Der SV Horneburg wird am Freitag wohl aufgelöst. Im Schlossdorf wurde aber bereits ein neuer Verein gegründet.
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In Horneburg gibt es einen neuen Fußballverein.

Fußball

Der SV Horneburg steht dicht vor dem Aus, aber ein neuer Verein ist schon gegründet im Dorf

  • vonOlaf Nehls
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Das Kapitel SV Horneburg soll am Freitag nach mehr als 70 Jahren geschlossen werden. Ein Nachfolge-Klub steht bereits in den Startlöchern. Das sind die Leute, die dahinterstecken.

Am Freitagabend soll nach zwei gescheiterten Anläufen im dritten Versuch über das endgültige Ende des SV Horneburg abgestimmt werden. Die rund 60 Mitglieder des SVH sind dazu ab 19 Uhr zum Sportplatz am Landwehrring eingeladen. Der noch amtierende Vorstand mit dem Vorsitzenden Robert Rohde, Geschäftsführer Christian Wolf oder Jugendleiter Albert Guse müssten dazu zunächst einen detaillierten Kassenbericht vorlegen und dann von den Mitgliedern entlastet werden. Ob es dieses Mal dazu kommen wird, ist völlig offen. „Lassen wir uns mal überraschen“, sagt Robert Rohde.

Viele Ehemalige Mitglieder des SVH sind dabei

Unabhängig vom Ausgang dieser Versammlung haben andere im Dorf Fakten geschaffen. Bereits am Sonntag wurde mit der Sportgemeinschaft (SG) Horneburg 48/20 im Pfarrheim ein Nachfolgeverein gegründet. Die Liste der Vorstandsmitglieder, die Rolf Buddäus, der ehemalige Vorsitzende des SVH, anführt, ist lang. Und sie liest sich wie eine Zeitreise zurück in die erfolgreiche Vergangenheit des 1948 gegründeten Sportvereins Horneburg.

Frank Honnerlage ist zweiter Vorsitzender

Ein paar Beispiele: Zweiter Vorsitzender ist Ex-Trainer Frank Honnerlage, der mit dem SVH in guten Zeiten an die Tür zur Bezirksliga anklopfte. Als Geschäftsführer sitzt auch Frank Biskupski mit auf der Kommandobrücke, ehemaliger aktiver Fußballer des SVH und bis 1997 Vorsitzender. Auch der zweite Geschäftsführer Michael Kaluzny, der mittlerweile einen Doktortitel der Mathematik trägt, Thomas Drüke-Voss (1. Kassierer), Ralf Flake (2. Kassierer) oder Uwe Schidzik (Schriftführer) haben eine Horneburger Vergangenheit. Sie alle gehören zu den 30 Gründungsmitgliedern, wie auch die Beisitzer Hans-Bernd Westhoff, Heiko Hoffmann oder Georg Saarmann.

Altherren-Mannschaft und Senioren in den Startlöchern

Auch eine bereits bestehende, zurzeit noch vereinslose Hobbyfußball-Truppe, wird sich als künftige Alt-Herrenabteilung dem Verein anschließen. „Für die Zukunft sind weitere Angebote geplant“, sagt der neue Geschäftsführer Frank Biskupski. Auch eine aktive Fußball-Mannschaft soll ab der Saison 21/22 für die SG Horneburg 48/20 am Spielbetrieb teilnehmen. Hierzu hätten bereits viele Spieler der ehemaligen zweiten Seniorenmannschaft ihre Zusage gegeben. Mit Heinrich Sindern und Ludger Formanowicz gehören auch zwei Noch-Mitglieder des SV Horneburg zum Beisitzer-Team. Sogar ein Medienberater wurde mit Patrick Schürmann gewählt.

„Wir sind mehr als nur ein Nachfolgeverein oder Anhängsel“

Der neue Verein habe sich als Ziel gesetzt, vielfältige Sportmöglichkeiten anzubieten und dadurch eine möglichst große Zahl der Horneburger Bevölkerung anzusprechen, heißt es in einer Pressemitteilung, die die SG Horneburg verfasst hat. So soll beispielsweise unter der Leitung von Wilhelm Kranefoer eine Radwandergruppe entstehen, die mit regelmäßigen Aktivitäten aufwarten wird. Viel wichtiger als alle sportlichen Bestrebungen seien zunächst andere Dinge, die der SVH zuletzt vernachlässigt habe, wie Biskupski erklärt: „An erster Stelle wollen wir die SG Horneburg 48/20 in die Horneburger Dorfgemeinschaft integrieren.“ Rolf Buddäus legt Wert auf die Feststellung, dass man mehr sei als ein „Nachfolgeverein oder Anhängsel“ des SV Horneburg: „Wir verstehen uns als neuen Verein, der sich vor allem gesellschaftlich in Horneburg etablieren möchte.“

Gespräche mit der Stadt stehen noch aus

Inwieweit der neue Verein die Sportanlage des alten Vereins am Landwehrring nutzen wird, die zunächst der FC 26 Erkenschwick nutzen wollte, das müsse der Vorstand der Sportgemeinschaft nun in Gesprächen mit den Verantwortlichen der Stadt Datteln klären, sagt Biskupski. Auf einen Pachtvertrag, wie ihn der damalige SVH-Vorsitzende Martin Kindermann in seiner Amtszeit mit der Stadt Datteln geschlossen hatte und den viele im Umfeld des SV Horneburg als „Sargnagel“ für den Dorfklub bezeichnen, wolle man sich aber nicht einlassen ...

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