Phi Janicki vom SV Vestia Disteln im Spiel gegen VfB Hüls
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Seitenwechsel: Distelns Phil Janicki (vorn) wechselt zur kommenden Saison zum FC Marl.

Fußball

Der Trainer polarisiert - darum wollen etliche Spieler den SV Vestia Disteln verlassen

  • vonOlaf Nehls
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  • Thomas Braucks
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Die Entscheidung für Trainer Jörg Breski spaltet das Bezirksliga-Team des SV Vestia Disteln. Viele Spieler wollen gehen. Der Verein will aber an seinem Kurs festhalten und nimmt die Abmeldungen in Kauf.

Beim FC Schalke 04 sollen Spieler den Aufstand gegen Trainer Christian Gross geprobt haben. Das Ende ist bekannt: Nach der 1:5-Packung in Stuttgart gab das Bundesliga-Schlusslicht in einem Akt der Verzweiflung Trainer, Teammanager und Sportvorstand den Laufpass. Es geht auch anders. Beim Bezirksligisten SV Vestia Disteln hat es hinter den Kulissen zuletzt offenbar kräftig rumort: An der Fritz-Erler-Straße beklagten sich Kicker ebenfalls bei der Führung des Klubs über den Trainer. Frei nach dem Motto: Der oder wir.

„Jörg Breski ist ein sehr ehrgeiziger, sehr emotionaler Trainer. Mit seiner Arbeitsweise kommt eine Reihe von Spielern nicht klar“, räumt Vestias Sportlicher Leiter Martin Schmidt ein. Infrage steht der Coach aber nicht: „Wir sind nicht bereit, einen Trainer zu schassen, weil Spieler uns das sagen. Wir sind zufrieden mit seiner Arbeit.“ So verlängerte der Klub den Vertrag mit dem 57-jährigen Coach auch bis Juni 2022. Droht den Hertenern, Bezirksliga-Vizemeister der Saison 18/19 und aktuell Tabellenfünfter der Staffel 14, nun der Ausverkauf? Eine komplette Elf, so ist aus dem Umfeld der Mannschaft zu hören, könnte den SV Vestia zur nächsten Saison verlassen.

Einige Abgänge stehen bereits fest. So hat Ligarivale FC Marl in dieser Woche gleich drei Distelner als Neuzugänge vorgestellt. „Maximilian Kadura, Louis Sliwa und Phil Janicki werden in der kommenden Saison das Trikot des FC Marl an der Hagenstraße tragen“, sagt Marls Sportlicher Leiter Mahyar Mulai. Zum Landesligisten Viktoria Resse, wo der ehemalige Stuckenbuscher Trainer Frank Kandsorra das Sagen hat, verschlägt es Janik Bröcker und Maurice Pagels. Letzterer, der im Sommer 2018 vom Oberligisten TuS Haltern an die Fritz-Erler-Straße gekommen war, hatte auch Gespräche mit dem VfB Hüls geführt.

Weitere Abgänge bahnen sich an: Youri Gläßer, Tim Gilgner, Timo Schumski oder Jan-Niklas Lobert sollen auf der Suche nach einem neuen Verein sein. Keine Kleinigkeit, wie der Sportliche Leiter Martin Schmidt einräumt: „Da sind drei, vier Spieler darunter, deren Verlust tut uns sportlich richtig weh.“ Ein Sanierungsfall werde der SV Vestia deshalb aber nicht. „Keine Sorge, in Disteln wird auch in der nächsten Saison guter Fußball gespielt.“ Schon zuvor hatten die Gerüchte Distelns Macher kalt gelassen.

So hätten alle jungen Spieler ihre Zusage gegeben, auch Leistungsträger wie Torhüter Jonas Weeke, Kevin Kenzlers oder der umworbene Torjäger Philipp Müller blieben an Bord. „Dazu stehen fünf Neuzugänge fest, sodass unser Kader bereits 20 Spieler umfasst.“ Verstärkungen für die Offensive werden noch gesucht. Was in Zeiten der Pandemie nicht einfach ist, wie Martin Schmidt sagt: Viel Bewegung gibt es auf dem Spielermarkt derzeit nicht. Abgesehen vom „Hotspot“ Disteln.

Ursprünglich hatten eine ganze Reihe Distelner Spieler den Plan, irgendwo bei einem anderen Verein gemeinsam mit Ex-Trainer Roman Stöckl einen Neustart zu unternehmen. Aus beruflichen Gründen wird Stöckl, der bis zum vergangenen Sommer Chefcoach in Disteln war, aber kein Traineramt übernehmen.

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