Niklas Baf vom FC Marl kämpft mit den Suderwichern Max Eggermann und Tim Colen um den Ball
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Ab durch die Mitte: Doppeltorschütze Niklas Baf (Mitte) enteilt seinen Suderwicher Bewachern Max Eggermann (l.) und Tim Colen (r.)

Fußball

Sechster Spieltag: So haben die Bezirksligisten aus dem Kreis Recklinghausen gespielt

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  • Christine Horn
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Der VfB Hüls war in der Bezirksliga 14 bei Tabellenführer TSG Dülmen zu Gast. Der FC Marl empfing die SG Suderwich. Und in Disteln traf der SV Vestia auf die Sportfreunde aus Stuckenbusch. In der Bezirksliga 9 hoffte Teutonia SuS Waltrop gegen SG Castrop auf einen Sieg. So ging‘s aus.

TSG Dülmen - VfB Hüls 2:0 (0:0)

Trotz einer kämpferisch starken Leistung hat es für den VfB Hüls wieder nicht gereicht. Bei Spitzenreiter TSG Dülmen unterlag die Badeweiher-Elf, die fast die gesamte zweite Halbzeit in Unterzahl spielen musste, mit 0:2 (0:0). Wie wäre das Spiel gelaufen, wenn Jannik Hohenberger nicht wegen wiederholten Foulspiels drei Minuten nach Wiederbeginn mit der Ampelkarte vom Feld gestellt worden wäre? „Ich spiele ungern in Überzahl, weil dann jeder unterbewusst zwei Prozent weniger gibt“, umkurvte Manfred Wölpper, Marler Fußballlehrer in Diensten der Hausherren, die Frage geschickt. Sein Gegenüber Elvir Saracevic wies auf die fehlende Kraft in der Schlussphase hin: „Die Jungs haben das auch mit zehn Leuten super gemacht und kaum etwas zugelassen. Aber am Ende ging nicht mehr.“ Es ehrt den VfB-Coach, dass er nicht über den Platzverweis lamentierte. Die zweite Gelbe Karte zeugte nicht nur nach Meinung des VfB-Alt-Internationalen Thomas Lorenz auf der Tribüne von „mangelndem Fingerspitzengefühl“.In der Anfangsphase hatten die Gäste vor gut 100 Zuschauern zwingender agiert. Marvin Thomaszik prüfte Keeper Aziz Retzep mit einem schönen Linksschuss (5.). Dülmen fand erst nach 20 Minuten ins Spiel, versuchte es immer wieder mit vertikalen Bällen über die Flügel.

VfB-Nachwuchsmann Nico Glüsing (vorne) ist im Luftduell mit Dülmens Philip Benterbusch einen Kopf zu klein.

Die Hülser Defensive machte einen stabilen Eindruck – mit Ausnahme der 25. Minute: Das Einsteigen von Dominik Grams gegen Jan Ahrens hätte auch mit einem Elfmeter geahndet werden können. Viel mehr kam nicht von der TSG. Marvin Möllers stand beim vermeintlichen 1:0 klar im Abseits (41.). Nach dem Seitenwechsel provozierte Möllers die Gelb-Rote Karte gegen Hohenberger, indem er spektakulär zu Boden ging. Aber die Überzahl beflügelte sein Team nicht. Im Gegenteil hatte Grams die Führung mit einem Freistoß aus 30 Metern auf dem Fuß. Torhüter Retzep wehrte mit Mühe und Not ab, verkürzte aber beim Nachschuss durch Yannick Kayma gut den Winkel (62.). Im Gegenzug fing sich der VfB das 0:1. Dülmen konterte über den linken Flügel. Ahrens legte sich das Leder auf den rechten Fuß und zirkelte ihn ins lange Eck. Nils Martens war noch dran, konnte die Flugrichtung des Balls aber nicht verändern (62.). Hüls gab sich nicht geschlagen, aber auch mit den offensiven Kräften Dennis Kündig und Andre Töppler fehlte der Zug zum Tor. Dülmen hatte jetzt die Räume, aber Ahrens (73.) und Andrej Sachbutdinov (87.) vergaben in aussichtsreicher Position. In der letzten Aktion der Begegnung bediente Möllers flach Dimitrios Koutinas, der aus kurzer Distanz den 2:0-Endstand besorgte (90.+3).

FC Marl - SG Suderwich 5:0

Beim Duell des FC Marl mit der SG Suderwich taten sich die Gastgeber zunächst schwer. In Hälfte zwei aber schraubt der FCM das Ergebnis bis zum 5:0 in die Höhe. Die Kräfteverhältnisse an der Hagenstraße waren schnell sichtbar. Die Gäste legten ihr Hauptaugenmerk auf eine dicht gestaffelte Defensive, während die Heimelf die Kugel gekonnt durch die eigenen Reihen zirkulieren ließ und immer bemüht war, eine Lücke im engmaschigen Surker Netz zu finden. Die ersten guten Möglichkeiten ließ FC-Goalgetter Yannick Goecke, der diesmal sein Torvisier nicht scharf gestellt hatte, noch ungenutzt verstreichen (9., 16.). Nach gut einer halben Stunde tankte sich dann Mittelfeldmotor Kim Völkel durch die SG-Reihen, scheiterte mit seinem Abschluss noch am guten Keeper Jan Schmatzberger, aber Dario Gedenk stocherte das Leder im zweiten Versuch noch über die Linie (29.). Jetzt kam der FC-Express immer besser ins Rollen und erhöhte durch einen platzierten Schuss von Niklas Baf auf 2:0 (36.).

Direkt nach Wiederbeginn bot sich den Gästen urplötzlich die große Möglichkeit zum Anschlusstreffer, aber Ali Bektas scheiterte zunächst mit einem Kopfball aus kurzer Distanz am glänzend reagierenden Sven Jürgens im FC-Gehäuse, um den Nachschuss dann in die zweite Etage zu donnern (48.). Das war aber auch die erste und einzige Chance der Meyer-Elf. Danach ging es wieder nur in die Richtung von SG-Goalie Schmatzberger. Der mit starken Paraden gegen Yannick Goecke, Dario Gedenk (60.) und Kim Völkel (71.) einen noch höheren Rückstand vorerst verhinderte. Beim Kopfballtreffer von Patty Goecke (73.) war der Suderwicher Schlussmann aber dann genauso chancenlos wie beim zweiten Treffer von Niklas Baf (79.). Den Schlusspunkt setzte Flügelflitzer Dario Gedenk, der ebenfalls einen Doppelpack schnürte (86.). Damit sieht FC-Coach Mani Mulai seine Truppe gut gerüstet für das schwere Auswärtsspiel in Disteln am nächsten Spieltag.

Teutonia SuS Waltrop - SG Castrop 5:2

Eines hatten die beiden Trainer nach Spielende gemeinsam: Sie waren sauer. Zugegeben: Der eine noch mehr als der andere. Tino Westphal, Coach des Schlusslichts SG Castrop, zählte seine Mannschaft richtiggehend an. Wer nun dachte, dass Teutonias Coach Tim Braun sein Team nach dem vollauf verdienten 5:2 (3:2)-Sieg lobte, der irrte sich gewaltig. „Dieses Spiel hatte kein Bezirksliga-Niveau“, sagte Braun unmissverständlich. Und fügte hinzu: „Von zwei schlechten Mannschaften waren wir heute die bessere.“ Als Braun seinen Spielern im Kreis solche Sätze an den Kopf knallte, stellte einer fest: „Das klingt, als hätten wir verloren.“

War erneut mit Abstand der beste Waltroper Spieler: der dreifache Torschütze Luca Gennermann (li.).

Was war passiert, dass Braun trotz des dritten Saisonsieges so bedient war? Denn der Start war optimal, weil Nico Poslednik die Teutonen schon in der 7. Minute in Führung brachte. Warum Schiedsrichter Marcel Calles in der 10. Minute auf Strafstoß für Castrop entschied, war zunächst niemandem klar. Erst als er auf Henrik Sommer zulief und mit seinem Armen deutete, dass der Innenverteidiger seinen Gegenspieler zu innig umarmt hatte, wurde es klar. Tugrul Kurt verwandelte zum Ausgleich (11.). Poslednik und Henrik Köster vergaben gute Chancen, ehe Luca Gennermann in der 26. Minute mit einem direkt verwandelten Zucker-Freistoß die Führung wieder herstellte. Als der beste Spieler der Hausherren in der 41. Minute dann noch auf 3:1 erhöhte, schien der Drops gelutscht. Doch Mahmut Akbaba erzielte noch vor der Pause den Anschlusstreffer zum 3:2. „Man darf gegen so eine Mannschaft keine zwei Tore kassieren“, wetterte Braun.

Nach dem Seitenwechsel erhöhten Gennermann mit seinem dritten Tor (58.) auf 4:2, und Poslednik legte noch einen zweiten Treffer zum 5:2-Endstand nach (68.). Aber dann spielten die Teutonen viel zu selbstverständlich. Viele taktische Vorgaben setzten sie nicht mehr um. „Die Jungs spielten weder ruhig noch konsequent. Sondern drosch die Bälle einfach nur lang nach vorne. Wir waren in allen Handlungen einfach viel zu langsam.“ Durch diesen Sieg haben die Teutonen den Anschluss an das Mittelfeld geschafft. Doch schickt der Coach seine Mannschaft mit eindringlichen Worten in die Trainingswoche: „Für diesen Gegner hat diese Leistung gereicht. Sie wird aber für keine andere Mannschaft reichen.“

SV Vestia Disteln - SF Stuckenbusch 1:3 (0:2)

Auch im dritten Versuch glückte Bezirksligist SV Vestia daheim kein Sieg. Im Gegenteil: Am Ende stand eine herbe 1:3 (0:2)-Pleite gegen die Sportfreunde Stuckenbusch zu Buche. Somit hält bei den Schützlingen von Jörg Breski der Heimfluch weiter an. Aus drei Partien an der Fritz-Erler-Straße ergatterten die Distelner lediglich einen mageren Zähler. „Ich bin tief enttäuscht. Das Spiel haben wir in der ersten Halbzeit verloren“, sagt Vestia-Coach Jörg Breski.

In der Tat: Gegen kompakt stehende Stuckenbuscher fand der Vestia-Angriff keine Mittel. Was den Gästen, die von Pierre Bendig betreut werden, in die Karten spielte, war das frühe 0:1. Dieses bereitete Fabian Lohmeyer mustergültig vor. Erst vernaschte er auf der rechten Außenbahn Miguel Cornelius, drang in den Strafraum ein und legte quer auf den zweiten Pfosten. Dort stand unbedrängt Sascha Drepper, der die Kugel über die Linie drosch. Sicher: Die Distelner pressten früh, hatten durchaus mehr Ballbesitz. Allerdings machten sie immer wieder Fehler. So wie in der 24. Minute. In Bedrängnis drosch Stuckenbuschs Nino Schlutt den Ball einfach nach vorne. Das Leder landete genau im Lauf von Robin Kapteina, der den falsch postierten und überraschten Janik Bröcker enteilte. Kapteina marschierte in den Strafraum, gab Vestia-Schlussmann Mark Mahlmeister mit einem hoch platzierten Schuss das Nachsehen – 0:2.

Vestia Disteln kassierte im Heimspiel gegen SF Stuckenbusch eine 1:3-Niederlage.

Was war mit der Vestia-Sturm? Es herrschte ein laues Lüftchen. Distanzschüsse von Philipp Müller (9.) und Max Kadura (29.) strichen am SF-Gehäuse vorbei. Mit 0:2 wurden die Seiten getauscht. Druckvoll kamen die Hausherren aus der Kabine. Allerdings änderte sich am Spiel nicht viel. Mit einer Ausnahme: In der 59. Minute schafften es die Distelner doch einmal in den Stuckenbuscher Strafraum. Philip Umierski kam über rechts, bediente Müller, der für Kadura auflegte. Der kleine Stürmer nagelte den Ball aus acht Metern unter die Latte zum 1:2. War das die Wende? Nein. Die Stuckenbuscher verteidigten geschickt. Gefährlich für die Gäste wurde es nur noch einmal, bei einem Standard. Da zirkelte Müller einen Eckball direkt auf die lange Ecke. SF-Schlussmann Dominiuc Kandziora war aber auf den Posten, fing die Kugel mit leichter Mühe (72.). Anschließend ebbte der große Vestia-Druck ab, die Bendig-Truppe schaffte Entlastung. Und setzte den entscheidenden Konter zum 1:3. Marcel Kriesten machte in der 82. Minute alles klar. „Heute waren wir ein Team, haben den Matchplan zu 100 Prozent umgesetzt“, lobt Trainer Bendig seine Stuckenbuscher.

So liefen die Begegnung des sechsten Spieltages in den anderen Klassen.

Die Partien des fünften Spieltages in den Bezirksligen finden Sie hier.

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