Der Sportplatz des SV Horneburg am Dattelner Landwehrring liegt seit Monaten brach
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Der Sportplatz des SV Horneburg wird derzeit nicht mehr genutzt.

Fußball

Gibt es noch Hoffnung für den SV Horneburg? Dieser Ex-Vorsitzende hat einen Rettungsversuch gestartet

  • vonOlaf Nehls
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Totgesagte leben länger, heißt es. Zumindest zwischenzeitlich traf das irgendwie auch auf den SV Horneburg zu, dem einige längst den Totenschein ausstellen wollten. Ein Rettungsteam hat die Arbeit aufgenommen.

Die Auflösungsversammlung im Vereinsheim Ende August verlief ergebnisoffen, wie man neudeutsch so schön sagt. „Einen Antrag auf Löschung des Vereins habe ich beim Amtsgericht noch nicht gestellt“, bestätigt auch Robert Rohde (62). Zwischenzeitlich soll sich eine Art Rettungsmannschaft gebildet haben. Auch Robert Rohde hat davon gehört. Der 62-Jährige, seit 1964 Mitglied im SVH, dort viele Jahre Jugendleiter und seit dem Rücktritt von Martin Kindermann Ende Februar 2018 auch erster Vorsitzender, will sich zu den Gerüchten rund um das Rettungsteam nicht äußern. „Es soll aber schon Treffen gegeben haben – auch mit unserem Bürgermeister“, sagt der noch amtierende Vorsitzende Rohde. Dessen Vater Josef Rupieper hatte übrigens schon in den 1970er-Jahren die Geschicke des 1948 gegründeten Sportvereins Horneburg gelenkt. Robert Rohde beklagt nun die fehlende Mithilfe: Zuletzt hätten sich nur noch er und Jugendleiter Albert Guse um den Betrieb am Landwehrring gekümmert, versichert er. Dem Verein droht das Aus.

„Auch das Interesse im Dorf hat stark abgenommen. Da kamen am Ende zu den Spielen meist nur noch zehn, zwölf Leute“, klagt der Vereins-Chef. Als sich abzeichnete, dass der SVH zur laufenden Saison kein Seniorenteam zusammenbekommen würde und sich auch die letzten Jugendspieler samt Trainer Tobias Guse zum Nachbarn SW Meckinghoven verabschiedeten, da sahen Rohde und auch Albert Guse keinen Sinn mehr. Wie wenig das Geschehen im Verein die Mitglieder noch interessiert, offenbarte sich schon Ende Juli, als der Vorstand zu einer dringlichen Versammlung einlud, bei der es um die Zukunft des SVH gehen sollte. Rohde und Guse begrüßten nur vier weitere Mitglieder und beschlossen daraufhin, am 23. August über die Auflösung des Vereins abstimmen zu lassen.

Die prekäre Lage des Klubs rief andere auf den Plan, die die Hoffnung an einen Fortbestand noch nicht aufgegeben hatten. Der ehemalige Vorsitzende Rolf Buddäus, der 2014 Hildegard Jürgens an der Spitze des SVH ablöste, Ende 2015 – nach internen Querelen bei der Suche nach einem neuen Trainer für die erste Mannschaft – seinen Posten aber schon wieder räumte, war der Initiator des Rettungsversuches. Buddäus, der zuletzt als Betreuer gemeinsam mit dem Ex-SVH-Coach Michael Blum bei der Spvgg. Erkenschwick eine neue zweite Mannschaft aufgebaut hatte, begeisterte ehemalige Weggefährten und Ex-Fußballer des Vereins dafür, den SV Horneburg irgendwie am Leben zu erhalten. „Wir haben den Versuch aber jetzt doch für gescheitert erklärt“, sagt Buddäus.

Die Schuldenlast, die Rede ist von rund 15.000 Euro, die aus dem Pachtvertrag mit der Stadt Datteln resultieren, sei zu groß, erklärt der 60-jährige Dattelner, der selbst kein Vereinsmitglied mehr ist. Er bestätigt, dass eine ganze Reihe von Fußballern aus der ehemaligen zweiten Mannschaft ihre Bereitschaft signalisiert hätte, zur neuen Saison wieder für den Dorfklub auflaufen zu wollen. Nur eben nicht mehr für den SV Horneburg. Über dessen Ende soll nun in einer weiteren Versammlung am 9. Oktober (19 Uhr) im Vereinsheim endgültig abgestimmt werden. Der Vorstand muss dazu zunächst einen vollständigen Kassenbericht ablegen und anschließend von den Mitgliedern entlastet werden. Dass das Thema Fußball in Horneburg damit endgültig vom Tisch ist, davon ist aber nicht auszugehen. Denn Rolf Buddäus und seine Mitstreiter haben im Hintergrund längst andere Pläne geschmiedet. „Wir wollen nach der Auflösung des SV Horneburg einen neuen Verein gründen“, sagt Buddäus.

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