneinheiten, sind es nun 45, die die Anwärter am PC abarbeiten können.
Optimal finden das nicht alle Teilnehmer, hat auch Synowczik festgestellt. Oder um es mit den Worten des legendären Adi Preißler zu sagen: „Grau ist alle Theorie – entscheidend is auf’m Platz.“

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